„So möchte ich mit 100 Jahren auch aussehen“, schmunzelte Pfarrer Lomberg zu Beginn dieses Festgottesdienstes auf den Chor seiner Kirchengemeinde deutend. Nicht nur damit kam zum Ausdruck, mit welcher Sympathie man dem Chor in St. Martinus in Hattersheim verbunden ist, immer wieder während des gesamten Pfingstgottesdienstes fand der Pfarrer Parallelen zwischen Kirche und Chorgesang. Auf die große Bedeutung des heute vielfach nur noch als „willkommenes Ausflugsfest“ gefeierte Pfingstfest als eigentliches „Geburtsfest“ der Kirche hinweisend, stellte er fest: „Ich bin froh, dass der Chor sein Jubiläum gerade an Pfingsten – einem der kirchlichen Feste, an denen die Kirche nicht überfüllt ist – feiert, gerade in der engagierten Chormusik kommt etwas davon herüber, wie man für Kirche Begeisterung empfinden kann.“ Und das war für die Gemeinde durchaus auch zu hören – der Chor erfreute sie während des Gottesdienstes begeistert und stimmgewaltig mit Kompositionen von Rutter, Mozart und Georg Friedrich Händel, wieder einmal exzellent begleitet vom Kammerorchester Collegium Musicum Frankfurt, Chor und Orchester wurden souverän geführt vom Dirigenten Jens-Uwe Schunk. Pfarrer Lomberg wies auch darauf hin, welche wichtige eigene Rolle gerade die Kirchenmusik dabei spielt, wenn die Kirche ihrem Auftrag, nach dem Sprachwunder an Pfingsten an die Öffentlichkeit zu treten und den christlichen Glauben in der Welt zu verkünden, nachkommt. Auch seien „Chor und Dirigent“ gewissermaßen ein „Bild“ für Kirche, findet Pfarrer Lomberg: „In beiden hat jede Stimme ihre eigene Stimmlage und eigene Bedeutung, aber nur im Zusammenklang wird ein harmonisches und vielstimmiges Ganzes daraus.“ Selbstverständlich wurde der Chor mit seinen jetzigen und ehemaligen Mitgliedern an diesem Festtag von der Gemeinde auch ausdrücklich in ihr Gebet aufgenommen. Zum Abschluss nahm Pfarrer Lomberg noch einmal den Faden zum „100-jährigen Geburtstag“ auf, indem er die Frage in den Raum stellte: „Was schenkt man einem 100-Jährigen, der schon alles hat und nichts besonderes braucht? Da wird immer geraten: Geld! Und das täte unserem Kirchenchor auch gut, die Gestaltung so eines Jubiläums ist teuer, wer dem Chor also etwas zum Geburtstag schenken möchte, ist sicher sehr willkommen.“
Am Ende des Festgottesdienstes am Pfingstsonntag erhob sich die Gemeinde und spendete dem Chor und auch dem Collegium Musicum Frankfurt zunächst aber einmal einen lang anhaltenden, begeisterten und herzlichen Applaus als Dank für die Gestaltung dieses Gottesdienstes „zu unserer Freude und auch zur Freude Gottes“.
Der nächste Punkt im Fest-Programm des Chores ist am Samstag, 2. Juni, ein Festabend mit Jubilar-Ehrung im Gemeindezentrum St. Barbara in Hattersheim.

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