Rubrik: Flörsheim
08.02.2012
SPD hat Stufe drei im Visier
Gerd Mehler ist neuer Ortsvereinsvorsitzender der Sozialdemokraten
Über Jahrzehnte hatte Mehler die Stadtverordnetenfraktion der SPD im Flörsheimer Parlament geführt. Der Vordenker der Genossen hatte sein Mandat zurückgelegt, nachdem kreisweite Diskussionen um Wohnsitze und Lebensmittelpunkte von Kommunalpolitikern auch seine Person in die Kritik gebracht hatten. Fakt ist, dass sich der gemeinsame Wohnort Gerd Mehlers mit seiner zweiten Ehefrau nicht in Flörsheim befindet. Mehler traf seine Entscheidung, „um unsägliche Debatten gar nicht erst entstehen zu lassen“.
Über das Für und Wider der auslegungsfähigen Rechtsprechung in dieser Frage wollte sich auch Wolfgang Pokowietz nicht äußeren. Man habe nach einer guten Lösung für die Flörsheimer SPD gesucht und diese auch gefunden, erläuterte er den Mitgliedern des Ortsvereins die Entscheidung, die Parteispitze neu zu besetzen. Seinen Nachfolger im Amt bestätigte Pokowietz, eine „Lichtgestalt“ der Flörsheimer SPD zu sein. „Wenn einer es verdient hat gelobt zu werden, dann ist es Gerd Mehler“, wünschte er seinem mit 100 Prozent der Stimmen gewählten Nachfolger alles erdenklich Gute.
Gerd Mehler hat sich für seinen neuen Tätigkeitsbereich einiges vorgenommen. Er verkündete, die nächste Hürde des „Drei-Stufen-Plans“ der Flörsheimer SPD in Angriff nehmen zu wollen. „Zwei Stufen haben wir erfolgreich umgesetzt“, so Mehler bei seiner Rede vor den Genossen in der Stadthalle. „Wir haben mit Michael Antenbrink den Bürgermeisterwahlkampf gewonnen und stellen das Stadtoberhaupt. Bei der Kommunalwahl erreichten CDU und FDP keine Parlamentsmehrheit mehr. Stufe drei unseres Plans ist die Wiederwahl von Michael Antenbrink, gefolgt von geordneten parlamentarischen Mehrheiten unter Führung einer starken SPD.“
Eine Vorlage, die der sozialdemokratische Bürgermeister Michael Antenbrink gerne aufnahm. Zwar werde er sich, im Gegensatz zu seinem christdemokratischen Herausforderer Erster Stadtrat Markus Ochs, „nicht in den Wahlkampf begeben, bevor die Stelle überhaupt ausgeschrieben ist“, betonte Antenbrink. „Außerdem habe ich in der aktuellen Auseinandersetzung mit der Fraport ohne hin keine Zeit für Wahlkampfauftritte“. So ganz wollte er bei der Jahreshauptversammlung seiner Partei freilich nicht darauf verzichten, die Genossen einzustimmen. „Wir können die Zukunft dieser Stadt nur sichern“, betonte der Bürgermeister, „ wenn wir in die Zukunft dieser Stadt investieren. Und dazu müssen wir, auch bei angespannter Haushaltslage, Geld in die Hand nehmen.“ Denn eines steht für das Stadtoberhaupt fest: „Flörsheim muss sich zusätzliche Attraktivität erarbeiten. Wir müssen die Lebensqualität steigern, als Gegengewicht zu der, eventuell dauerhaften, höheren Belastung der Bevölkerung durch den Flugverkehr.“

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