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Leserbrief Friedlich und sehr bewegend

Die Flörsheimer BUNDler Bernd Zürn, Cäcilia Habicht, Tanja Hoffman-Sabisch und Jürgen Krichbaum (von links) sitzen auf der Bank, die durch ganz Deutschland reisen soll. Auf ihr sollen Menschen Platz nehmen, die möglich wenig oder gar nicht fliegen.

Leserbrief

Montag, 11. November 2019. Kurz vor 18 Uhr. Ich stehe im Terminal 1 des Frankfurter Flughafens, umgeben von Hunderten Menschen aus der ganzen Region. Viele von ihnen tragen Transparente mit der Forderung nach weniger Fluglärm und weniger Luftschadstoffen.

Ich schließe kurz die Augen. Denke zurück an den 11. November 2011. An diesem Tag stand ich, gemeinsam mit Hunderten Anderen, in Flörsheim auf dem ehemaligen Hertie-Gelände.Wir erwarteten dort den Überflug der "Kanzler-Maschine", also das Flugzeug, mit dem Angela Merkel kommen und damit die neue Landebahn eröffnen sollte.

Ich trug ein geeichtes Lärmmessgerät. Damit sollte ich – im Auftrag der Bürgerinitiativen – den Fluglärm der ersten Flugzeuge messen. Ich musste mich sehr konzentrieren. Wegen des dichten Bodennebels und einer Sicht von weniger als 100 Metern waren ankommende Flieger nicht zu sehen. Plötzlich ein leises Rauschen aus dem Nebel. Mein Messgerät zeigt einen kaum erkennbaren Ausschlag. Plötzlich ein Schrei direkt neben mir: "Sie kimmt! Ebe kimmt se!" Folge: Mehr als 90 dBA auf meinem Messgerät. Natürlich war das keine verwertbare Angabe.

Doch zurück zum vergangenen Montag. Der Kabarettist Lars Reichow, Hauptredner der fast zweistündigen 300. Montagsdemo, las den Verantwortlichen kräftig die Leviten. Aber auch Lieschen Müller kam nicht ungeschoren davon: Saufgelage auf Malle, Shopping in London, im Januar eingeflogene Erdbeeren aus Kalifornien, alles vermeidbare Alltäglichkeiten, die uns und unserem Klima schweren Schaden zufügen.

Eine uniformierte Fastnachtskapelle aus Mainz sowie zwei Chöre bereicherten die beeindruckende, emotionale und friedliche Veranstaltung.

Bei dem anschließenden traditionellen Rundgang durch das Terminal zählte ich – wie immer – die Teilnehmer. Ich kam auf 1.034. Ein ebenfalls zählender Polizist sagte mir auf meine Nachfrage: "Rund 850." Groß war meine Überraschung, als dann auf HR-Info zwar meine Zahl angegeben wurde, die der Polizei aber mit nur "rund 550". Meine Rückfrage nach dieser Differenz bliebt bisher vom Hessischen Rundfunk unbeantwortet.

Bernd Zürn, Weilbach

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