Hunde(schweine)rei

Leserbrief

So viel vorweg: Ich habe nichts gegen den besten Freund des Menschen, den Hund. Zeitungsberichten zufolge haben sich viele Leute in der Corona-Zeit einen Hund zugelegt – die Nachfrage ist so groß, dass die Preise für Welpen erheblich gestiegen sind. Die Sehnsucht nach der Gesellschaft eines Haustiers ist durchaus verständlich. Aber müssen es gleich so viele sein? In unserer Nachbarschaft haben die vier Bewohner eines Hauses vier Hunde. Im Umkreis von weniger als 100 Metern um unser Haus herum gibt es - in einer Wohngegend mit Ein- und Zweifamilienhäusern - zwölf Hunde.

Mit der zunehmenden Anzahl dieser Vierbeiner steigen auch deren Hinterlassenschaften auf Gehwegen, Grünflächen und an Wegrändern. Sowohl innerhalb als auch außerhalb von Ortschaften ist es fast nicht möglich, einen Spaziergang zu machen, ohne in Hundekot zu treten. So sahen wir uns beim Neujahrsausflug zu einem regelrechten Spießrutenlauf genötigt und wichen letztlich vom Bürgersteig auf die Straße aus. Auch und besonders für Kinder ist ein sorgloses Herumtoben im Freien auf Grünflächen nicht möglich – wie wir dieser Tage wiederholt an den Schuhen unserer Enkel feststellen mussten. Auf die gesundheitlichen Gefahren möchte ich hier gar nicht im Detail eingehen. Nur so viel sei gesagt: Eine Mitarbeiterin des Frankfurter Ordnungsamtes erklärte mir in diesem Zusammenhang kürzlich, dass die städtischen Angestellten beim Säubern der Grünanlagen Schutzanzüge tragen, um sich gegen den beim Mähen aufgewirbelten Hundekot zu schützen.

An die Pflicht der Hundebesitzer, die Hinterlassenschaften ihrer Haustiere in Tüten mitzunehmen und ordnungsgemäß zu entsorgen, hält sich offenbar kaum jemand: Das Aufsammeln der Fäkalien ist für den Hundehalter ja auch nicht gerade angenehm. Lieber entfernt man sich also unbemerkt und lässt andere in den Kot hineintreten. So bleibt dem Fußgänger nichts anderes übrig als den Blick konstant auf den Weg zu richten, um Hundehaufen auszuweichen.

In einigen Städten in Spanien und anderen europäischen Ländern drohen Hundehaltern hohe Strafen für dieses unverschämte Verhalten, denn mittels DNA-Vergleichs kann der Hund ermittelt werden. Die Kosten für dieses Verfahren muss der Besitzer zusammen mit der Strafe bezahlen. Auf diese Weise – und nur so – ließe sich diese Plage auch bei uns in den Griff bekommen.

Es ist also an der Zeit, dass die politisch Verantwortlichen im oben genannten Sinn etwas unternehmen. Denn: „Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des Anderen beginnt“ (Immanuel Kant).

Wie gesagt: Ich habe nichts gegen Hunde, aber ich ärgere mich über deren Eigentümer, die ihren Pflichten nicht nachkommen und andere in die Hinterlassenschaften ihrer Hunde treten lassen.

Monika Siebel

Marxheimer Str. 18, Weilbach

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