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50 Jahre DRK in Hattersheim

Rotkreuz-Ortsvereinigung feiert ihr Jubiläum mit Festkommers und vielen Gästen

Eine stolze Anzahl langjähriger Jubilare bis hin zu Gründungsmitgliedern konnte anlässlich des Jubiläums des Hattersheimer DRK geehrt werden.
(Fotos: A. Kreusch)

HATTERSHEIM (ak) – Als im Februar 1967 die Einwohnerzahl Hattersheims die 9000er-Grenze überschritten hatte, war für den damaligen Bürgermeister Norbert Winterstein eines klar: Die Gemeinde braucht eine „eigene“ Ortsgruppe des Deutschen Roten Kreuzes – und bereits am 11. Mai des gleichen Jahres trafen sich 36 der 80 Hattersheimer, die diese Idee aktiv, aber auch passiv unterstützen wollten, in der Gaststätte „Zur Neuen Post“ in der damaligen Okrifteler Straße (heute Untertorstraße). Auch damals bei der Gründungssitzung waren vom Vize-Landespräsidenten über verschiedene Kreisfunktionäre bis zum Vertreter des Okrifteler DRK-Ortsvereins viele Prominente zu begrüßen. In den ersten Vorstand der DRK-Ortsvereinigung Hattersheim wurden Renate Winterstein als Erste Vorsitzende, Wilhelm Schmidt als Zweiter Vorsitzender, Friedrich Marc als Kassierer, Helmut Reppermund als Geschäftsführer und Heinz Zahn sowie Christa Radinger als Beisitzer berufen. Dies und viele andere interessante Tatsachen aus der nun 50-jährigen Geschichte des Hattersheimer DRK kann man in der ausführlich und ansprechend gestalteten Festschrift der Ortsvereinigung nachlesen, die anlässlich des Jubiläums herausgegeben wurde.

Am Samstag, 13. Mai, freute sich der Erste Vorsitzende Carsten Miehlnickel ganz besonders, unter den zahlreichen Gästen des Festkommers in den Räumen des DRK und der Freiwilligen Feuerwehr Hattersheim nicht nur wieder viele Honoratioren aus Politik und DRK sowie Kameraden aus anderen Ortsvereinigungen, sondern auch noch einige Gründungsmitglieder begrüßen zu können. 
Miehlnickel, der selbst auch schon bald 30 Jahre der Ortsvereinigung Hattersheim angehört, hob in seiner Begrüßungsansprache hervor, dass seit Gründung des Ortsvereines von den Mitgliedern insgesamt 261.561 Dienststunden geleistet wurden. „Das heißt, dass hier ehrenamtlich und in der Freizeit etwa 30 Jahre durchgearbeitet wurde – wenn man alle Stunden mal aneinander reiht“, machte er deutlich und bedankte sich dafür bei allen Aktiven, die in der Vergangenheit und noch heute etwa bei Bränden, bei Überschwemmungen, beim Fastnachtsumzug, bei den Klassikertagen, bei Fußballspielen im Stadion, in der Flüchtlingshilfe, bei Staus auf der A3 („Das können wir im Winter mit warmen Getränken genauso wie im Sommer mit kühlen Getränken!“) oder auch bei den Blutspende-Terminen Dienst taten und noch weiter tun. 

„Insgesamt haben wir es in Hattersheim geschafft, immer eine stabile Leistung abzuliefern, oft gemeinsam in guter Zusammenarbeit mit der Feuerwehr, anderen Ortsvereinigungen oder dem Kreisverband“, stellte Miehlnickel fest. „Aber auch den Fördermitgliedern haben wir einiges zu verdanken, durch ihre Finanzierung wurde vieles möglich gemacht, sei es an Ausbildung oder an Ausrüstung für die Ortsvereinigung Hattersheim“, ergänzte er zufrieden. 

Wie es in den Anfangszeiten des DRK Hattersheim damit bestellt war, machte er an zwei Beispielen deutlich, die im Nachhinein betrachtet für Heiterkeit sorgten. „1971 hat unsere Ortsvereinigung ihr erstes Fahrzeug bekommen: einen Hänger, der heute noch manchmal benutzt wird. Der Startschuss für unsere Betreuung wurde in den 70-er Jahren mit einem Zelt für 20 Personen, einigen Wolldecken und einem Gaskocher gegeben – heute sind wir natürlich viel besser ausgerüstet und Teil des DRK-Bereitschaftszuges“, erzählte der Erste Vorsitzende. Auch seine Erinnerungen an die „Stille Alarmierung“ Ende der 70er-Jahre löste allgemeines Schmunzeln aus. „Da sind wir manchmal noch nachts, wenn die Sirene ging, aufgesprungen und dann bei minus 12 Grad mit dem Fahrrad zur Wache gefahren“, berichtete Miehlnickel aus der Vergangenheit. Da er selbst auch zunächst dem Jugendrotkreuz (JRK) beigetreten sei und von den Gemeinschaftsaktivitäten wie Zelten, Nachtübungen oder auch mal Skifahren heute noch „stark geprägt“ sei, begrüßte es Miehlnickel, dass auch heute wieder in Hattersheim ein JRK aufgebaut wurde. „Das JRK ist unser Weg nach vorne, damit gehen wir für die Zukunft in die richtige Richtung“, meint der Erste Vorsitzende im Hinblick auf die weitere Erfolgsgeschichte der „tollen Gemeinschaft DRK OV Hattersheim.“

In Vertretung von Landrat Michael Cyriax überbrachte der Erste Kreisbeigeordnete des Main-Taunus-Kreises, Wolfgang Kollmeier, die Danksagung und die Glückwünsche des Kreises für „50 Jahre tolle geleistete Dienste“ an das DRK Hattersheim. Er erinnerte unter anderem an den Einsatz bei der Elbeflut vor wenigen Jahren. „Wir haben die Sandsäcke im Fernsehen gesehen – ihr habt sie dort geschleppt und dafür Urlaub genommen“, machte Kollmeier den gar nicht selbstverständlichen Hilfseinsatz für andere klar, stellte dem aber auch gegenüber: „Im Gegensatz dazu sind die Einsätze bei der Eintracht doch die reine Freude – oder auch, wenn Ihr bei einem Volksfest einem Kind ein Pflaster aufkleben und es so wieder trösten könnt, dabei macht dann Euer Einsatz, Euer ‚Dienst am Menschen‘ sicher auch viel Spaß.“ Als Jubiläumsgeschenk des Main-Taunus-Kreises kündigte er für Oktober die Überweisung eines „größeren Betrages“ an die DRK OV Hattersheim an.

Auch Hattersheims Erster Stadtrat Karl Heinz Spengler war beim Festkommers zu Gast, er sprach dem DRK Hattersheim im Namen der Stadt Dank, Respekt und Anerkennung für seine Arbeit in den letzten 50 Jahren aus und erinnerte daran, dass die Aktiven des DRK „egal wann, egal wo“ da seien, um zu helfen. „Wir brauchen sie nötiger denn je, wir brauchen sie auch die nächsten 50 Jahre!“, ist sich Spengler sicher.
Für den DRK Landesverband Hessen überbrachte dessen Präsident Norbert Södler die Jubiläumsglückwünsche an die Hattersheimer Ortsvereinigung. Södler rief in Erinnerung, dass bei der Gründung des heute „weltumspannenden“ DRK nicht nur Henry Dunant, sondern auch ein Chirurg aus Hanau, Louis Appia, wesentlich beteiligt war. Inzwischen hat das DRK allein in Hessen neben vielen ehrenamtlichen Mitgliedern auch 7.000 hauptamtlich Beschäftigte. „Das ist also keine ganz so kleine Firma im Land“, stellte Södler schmunzelnd fest. So würden vom DRK alleine pro Werktag 1000 Blutspenden an Kliniken geliefert, das sind rund 300.000 Blutkonserven im Jahr. „Und wenn man das nachrechnet: Jeder ehrenamtliche Helfer muss pro Blutspende eine Stunde seiner Freizeit opfern“, führte er vor Augen. „Alles in allem können wir stolz sein auf unsere Arbeit“, bekräftigte Södler, der einen Jubiläumsscheck mitgebracht hatte: Pro Jahr ein Euro wird dem DRK Hattersheim dafür gutgeschrieben.

Tobias Heller, Kreisbereitschaftsleiter des DRK im Main-Taunus-Kreis, machte deutlich, dass die Ortsvereinigung Hattersheim ihre Arbeit nun schon zwei Generationen lang macht. „Und jetzt habt ihr geschafft, dass in eurem JRK schon die dritte Generation anfängt – das ist eine tolle Leistung“, lobte er dafür gerne.

DRK Kreisgeschäftsführer Stephan Racky stand nicht im DRK-Ausgehanzug, sondern im weißen Einsatz-Polohemd am Rednerpult, er kam direkt vom Einsatzdienst. Er sprach auch im Namen des DRK-Kreisvorsitzenden Jörg Blau den Hattersheimern einen großen Dank aus, eine Urkunde hatte er ebenfalls für die Ortsvereinigung mitgebracht.

Mitgliederehrung
Mehr als fünfzig langjährige Mitglieder wurden bei der DRK Ortsvereinigung Hattersheim anlässlich der Feier ihres 50-jährigen Jubiläums geehrt, viele von ihnen nahmen ihre Urkunden und Ehrennadeln persönlich entgegen, anderen wird die Ehrung bei nächster Gelegenheit nachgereicht.

So sind – neben 20 anderen Mitgliedern – Reinhard Langer, Siegfried Jaspert und Frank Bressau für 25-jährige Mitgliedschaft geehrt worden, ihnen übergab Landesvorsitzender Norbert Södler persönlich eine Urkunde und eine silberne Ehrennadel.
Ludwig Böhm und Ralf Meik (und fünf weitere Mitglieder) sind schon seit 40 Jahren Mitglieder im DRK Hattersheim, auch sie bekamen von Södler eine Urkunde und eine Ehrennadel überreicht.

Schon ganze 50 Jahre sind (neben 5 weiteren) Horst Arnold, Anna Luise Müller, Katharina Keidl, Adam Mayer, Gert-Dieter Schneider, Hans Schuch und Eva Saremba in der Ortsvereinigung Hattersheim. Ihre Urkunden hatte sogar DRK-Bundespräsident Dr. Rudolf Seiters unterschrieben, sie bekamen eine Goldene Ehrennadel überreicht.

Insgesamt zwölf der Gründungsmitglieder des DRK Hattersheim sind noch heute ihrer Ortsvereinigung treu: Siegfried Kalisch, Helga Leps, Hans Pfannkuchen, Christa Schmutzler und der Vorsitzende des Turnvereins Hattersheim, Bernhard Weber (der TVH war als Verein an der Gründung beteiligt), waren gerne zur Jubiläumsfeier gekommen, um von Landesverbandspräsident Norbert Södler Urkunden und Ehrennadeln sowie von Carsten Miehlnickel ebenfalls Urkunden und die Henry Dunant-Medaille entgegenzunehmen. 
Bernhard Weber vom TVH bedankte sich bei dieser Gelegenheit mit einem Scheck über 500 Euro beim DRK Hattersheim für „die vielen Stunden Sanitätsdienst bei Spielen des TVH“.

Sichtlich sehr angetan war auch der Erste Vorsitzende Carsten Miehlnickel angesichts der langen Liste von Ehrungen, die an diesem Tag ausgesprochen werden konnten. „Wenn das mit der Motivation in unserer Ortsvereinigung so weitergeht, dann werden wir auch noch die 100 Jahre miteinander feiern können“, erklärte er stolz, bevor er sich bei allen Helfern, die an der Gestaltung der Feier beteiligt waren, herzlich bedankte und alle Gäste noch zum Verweilen und gemeinsamen Weiterfeiern bei Geburtstagstorte und den berühmten Schnittchen einlud. 

Einige Vertreter anderer Vereine ließen es sich nicht nehmen, noch Grußworte zu sprechen und Geschenke zu übergeben. So erinnerte der Vorsitzende der Freiwilligen Feuerwehr Hattersheim, Markus Stöhr, nicht nur an viele erfolgreiche, gemeinsame Einsätze mit der DRK Hattersheim, sondern auch an „viele schöne Vatertage und viele schöne Abende an der Sektbar“. Er hatte einen „dicken“ Scheck für die Kollegen vom DRK mitgebracht: „Hier ist der Überweisungsträger für 1500 Euro schon hinten drauf – das Geld ist am Montag auf Eurem Konto“, kündigte er strahlend an. Carsten Miehlnickel bedankte sich sehr, er wusste auch schon zu berichten, für was die Summe verwandt werden soll: „Wir wollen einen Defibrillator anschaffen, da kommt uns das sehr gelegen!“

Auch Manfred Göttlicher, Vorsitzender des DRK Okriftel, welches schon vor 50 Jahren „Starthilfe“ bei der Gründung des Hattersheimer DRK geleistet hatte, lobte seine Hattersheimer Kollegen: „Da habt ihr was tolles aufgebaut und viele junge Leute gewinnen können“, meinte Göttlicher bei seiner Gratulation.

Die Chorgemeinschaft Hattersheim ist mit der Ortsvereinigung seit vielen Jahren besonders verbunden, man hilft sich gegenseitig. Daran erinnerte Co-Vorsitzender Jürgen Roth bei seinen Gruß- und Dankesworten, auch die Chorgemeinschaft hatte ein Geschenk mitgebracht.

In weiteren kurzen Ansprachen und mit weiteren Geschenken bedankten sich ebenso ein Beauftragter des Kreisverbandes des Malteser Hilfsdienstes, Vertreter verschiedener DRK Ortsvereinigungen aus der Region und auch Stadtbrandinspektor David Tisold für die gute Zusammenarbeit in den letzten Jahren.

Für alle Gäste des Festkommers hielt die DRK OV Hattersheim eine kleine Geschenk- und Erinnerungstüte für den Heimweg bereit: Ein Vesperbrettchen, ein DRK-„Geripptes“ und ein Fläschchen „Gespritzter“ machten zusammen mit der Festschrift noch einmal die Verbundenheit des DRK Hattersheim mit seiner Stadt und der Region deutlich.

 

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