Seit Jahrzehnten widmet sich Annie Ernaux der Frage, wie Erinnerung, Scham, Begehren und soziale Herkunft das Leben formen. Sie schrieb über 20 Bücher, die oft autobiographische Züge haben.
Doch bei Ernaux geht es nie nur um das Ich: „Ich bin nicht jemand, der Geschichten erfindet. Ich suche nach einem kollektiven Sinn im Persönlichen“, sagte sie einmal. Mit unverblümter Ehrlichkeit verwebt sie das Private mit der Geschichte ihrer Zeit – und macht so aus individuellen Erinnerungen das Spiegelbild einer ganzen Gesellschaft.
In ihrem Buch „Die Jahre“ schreibt sie eine unpersönliche Autobiographie des bewegten 20. Jahrhunderts; von 1941 bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts. Anhand von Fotografien, Erinnerungen, Aufzeichnungen und Worten vergegenwärtigt Annie Ernaux die Jahre, die vergangen sind. Sie schreibt ihr Leben – unser Leben, das Leben unverblümt mit schonungsloser Offenheit „Die Jahre“ erschien erstmals 2008 und wurde 2016 ins Deutsche übersetzt.
In „Die Jahre“ schildert Annie Ernaux ihr Leben von der Kindheit in der Nachkriegszeit über Studium, Beruf, Ehe, Mutterschaft und Feminismus bis hin zu gesellschaftlichen Umbrüchen wie der Algerienkrise, dem Jahr 1968, De Gaulle, Frankreich unter Mitterand und den Folgen der Globalisierung sowie dem eigenen Altern. Die Lesung konzentriert sich auf einige interessante und auch amouröse Themen. Dabei soll deutlich werden, warum sie 2022 den Nobelpreis für Literatur erhielt.
Die Lesung beginnt am Sonntag 20. September, um 18 Uhr im Hochzeitszimmer der Taverna Tichero, Anmeldung an wagner-christmann[at]gmx[dot]de oder WhatsApp 0175-1634020
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