Dass es bei den Flörsheimer Ferienspielen in diesem Jahr um das Thema „Zirkus“ gehen würde, war schon im vergangenen Jahr mit der Neukonzeptionierung des Angebots entschieden worden. Ein Jahr musste der Nachwuchs, den diese Kunst nach wie vor magisch anzieht, nach der Stadtsimulation „Sonnental“ auf die Ferienspiele 2024 warten. Deren Zentrum fällt jedem sofort ins Auge, der den Abenteuerspielplatz Keramag/Falkenberg betritt, denn das große Zelt des „Circus Baldini“ bildet den Mittelpunkt des Geschehens für die knapp 250 Mädchen und Jungen von 7 bis 12 Jahren.
Die Kinderzirkus-Profis erarbeiten in den zwei Wochen mit dem Flörsheimer Nachwuchs – um die Dimensionen nicht zu sprengen in eine Vormittags- und eine Nachmittagsgruppe aufgeteilt – ein jeweils eineinhalbstündiges Showprogramm, das am Abschlusstag, am Freitag kommender Woche (26.), den Eltern und anderen Fans der jungen Zirkuskünstler vorgeführt werden soll.
Lucia Haug und Imane Ouslikh vom Mehrgenerationentreff, der zum zweiten Mal für das Programm und die Durchführung vor Ort verantwortlich zeichnet, blieben auch diesmal von Wettereskapaden nicht verschont, wenn auch nicht in dem Aufmaß des Vorjahres. Damals standen die ersten beiden Tage ganz im Zeichen starker Regengüsse, die das Wiesengelände aufweichten, die Hälfte der Teilnehmer blieb wegen des gar nicht sommerlichen Wetters zu Hause.
Diesmal kam es längst nicht so schlimm. Am Montagabend fegt allerdings der Sturm über der Region auch über das Ferienspielgelände hinweg. „Dabei sind zwei Zeltstangen durchgebrochen“, berichtete Haug. Die zusammengefallenen und verwehten Pavillons fanden sich an anderen Stellen des Geländes wieder. Ersatz für die Stangen waren am Dienstag schnell bei einem Fachgeschäft in Wiesbaden besorgt, das Programm beeinflusste das Orkänchen letztlich nicht.
Dem großen Zirkuszelt mit seine zwei Masten konnte das Unwetter natürlich nichts anhaben. Der Zirkus Baldini ist ein auf solche Projekte mit Kita- und Schulkindern spezialisierter Familienbetrieb aus Wiesbaden, der in Flörsheim den eher seltenen Luxus genießt, das Programm mit den Kindern volle zwei Wochen einüben zu können. „Sonst steht ihnen an den Schulen immer nur eine Woche zur Verfügung“, weiß Haug. Üben kann man nie genug, denn die Kinder studieren eine ziemlich komplexe Show ein, die die bekannten Elemente einer echte Zirkusaufführung enthalten soll. Da gibt es Trampolin-Akrobaten, Clowns, Jongleure, Seiltänzer, Feuerspucker, Zauberer, Fakire und sogar Trapez-Artisten – und einiges mehr.
Ist das alles nicht ein wenig gefährlich für Ungeübte, in doch recht kurzer Zeit ein Akrobatik-Programm einzuüben? Nun, die Zirkusprofis wissen natürlich nach fast 20 Jahren im Geschäft, was zumutbar ist und wo die Grenzen sind. Ihre Verantwortung ist es, die Kinder schnell kennen und einschätzen zu lernen und ihnen die geeigneten Rollen zuzuteilen. „Natürlich passieren bei den Ferienspielen auch mal Verletzungen, das sind aber alles Kleinigkeiten“, betont Haug. Denn auch außerhalb des Zeltes wuselt es durchweg ordentlich auf dem Gelände, da ja immer nur die Hälfte der Kinder gerade am Zirkusprogramm werkelt.
Sportliche Herausforderung bietet eine „Wasser-Olympiade“ – verschiedene Stationen, die Geschicklichkeit und Körperbeherrschung erfordern – aber auch die Klassiker wie Malen und Basteln in der „Kreativwerkstatt“ sind an den kleinen Pavillonzelten im Angebot. Das alles betreuen diesmal in der ersten Woche inklusive der Leitung bis zu 20 Teamer im Alter von 16 bis 60 Jahre, da auch einige Kita-Erzieherinnen Dienstzeit bei den Ferienspielen ableisten.
Trotz der täglichen Arbeit im Zirkuszelt stehen im Programm auch weiterhin Ausflüge. Keine großen Tagesausflüge zwar als Zugeständnis an die große Aufgabe, aber doch Besuche bei wichtigen Flörsheimer Institutionen wie die Feuerwehr oder das DJK. Aber es gibt auch Gäste auf dem Gelände, die interessante Angebote mitbringen, so am Mittwoch die Landfrauen. Aber auch von der Mobilen Beratung und dem Freundeskreis Pérols-Flörsheim kommt Unterstützung für die Spiele.
Es steht also beiweitem nicht nur Zirkus auf dem Programm, aber es ist eben das übergreifende Thema der diesjährigen Ferienspiele, wie das Zelt mitten auf dem Gelände klarstellt. Im kommenden Jahr wird es dann wieder ein ganz anderes Leitthema geben, zudem rückt das Angebot im Ferienkalender nach hinten. Statt wie traditionell in der ersten und zweiten wird es dann in der fünften und sechsten Woche der Sommerferien angesetzt, rückt somit vom Anfang ans Ende der schulfreien Zeit. Da die Ferien 2025 zwei Wochen früher beginnen, wird sich dies dann zwischen dem 4. bis 15. August abspielen.




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