Der Sommer kommt näher, die Sorgen um die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger angesichts der zunehmenden Kraft der Sonne bewegt offenbar die Fraktionen in den vier Flörsheimer Ortsbeiräten. Gleich zwei Anträge befassen sich in den Sitzungen der kommenden Woche mit möglichen Gefahren, die in den kommenden Monaten auf die Stadt zukommen, sobald ein wolkenfreier Himmel den aufheizenden Strahlen keine Grenzen mehr aufzeigt.
Der neu gewählte Vertreter der FDP im Wickerer Ortsbeirat, Stefan Graafen, hat über seine Aktivitäten in den sozialen Medien ein gewisses Interesse an seinem Beitrag zur neu gestalten Grünanlage in der Kirschgartenstraße festgestellt. Als Ergebnis soll der Ortsbeirat laut Beschlussvorschlag bei seiner Sitzung am Montag (20 Uhr, Alte Goldbornschule) manifestieren, dass die Grünfläche „aufgrund fehlender Beschattung in den Sommermonaten zu einer extremen Hitzeentwicklung führt“.
Dies schränke die Nutzbarkeit stark ein „und birgt gesundheitliche Risiken“. Der Magistrat werde gebeten zu prüfen, mit welchen kurzfristigen und lösungsoffenen Maßnahmen ein Hitzeschutz sichergestellt werden könnte. Der Antrag führt als Möglichkeit hierfür das Aufstellen von Sonnensegeln im Bereich der Sitzgruppen im Zentrum der Anlage auf. Die könnten fest installiert oder auch im Herbst jeweils abgebaut werden.
Der Antragstext führt weiter aus, was aber üblicherweise nicht mehr Beschlusswortlaut ist: welche Ziele mit ihm konkret verfolgt werden sollen. Dabei denkt Graafen vor allem an die „die Nutzbarkeit der Fläche für eine breitere Öffentlichkeit“, wobei es dem Arzt vor allem um ältere Bürgerinnen und Bürger sowie Familien mit Kindern geht, die solche Orte besonders häufig nutzen.
Der FDP-Ortsbeirat begründet seinen Vorstoß damit, dass er sich als Mediziner in der Pflicht sehe, „auf die aktuelle bauliche Ausführung dieser Anlage hinzuweisen“. Trotz Klimawandels und Hitzeperioden sei hier quasi eine „Sonnenbank“ geschaffen worden. Schatten durch die neuen Bäume sei erst in vielen Jahren zu erwarten, solange sei ein Aufenthalt dort im Sommer gesundheitsgefährdend.
Anders als es ihm an Meinungen bei den Reaktionen begegnete, hält Graafen den Ort am Wickerer Kreisel nicht generell für ungeeignet als Aufenthaltsort. Er biete eine essenzielle Möglichkeit für eine kurze Rast im urbanen Raum – vorausgesetzt, man kann sich dort aufhalten, ohne hitzebedingte Gesundheitsstörungen zu riskieren.
Angekündigt sind für die Sitzung zudem Informationen zum Sachstand bei den Bemühungen, in Wicker einen Nahversorger zu installieren.
Stadtmitte: Ungeschützte Haltestelle
Auch in der Stadtmitte gibt es eine Stelle, die dringend eines besseren Sonnenschutzes bedarf. Dem widmet sich GALF-Ortsbeiratsvertreter Jürgen Krichbaum in einem Antrag für die Sitzung am kommenden Mittwoch (3., 19 Uhr, Stadthalle). Laut dem möge der Magistrat prüfen und geeignete Maßnahmen umsetzen, „um den Sonnenschutz sowie die Aufenthaltsqualität an der Bushaltestelle ,Elisabeth-Jakobi-Straße' an der Ecke Heinrich-Dreisbach-Weg zu verbessern. Auch Sitzgelegenheiten sollten dort möglichst geschaffen werden.
In der Begründung führt auch Krichbaum die besonderen Bedürfnisse der älteren Bürgerinnen und Bürgern an. Die Haltestelle wird vor allem von Besucherinnen und Besuchern der Kolonnaden genutzt, „die beim Warten auf den Bus häufig ungeschützt der prallen Sonne ausgesetzt sind“, beschreibt Krichbaum die Situation.
Auch der GALF-Vertreter verweist auf das Thema Hitzeschutz durch das steigende Temperaturniveau infolge des Klimawandels. Dies verlange, „geeignete Maßnahmen zum Schutz der wartenden Fahrgäste“ zu ergreifen und so die Aufenthaltsqualität an der Haltestelle zu verbessern.
Eine weitere spannende Frage sollte bei der Sitzung geklärt werden, die bei der konstituierenden Sitzung liegengeblieben war. Gesucht wird in einem zweiten Anlauf ein stellvertretender Ortsvorsteher, nachdem der durch Uwe Dicks (SPD) abgelöste bisherige Ortsvorsteher Jens Weckbach (CDU) keine Ambitionen zeigte, die Aufgabe zu übernehmen. Ein, keine oder gar mehrere Bewerbungen – alles ist am Mittwoch denkbar.
Weilbach: Sachstand zur Umgehung
Im Ortsbeirat Weilbach kommt am Montagabend (19 Uhr) ein seit Jahrzehnten im Umlauf befindliches Thema zur Sprache. Informationen zum Sachstand beim Bau der „Ortsumfahrung Weilbach“ wird ein Vertreter des Landesstraßenbetriebs Hessen Mobil als zuständiger Straßenlastbauträger und Bauherr dem Gremium übermitteln. Angesichts des fortgeschrittenen Verfahrensstands könnte dabei eine Perspektive für den Baubeginn genannt werden – entsprechende Hoffnungen wurden bei vergangenen Gelegenheiten allerdings enttäuscht.
Keine Sitzung wird in dieser Runde der Ortsbeirat Keramag/Falkenberg abhalten. Wie so oft, fallen keine Themen an. In den anderen Sitzungen schließt sich an die Tagesordnungspunkte jeweils eine Bürgerfragestunde an, zudem wird die Verwaltung die den jeweiligen Stadtteil betreffenden Punkte aus den Magistratssitzungen vortragen.


Kommentare