Mit Entschiedenheit weise ich den Vorwurf zurück, dass es sich bei der Feier des Fastnachtsgottesdienstes um einen „Missbrauch“ der Liturgie gehandelt habe. Die Ehrfurcht vor dem „unblutigen Kreuzesopfer Jesu Christi“ war während des ganzen Gottesdienstes deutlich zu spüren, wo es in einer überfüllten Kirche plötzlich mucksmäuschenstill wurde und bei einem Lied wie „Heile, heile Gänsje“ den Menschen Tränen der Rührung in den Augen standen – auch in den Augen des Pfarrers. Nur, wer den Gottesdienst selbst mitgefeiert hat, kann sich darüber ein ausgewogenes Urteil erlauben.
Ich stehe auch weiterhin dazu: der Fastnachtsgottesdienst hat seine Berechtigung im Leben der Kirchengemeinde und wird auch weiter gefeiert werden! Und wenn ich dafür im Fegefeuer einst büßen muss (was ich zwar als Theologe nicht glaube, was aber die logische Konsequenz der Ausführungen des Leserbriefschreibers ist), dann nehme ich dies für die Flerschemer Fassenacht gerne in Kauf.
Sascha Jung, Pfarrer von St. Gallus
Kommentare