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„Ich möchte nicht nur gegen den Abstieg spielen“

SV 09-Neutrainer Thomas Janson eine Woche vor Saisonstart im Interview

FLÖRSHEIM (hö) – Die „pflichtspiellose Zeit“ neigt sich langsam dem Ende entgegen. Die Vorbereitungen auf die neue Spielzeit laufen jedoch bei allen Vereinen schon seit Wochen auf Hochtouren, die Kaderplanung wird intensiv vorangetrieben, das Training in allen Bereichen intensiviert und die Mannschaft auf die bevorstehende Saison eingeschworen – für die Verantwortlichen des SV 09 Flörsheim in diesem Jahr sicherlich keine leichte Aufgabe. Die durch die undankbare Teilnahme an der Abstiegsrelegation verkürzte Sommerpause, der Weggang des Trainerduos und die lange Zeit über ungewisse Lage, in welcher Liga man im nächsten Jahr spielen würde, erschwerte die Planungen bei den Blauen. Eine gute Woche vor Saisonbeginn scheint allerdings ein neuer Aufwind zu herrschen, an dem der neue Coach Thomas Janson wahrscheinlich einen nicht zu kleinen Anteil trägt. Dennis Höfel unterhielt sich mit dem aus Frankfurt stammenden Trainer über den Verlauf der Vorbereitung, das neue Mannschaftsgefühl und die Zukunft der SV-Fußballabteilung.

 

Herr Janson, Sie sind kein Unbekannter im umliegenden Fußballgeschäft. Wie kam es nach vielen Erfolgen, besonders in Form von Aufstiegen, zu dem Wechsel zum SV Flörsheim, einem in den letzten Jahren stetigen Abstiegskandidaten?
Das kam vor allem über Spieler, die zur Zeit in Flörsheim tätig sind, einmal über Alessandro Antonelli, zum anderen über Özkan Alik. Alessandro hatte schon in Weißkirchen bei mir gespielt und jetzt das Engagement über den Thomas Probst [erster Vorsitzender; Anm. d. Red.] in die Wege geleitet.
Haben Sie die Mannschaft auch vorher schon im Blick gehabt?
In den letzten sechs Spielen der vergangenen Saison habe ich, ich sage mal im Hintergrund, dem Bruno Schlesinger und dem Rene Hruby zur Seite gestanden.
Wie ist der aktuelle Eindruck von der Mannschaft, wie fit ist das Team insgesamt?
Also, die Fitness in der letzten Runde, die war mangelhaft, die war ja das größte Manko überhaupt. Ich denke, dass wir eine sehr gute, junge Truppe haben, mit drei, vier erfahrenen Spielern. Die Fitness ist momentan für mich in Ordnung. Das sieht man auch an dem 3:1, das wir gegen Diedenbergen, eine Mannschaft, die im letzten Jahr um den Gruppenligaaufstieg gespielt hat, produziert haben. Ich denke, dass wir da schon ziemlich weit sind.
Wie sieht nun die weitere Vorbereitung aus bis zum Saisonbeginn?
Nach dem Testspiel am Donnerstag gegen TUS Maccabi, einem Kreisoberligisten aus Frankfurt, werden wir dann bis Sonntag noch mal Pause machen, um einfach noch mal alles sacken zu lassen und Ruhe zu haben. In der Woche vor Rundenbeginn haben wir noch zweimal Training, dann spielen wir in Zeilsheim das erste Punktspiel [5. August, 13 Uhr].
In welchen Bereichen sehen bis Saisonbeginn noch Nachholbedarf beziehungsweise was muss im Gegensatz zur letzten Spielzeit insgesamt besser werden?
Wie ich eben schon angesprochen habe vor allem die körperliche Fitness, dass wir das beibehalten, was wir uns momentan erarbeitet haben und dass wir vielleicht spielerisch, wobei ich mir natürlich auch einiges von unseren Neuzugängen erwarte, auch noch ein bisschen weiterkommen, sodass wir nicht nur von Özkan Alik abhängig sind, sondern dass wir in der Breite etwas besser besetzt und dadurch etwas schwieriger auszurechnen sind.
Sie haben eben schon die Neuen angesprochen – wie klappt es mit der Integration, ist da wirklich schon ein Mannschaftsgefühl vorhanden?
Sehr gut! Das ist sehr harmonisch! Das sieht man auch im Spiel, dass sich zum Beispiel der Özkan Alik mit dem Alessandro Antonelli sehr gut versteht. Die haben ja auch schon in Weißkirchen zusammen gespielt. Oder dass der Fabio da Rocha, der jetzt von der A-Jugend der TUS Koblenz gekommen ist, uns Stabilität im Mittelfeld gibt. Jean Kabuya, als Libero hinten drin, ganz wichtiger Mann, der Ruhe auf die Abwehr ausstrahlt und auch gut organisiert. Von daher denke ich, sind wir schon sehr gut aufgestellt.
Wen in der Liga sehen Sie dann ganz oben dabei, wo ordnen Sie Ihre Mannschaft ein?
Wenn sich eine sehr gute Platzierung ergibt, nehmen wir die natürlich gerne mit, aber für uns kann es ja natürlich nur heißen, eine bessere Platzierung abzuliefern als im letzten Jahr. Wir kommen aus der Relegation gegen den Abstieg und haben uns jetzt ein bisschen verstärkt, haben ein bisschen Erfahrung reingebracht, haben viele junge Spieler, die aus der eigenen Jugend kommen, die geführt werden müssen. Ich denke, wir können einen guten Mittelfeldplatz machen. Wenn wir das schaffen, haben wir unsere Aufgabe auf jeden Fall erfüllt.
Und die Marschroute, auf junge Spieler zu setzen, soll auf jeden Fall auch die Zukunft des SV 09 sein?
Richtig, ja! Ich meine, das ist ja sowieso das Anliegen des SV Flörsheim, dass man eine sehr gute Jugendarbeit hat, dass alle Jugendmannschaften besetzt sind, was viele andere Vereine ja gar nicht haben, dass aus der A-Jugend-Mannschaft jetzt doch viele Talente rausgekommen sind und dass jetzt noch mal während der Runde, Leute, die 18 werden, die dann für die erste Mannschaft tätig sein können, auch dazugeholt werden können und wir dadurch einen größeren Kader haben. Und das Ziel ist ja dann auch, dass wir irgendwann mal eine zweite Mannschaft stellen können, die ja der Unterbau der ersten ist. Das Manko haben wir dieses Jahr noch, dass wir, so wie es aussieht, keine zweite Mannschaft stellen können, da wir nicht die Kapazität besitzen.
Nun mal einen Blick auf den Saisonstart: Ist es in Ihren Augen ein Nachteil gleich zweimal auswärts ran zu müssen?
Nein, dass sehe ich nicht so. Ich sehe in diesen Ligen sowieso Heim- und Auswärtsspiele nicht als Vor- und Nachteil, das ist uninteressant. Wenn man hier vor Tausenden von Zuschauern spielen würde, wäre das was anderes, aber so sehe ich da keinen Nachteil drin. Wir haben ein sehr schweres Auftaktprogramm, das muss man sehen. Wir haben zwei Auswärtsspiele, das ist richtig, wir haben Zeilsheim, die sehr aufgerüstet haben. Das erste Spiel gegen eine zweite Mannschaft zu spielen, ist immer schwierig, weil man nicht weiß, was von oben runterkommt. Eichwald Sulzbach war im letzten Jahr Dritter, ist auch kein leichtes Spiel, und dann kommen wieder zwei zweite Mannschaften, also von daher haben wir schon ein schweres Auftaktprogramm.
Zum Abschluss noch einmal in einem Satz: Wieso ist Ihre Mannschaft in diesem Jahr stärker als im letzten?
Weil wir einfach mehr Erfahrung drin haben und weil wir auf entscheidenden Positionen jetzt einfach Fußballer haben. Ich denke, dass wir eine bessere Runde spielen werden als im letzten Jahr. Dass habe ich auch mit dem Thomas Probst besprochen, dass wir uns auf zwei, drei Positionen verstärken müssen, sonst wäre es für mich auch kein Thema gewesen, den SV Flörsheim zu übernehmen, da ich keine Mannschaft übernehmen möchte, die nur gegen den Abstieg spielen kann. Es sind gute Spieler dazugekommen, die auch Erfahrung in höheren Spielklassen haben und von daher denke ich, sollten wir eine gute Runde spielen können.
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