Das seltene Fest der Eisernen Hochzeit

Zwei Flörsheimer feiern am kommenden Dienstag diesen Ehrentag

FLÖRSHEIM (bfp) – Beide erblickten sie in Flörsheim das Licht der Welt. Hier verbrachten sie ihre Kindheit und Jugend. Am 24. April 1947 gaben sie sich in der katholischen Pfarrkirche St. Gallus das Ja-Wort zum Bund fürs Leben. In der Stadt am Untermain bezogen sie ihre erste gemeinsame Wohnung und hier wohnen sie bis heute.FLÖRSHEIM (bfp) – Beide erblickten sie in Flörsheim das Licht der Welt. Hier verbrachten sie ihre Kindheit und Jugend. Am 24. April 1947 gaben sie sich in der katholischen Pfarrkirche St. Gallus das Ja-Wort zum Bund fürs Leben. In der Stadt am Untermain bezogen sie ihre erste gemeinsame Wohnung und hier wohnen sie bis heute.

 

Und am kommenden Dienstag, 24. April, feiern Gertrude und Walter Jung in Flörsheim ihre „Eiserne Hochzeit“. An ihrem Ehrentag wollen die Jubilare im Gasthof „Joffche“ ab 11 Uhr alle Verwandten, Freunde und Nachbarn zu einer kleinen Feier einladen. Die Gratulationskur werden sicherlich Tochter Annelore, die Enkel Claudia und Oliver sowie die weiteren Verwandten anführen. Sicherlich wollen auch langjährige Mitglieder aus den diversen Vereinen der Stadt, in denen sich Gertrude und Walter Verdienste erworben haben, den beiden ganz herzlich gratulieren. Schließlich ist ein 65-jähriges Hochzeitsjubiläum ein ganz besonderer Festtag.
Kennengelernt haben sich Gertrude Schamberger und Walter Jung zur Fassenacht 1946. Beim Maskenball in der Gaststätte „Hirsch“ funkte es zwischen beiden und sie wurden schnell ein unzertrennliches Paar. Gertrude Jung hatte nach der Schule eine Schneiderinnen-Lehre bei Anne Pohl in Frankfurt absolviert. Ihren Arbeitsdienst musste sie im Westerwald ableisten. Es folgten einige Jahre Arbeit in der Reinigung Martin Kaus. Walter Jung absolvierte im Opelwerk zu Rüsselsheim zunächst eine Lehre als Dreher. Dann wurde er zum Militärdienst eingezogen und in der Infanterie eingesetzt. Nach Ende des 2. Weltkrieges fand er zunächst eine Arbeitsstelle im amerikanischen Militärflughafen in Wiesbaden im Küchendienst.
Nach der Hochzeit und der Geburt der Tochter kehrte Walter Jung zu seinem Ausbildungsbetrieb zurück und arbeitete hier längere Zeit als Dreher in der Produktion. Später wechselte er in die Versuchswerkstatt und wirkte hier 20 Jahre mit. 1987 trat er in den verdienten Ruhestand. Gertrude Jung nahm noch einmal eine Arbeitsstelle an, als die Tochter älter war. Bei der Firma Hertie in Flörsheim half sie im Küchendienst.
Für beide besaß das örtliche Vereinsleben immer einen sehr hohen Stellenwert. Als „Flörsheimer Kinder“ fühlten sie sich natürlich zur Fassenacht hingezogen. In Vereinsgruppierungen und als Privat-Gruppierung beteiligten sie sich auch Jahre lang am Flörsheimer Fassenachtssumzug. Dem entsprechend gehören sie nun auch 25 Jahre dem Flörsheimer Narrenclub an. Außerdem engagierten sie sich viele Jahre im VdK und bei den Jahrgangstreffen. Ihr besonderes Engagement galt jedoch den Schäferhunden und verschiedenen Hundevereinen. 30 Jahre hielten sie selbst Schäferhunde und durften sich auch über Zuchterfolge freuen. Beide zählen zu den Mitbegründern des Flörsheimer Schäferhunde-Vereins. Auf eine 40-jährige Mitgliedschaft im Schäferhundeverein Ginsheim dürfen sie auch stolz sein. Mit ihren Schäferhunden erfüllte Walter Jung ferner gemeinnützige Aufgaben in der Stadt. So bewachten er und seine Vereinskollegen früher in der Nacht das Gelände der Flörsheimer Ferienspiele und den Weihnachtsmarkt vor St. Gallus.
Entspannung suchte das Jubelpaar auf Reisen. „Zehn Flugreisen unternahmen wir gemeinsam, beispielsweise nach Mallorca, Ibiza, Tunesien oder London“, erzählte die Jubilarin. „Mit unserem Auto fuhren wir gerne in Kur oder Urlaub nach Bad Herrenalb.“ Bis heute erholen sie sich gerne in diesem Schwarzwald-Kurort. „Per Auto fahre ich allerdings nur noch in der näheren Umgebung“, erklärte er. „Früher bin ich hier regelmäßig auch mit dem Fahrrad gefahren, aber die Fitness hat doch nachgelassen.“
Jetzt genießen beide mehr ihren gemeinsamen Lebensabend im renovierten Haus in der Austraße 4 oder in einer örtlichen Straußwirtschaft beim Schoppen Wein. Deshalb wird sicherlich auch auf das Wohl des „Eisernen Hochzeitspaares“ am 24. April das eine oder andere Glas Wein getrunken.

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