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Die Knaller der Kampagne

111 Jahre CVW: Aktive und Freunde des Carneval Vereins Weilbach lassen es so richtig krachen

Die „Proseccolerchen“ brachten die Narrenschar mit einem Bürosketch und diversen Partykrachern auf Hochtouren.
(Fotos: A. Noé)

WEILBACH (noe) – „Schießt Raketen in die Höh‘, 111 Jahr‘ CVW!“ Das Kampagnenmotto des Carneval Vereins Weilbach, der in diesem Jahr aufgrund der närrischen Zahlenkombination ein ganz besonderes Jubiläum feiert, ist Programm. So hatten die Weilbacher Narren bereits bei der großen Jubiläumssitzung, die am 26. Januar in der freilich voll besetzten Jahnturnhalle stattfand, ein närrisches Feuerwerk der Spitzenklasse abgebrannt – oder besser abbrennen lassen, da zur Abwechslung die Aktiven des CVW in den Reihen der Närrinnen und Narrhallesen Platz nehmen durften und Bühne und Bütt den etwa aus Mainz und sogar aus Flörsheim angereisten Gratulanten, darunter Jürgen „Ernst Lustig“ Wiesmann und Hans-Jürgen „Hoppes“ Greb, vorbehalten blieb.

Das närrische Vergnügen ging am 8. Februar an traditioneller CVW-Stätte, nämlich in der Reiterklause des Hof Ehrhardt, mit dem Kappenabend weiter. In Partykelleratmosphäre ließen es, dem Kampagnenmotto getreu, Aktive und Freunde des Carneval Vereins Weilbach so richtig krachen. Angesichts des flotten, abwechslungsreichen Programms und durch Speis und Trank vortrefflich gestärkt, störte sich die Narrenschar auch nicht an den geradezu tropischen Luft- und Temperaturverhältnissen. Im Gegenteil, sichtlich vergnügt ließen sich die Gäste von dem insgesamt vierzehn Punkte zählenden Programm unterhalten – und trugen, als vielköpfige Stimmungskanone, selbst aktiv zum Gelingen des Kappenabends bei. Die über drei Stunden Spaß und Schabernack, mit Unterbrechung durch eine zwei mal elfminütige Verschnaufpause an der frischen Luft, vergingen wie im Fluge.

Und darauf einen Schluck
„Heute schunkeln wir uns alle wund“, lautete die von Sitzungspräsident Thorsten Press ausgegebene Devise. Die passenden Schlager sowie Fastnachtslieder wurden von Thomas Schmidt musikalisch am Keyboard und am Akkordeon begleitet. Das gemeinsame Singen der Weilbacher Hymne war zweifelsohne einer der vielen Höhepunkte des Kappenabends. Insbesondere der Refrain des von Adi Bake komponierten und getexteten Weilbach Liedes ging den Närrinnen und Narrhallesen mit Wonne von den Lippen: „Bist du, mein Weilbach, heut auch noch so klein, du sollst mir alle Zeit die Heimat sein. Bin ich auch fern von dir, ich komm zurück, mein liebes Weilbach, du bist immerdar mein Glück.“

Zuvor war, wie es in Weilbach gute Tradition ist, der „Heilige Nepomuk“ (Heiko Dörhöfer) von seinem Sockel gestiegen, um das vergangene Jahr mit Scharfblick und Wortwitz Revue passieren zu lassen. Um seinen Sätzen Nachdruck und seiner Stimme neue Kraft zu verleihen, folgte während des Vortrags ab und an ein Schluck aus dem Äppelwoiglas, was von der Narrenschar mit der eingeschliffenen Formel „Und darauf einen Schluck, der Heilige St. Nepomuk!“ kommentiert wurde. Im Priestergewande las der Heilige unter anderem Donald Trump die Leviten: „Der Kerl gehört verhauen – für den ist Politik Business, ich zweifel an seiner geist‘gen Fitness.“ Mit Blick auf die Bürgermeisterwahl meinte Nepomuk knapp: „Der Bürger gab einem die Kante – danke, Ante.“ Dem amtierenden Bürgermeister übermittelte er aus der Ferne indes die besten Wünsche: „Lieber Bernd, ich dir die Daumen drück, für deine Arbeit brauchst du Glück.“ Der Heilige machte sich außerdem für die Umwandlung des alten Weilbacher Feuerwehrgerätehauses in ein Haus der Vereine stark – und verlangte von der Kommunalpolitik die nötige Portion Sturheit, um die Sache voranzubringen. Die Aktivitäten der GRKW wurden kritisch beäugt: „Dem Menschen wird es flau, denkt er an den Kiesabbau.“ Auch Derbes gehört, in mehr oder minder feinen Dosen verabreicht, zum Repertoire eines närrischen Protokollanten. Unter anderem bekamen die rauflustigen, aber bedauernswerten Kulane ihr Fett weg: „Ich sag es knapp: schnipp, schnapp, Eier ab.“ Nepomuks kurzweiliger Jahresrückblick endete schließlich mit einem sportlichen Ereignis, das insbesondere von den anwesenden Fans der SGE bejubelt wurde: „Es haute mich vom Hocker, die Eintracht gewann den Pokal ganz locker!“

Die Solisten Gitta Schröder und Michael Streubel, berichteten als „Lisbeth“ beziehungsweise „suchender Bauer“ von ihren lustigen, letztlich aber erfolglosen Anstrengungen, den Partner für‘s Leben zu finden – was insofern tragisch war, da sie als voneinander getrennte Nummern im Programm nie die Chance hatten, einander kennenzulernen. Zwischendurch hatten nämlich die „Proseccolerchen“ (Petra Graile, Stephanie Fasel, Eva Tietze, Kai Maxeiner, Sven Press, Thorsten Press, Susanne Graile, Heiko Dörhöfer und Gerold Schmidt) ihren Auftritt. Die vor fünf Jahren gegründete und ausschließlich aus CVW-Vorstandsmitgliedern bestehende Formation brachte die Partygemeinde mit einem Bürosketch, in den Kracher wie „Cordula Grün“ oder „Wie heißt die Mutter von Niki Lauda?“ (und jetzt alle: „Mama Laudaaa“) eingebettet waren, auf Hochtouren.

Im närrischen Sinne völlig aus der Fassung geriet die Narrhalla bei der mit Fug und Recht als spektakulär zu bezeichnenden Darbietung der CVW Tanzgruppe. Das ausschließlich aus Männern bestehende Ballett, vortrefflich trainiert von Sabrina Lauck, zeigte unter dem Motto „Vive la France“ allen Tanzmuffeln dies- und jenseits der Vogesen, was eine Harke ist. Ralf Fasel, Jens Romeiser, Christian Marienfeld, Tobias Lauck, Stefan Thaler, Thorsten Press und Michael Walther gaben alles. Flankiert von hämmernden Bässen und französischem Liedgut aus der aktuellen Dancefloordekade durften sich die wackeren und erstaunlich geschmeidigen Mannsbilder selbstverständlich nicht ohne eine Zugabe verabschieden.

Überaus unterhaltsam
Und auch die zweite Hälfte des bereits zu diesem Zeitpunkt ganz und gar gelungenen Kappenabends hatte es in sich: Kurt Nüchter und Helga Stöhr lieferten sich als Ehepaar einen unerbittlichen, aber urkomischen Schlagabtausch, Andre Wittich als „Giggel“ plauderte aus dem Nähkästchen eines virilen Hühnerstallinsassen, Metzgermeister Sven Press nahm jedem singenden und blödelnden TV-Profi mit seiner Nummer locker die Worschd vom Brot, während Rosi Adler einen humorigen Einblick in das zum Teil haarsträubende Leben eines Funkenmariechens gewährte.

Auch die FNC-Tanzgruppe „Fun Factory“ war beim Kappenabend mit von der Partie, die jungen Damen aus Flörsheim hatten ihre Zeitmaschine mitgebracht und jene auf die 60er, 70er und 80er Jahre programmiert. Das große, gemeinsame Finale mit den Proseccolerchen bildete den Abschluss des überaus unterhaltsamen Kappenabends in der Reiterklause. Im CVW-Lied, das im Laufe des Programms gemeinsam gesungen wurde, heißt es: „Wo ist die Stimmung riesengroß? Nur beim CVW!“ In der Tat: die Aktiven des Carneval Vereins Weilbach bewiesen im 111. Jubiläumsjahr, dass sie die Knaller der Kampagne sind!

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