Ganz im Sinne von Thomas Reinelt

Rosi Reinelt spendet aus der Werkstatt ihres Mannes an Ukraine-Hilfe

Foto: gus
Rosi Reinelt (MItte) stellte mit Hilfe von Freunden eine großes Spendenpaket für den Verein "Frankfurt for Ukraine" zusammen und verlud sie zum Abtransport. Gespendet wurden Arbeitsmaterialien aus der Werkstatt ihres verstorbenen Mannes Thomas Reinelt.
Rosi Reinelt (MItte) stellte mit Hilfe von Freunden eine großes Spendenpaket für den Verein "Frankfurt for Ukraine" zusammen und verlud sie zum Abtransport. Gespendet wurden Arbeitsmaterialien aus der Werkstatt ihres verstorbenen Mannes Thomas Reinelt.

gus

Im Haus in der Hauptstraße 55 erinnert bald vier Jahre nach dem Tod von Thomas Reinelt immer noch viel an das Werk und das Arbeiten des das Stadtbild prägenden Flörsheimer Künstlers. Die Werkzeuge für seine bildhauerischen Kunstwerke hat Ehefrau Rosi Reinelt nun – in der festen Überzeugung, dass diese Entscheidung ihrem Mann gefallen hätte – als Spende an den Verein „Frankfurt for Ukraine“ übergeben.

Freunde des Künstlers und der Familie Reinelt kamen am Wohnhaus zusammen, um bei Ausräumen und Verladen der Geräte und Werkzeuge zu helfen, die – weil Thomas Reinelt vornehmlich mit Metall als Werkstoff arbeitete – Schweißgeräte ebenso umfasst wie Hämmer und Zangen. Natürlich wurde dem Künstler bei der Zusammenkunft auch angemessen gedacht.

Es ist kein Zufall, dass Rosi Reinelt den Frankfurter Verein, der über „Hilfe mit Sachspenden“ die Menschen in der Ukraine unterstützen will, als Empfänger der Spende auswählte. Reinelt erinnerte daran, dass bei einer der ersten Ausstellungen ihres Mannes im Jahr 1974 “Der Schrei“ im Mittelpunkt stand, ein Objekt aus Granatsplitterfunden in der Eifel, die von einem Teil des zwischen 1936 und 1940 errichteten Westwalls zwischen Kleve und der Schweizer Grenze stammten.

Die allererste Ausstellung Thomas Reinelts zwei Jahre zuvor in der Flörsheimer Stadthalle war mit einem Zitat von Antoine de Saint-Exupéry überschrieben, das lautete: „Mensch sein heißt: Verantwortung fühlen, sich schämen beim Anblick der Not eines anderen, verantwortlich sind wir alle.“

Sie erinnerte auch an eine Rede des Künstlers, die er 1978 bei einer Ausstellungseröffnung in den Niederlanden gehalten hatte.

„Überschwemmt von Informationen der Massenmedien, verblendet vom vorgegaukelten Glanz einer 'heilen Welt´, im Gefühl der sicheren Entfernung vom schlimmsten aller Kriege, sind wir doch nur zu gern bereit auch gefühlsmäßig zu stagnieren. Dürfen wir es zulassen, dass Flüsse und Meere sterben, Landschaften Kultursteppen werden? Oder dürfen wir die Krankheit, den Tod und die größte Seuche der Menschheit, den Krieg, vergessen? Ich behaupte nein! In der Wahrnehmung, Interpretation und Darstellung dieser gemeinhin menschlichen und damit übernationalen Probleme sehe ich persönlich meine Aufgabe als bildender Künstler.“

Klare Belege, dass Rosi Reinelt mit der Unterstützung des Vereins im Sinne ihres Mannes gehandelt hat.

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