Längst eine feste Größe der Fastnacht

Ausverkaufte "Ladies’ Night"-Sitzung der FNC Fun Factory begeistert mit vielseitigem Programm

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Was heute als feste Institution im närrischen Kalender gilt, begann einst ganz unspektakulär – zwischen Schminkspiegeln und Haarspray. Längst hat sich die Ladies’ Night der FNC Fun Factory jedoch zu einer festen Größe der Fastnacht entwickelt. Entsprechend groß ist die Nachfrage: Der Kartenvorverkauf begann wie in jedem Jahr im November, und nach kürzester Zeit war die Damensitzung ausverkauft. Von Gardetanz über Wortbeiträge bis hin zu Musik und Travestie reichte die Bandbreite auch am Freitagabend, als die Veranstaltung in der Aula des Graf-Stauffenberg-Gymnasiums ein Programm bot, das unterschiedliche Facetten der Fastnacht verband und beim Publikum auf große Resonanz stieß.

Den Auftakt machte der feierliche Einmarsch des Elferrats, der den Ton für einen abwechslungsreichen Abend setzte. Schon früh wurde deutlich, dass sich das Publikum auf Humor mit Wiedererkennungswert, tänzerische Highlights und musikalische Einlagen freuen durfte. Mit einem klar strukturierten Programm führte die Sitzung durch fast viereinhalb Stunden Fastnacht, ohne dabei an Tempo oder Spannung zu verlieren.

Für tänzerische Akzente sorgten unter anderem die Maingrazien mit ihrem temperamentvollen Samba sowie das CVW-Männerballett, das mit „Fit durch die 80er und 90er“ Erinnerungen weckte. Die Gardetanzgruppe Manco Mania griff mit „Urlaubsfieber“ das Fernweh auf, während die Diamonds mit einem energiegeladenen Auftritt im weiteren Verlauf des Abends zusätzliche Höhepunkte setzten. Auch die Bembeldancer und die Dreamboys begeisterten das Publikum mit ausdrucksstarken Choreografien. Dabei setzten sie nicht nur auf Tanz, sondern auch auf überraschende Showmomente, die im Saal für spürbare Begeisterung sorgten.

Einen festen Platz im Programm nahmen die Vorträge ein. Beate Sturm ließ das Publikum bei ihrem Thema „Klassentreffen“ schmunzeln, Daniel Schleidt trat als "First Lady der Queen of Flerschem" auf und griff dabei lokale Themen und Eigenheiten pointiert auf. Jutta Schlosser widmete sich dem Zusammenleben von drei Generationen unter einem Dach und nahm augenzwinkernd Influencer-Klischees aufs Korn. Nach der Pause setzte Maurice Müller als „Ameezon-Bote“ den Reigen humorvoller Alltagsbeobachtungen fort.

Auch musikalisch zeigte sich der Abend vielseitig. Besonders die „Selbsthilfegruppe“ der Sängerlust Wicker setzte mit ihrem „Fernsehabend“ einen der Höhepunkte des Programms. Mit großem Aufwand, zahlreichen Kostümwechseln und einem ständig wechselnden Bühnenbild gelang es der Gruppe, Szene für Szene neu zu gestalten. Die Mischung aus Gesang, Spiel und pointiertem Humor sorgte für viele Lacher und anhaltenden Applaus im Saal.

Im Anschluss sorgte die Altrheingarde mit Stimmungsliedern für Mitsingmomente. Mit bekannten Melodien und viel Nähe zum Publikum gelang es der Gruppe, den Saal geschlossen einzubinden und die ausgelassene Stimmung weiterzutragen. Klatschen, Schunkeln und gemeinsames Singen prägten diesen Programmpunkt und unterstrichen den geselligen Charakter des Abends. Mit dem Lied „Dschungelfieber“, angelehnt an „Fieber“ von Helene Fischer, griff die Fun Factory selbst das Motto des Abends auf.

Den Schlusspunkt des Abends setzten zunächst die Jacobiner, die mit ihrem Auftritt zugleich ihr elfjähriges Bühnenjubiläum feierten und viel Applaus erhielten. Im Anschluss übernahm Travestie-Künstlerin Saphira die Bühne und führte mit Glamour, Charme und sicherem Gespür für das Publikum in das Finale der Damensitzung. Mit dieser Kombination aus Jubiläum, Show und Unterhaltung fand die Ladies’ Night einen stimmungsvollen Abschluss.

Die Geschichte der Ladies’ Night reicht inzwischen 16 Jahre zurück. Entstanden ist sie aus dem Wunsch heraus, einen Abend ausschließlich für Frauen zu gestalten – mit bewusst vertauschten Rollen: Männer auf der Bühne und im Service, Frauen im Mittelpunkt des Feierns. „Also ich würde ja gerne mal im Elferrat sitzen“, soll einer der Sätze gewesen sein, die den Anstoß gaben. Was zunächst wie eine spontane Idee klang, entwickelte sich Schritt für Schritt zu einem festen Bestandteil der Flörsheimer Fastnacht.

Parallel dazu wandelte sich auch die Fun Factory selbst. Viele der Frauen, die anfangs aktiv auf der Bühne standen, engagieren sich heute hinter den Kulissen – als Organisatorinnen, Ideengeberinnen und verlässliche Stützen. Gleichzeitig bringen neue Tänzerinnen frischen Schwung in den Gruppe. Dieser Mix aus Erfahrung und Erneuerung prägt auch die Ladies’ Night bis heute. In diesem Bereich besteht die Fun Factory aktuell aus 27 engagierten Frauen, die die Damensitzung organisatorisch und inhaltlich tragen.

Der Abend zeigte einmal mehr, warum die Veranstaltung so erfolgreich ist: ein durchdachtes Programm, spürbare Gemeinschaft und der Mut, eigene Wege zu gehen. Aus einer Idee zwischen Kajal und Sekt ist eine Damensitzung geworden, die aus der Flörsheimer Fastnacht nicht mehr wegzudenken ist.

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