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Abschied vom Gemeinwesen

In meiner Heimatstadt Flörsheim findet im Mai 2018 die Bürgermeisterwahl statt, aber die wenigsten Bürger werden sich an der Wahl beteiligen.

Der mündige Bürger verweigert sich und kein Politiker will es zur Kenntnis nehmen. Die Bevölkerung wendet sich ab und verfolgt nur noch ihre Partikularinteressen. Zur eigenen Stadt, in der die Menschen leben, haben sie den Bezug verloren oder erst gar nicht gesucht.
Antworten darauf zu finden, ist nicht einfach. Die Politik macht es nicht. Keiner der Kandidaten bemüht sich ernsthaft um eine Analyse, hat eine Grundidee zur Einbindung der Bürgerschaft in ein funktionierendes Gemeinwesen, geschweige denn zur Herstellung des Zusammenhalts. Ein Gesamtkonzept ist nicht existent. Stattdessen punktuelles, planloses Agieren.

Ein Beispiel hierfür ist die Planung einer neuen Kita in Flörsheim. Es zeigt auf, mit welcher Ignoranz Ziele verfolgt werden, um die eigene Machtbasis zu sichern. Unterhalb einer viel befahrenen, vierspurigen Brücke, davor eine stark frequentierte Zugangsstraße zum Industriegebiet „West“, mit einem erhöhtem Konzentrat an Feinstaub, Lärm und Dreck und den daraus entstehenden gesundheitlichen Folgen, bekommen unsere lieben Kleinen ihre neue soziale Bildungsstätte.

Warum eigentlich stehen die zukünftig betroffenen Eltern und mit ihnen eine aufgeschlossene, mündige Bürgerschaft, gegen eine solche Verantwortungslosigkeit nicht auf? Ist es bereits der Ausdruck eines nicht mehr funktionierenden Gemeinwesens und sein rationalisiertes Verhältnis zu den Kindern?

Die aufgeklärte demokratische Zivilgesellschaft im freien Fall!

Ulrich Chwalek, Flörsheim

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