Altmünstermühle begeistert mit vielfältigem Programmangebot

Kreativmarkt der Holzwürmer in der Adventszeit.
Kreativmarkt der Holzwürmer in der Adventszeit.

hb

In der Begegnungsstätte Altmünstermühle haben im Jahr 2025 insgesamt 36 regelmäßige Gruppen sowie 34 Veranstaltungen und Ausflüge stattgefunden. Die Tagesausflüge haben sich wieder fest integriert und werden stark nachgefragt. Es fanden auch gemeinsame Aktionen innerhalb der beiden Bereiche der Altmünstermühle (Begegnungsstätte und Seniorenberatung) statt, zum Beispiel ein Sommerfest und ein Filmabend.

Die in 2024 neu aufgebaute Sitzgymnastik ist inzwischen fester Bestandteil und erfreut sich großer Beliebtheit. Der Bereich Wandern konnte durch neue Mitglieder und verschiedene Umstrukturierungen neu aufgebaut werden. (Die zunächst geplanten zwei Wandergruppen mit unterschiedlichen Distanzen sind im Verlauf fusioniert. Es hat sich gezeigt, dass sich eine gemeinsame Gruppe förderlich auf den Zusammenhalt und die Gemeinschaft auswirkt.) Darüber hinaus wurde eine Gruppe für gestalterische Holzarbeiten aufgebaut, welche ihre Werke bereits beim gruppeninternen Sommerfest ausstellen konnte. Zusätzlich zu den neugegründeten Gruppen konnten in bereits bestehenden Gruppen ebenfalls neue Mitglieder gewonnen werden.

Viele Veranstaltungen und Kooperationen aus 2024 werden nun regelmäßig angeboten. Gestartet wurde 2025 mit einer Kooperationsveranstaltung mit dem VdK Hattersheim zum Thema „Barrierefreier Wohnungsumbau und Fördermöglichkeiten“. Vorträge mit informativem Charakter zu wichtigen Themen stoßen bei den Seniorinnen und Senioren stets auf reges Interesse. Im Jahresverlauf folgten Bildervorträge, Informationsveranstaltungen, Schulungen (zum Beispiel die Schulung „Mobil mit Rollator im ÖPNV“ in Kooperation mit der MTV und der DB Regio) und Workshops. Aber auch Spielenachmittage, Theateraufführungen, gemeinsames Singen, offene Bandproben sowie der inzwischen regelmäßig stattfindende Senioren-Tanz in Kooperation mit dem HEO Familien- und Begegnungszentrum gehörten zum Repertoire. Die Kreativworkshops unter Anleitung einer Floristin zu jahreszeitlichen Themen sind inzwischen ebenfalls fester Bestandteil des Programms geworden, sodass regelmäßig zu Ostern und zur Adventszeit ein Workshop veranstaltet wird.

Der traditionelle Kreativmarkt der Holzwürmer - ebenfalls zu Ostern und zur Adventszeit – wird nun regelmäßig gemeinsam von der Kreativgruppe und den Holzwürmern organisiert. Das diesjährige Sommerfest der Gruppen wurde wieder gut angenommen. Neben der bereits erwähnten Ausstellung der neuen Holzgruppe, gab es eine Ausstellung der Aquarellgruppen sowie Auftritte der Schallack Senioren-Band, der Jazzband „The Mellowtone Swingtett“ und der Theater-Gruppe.

Weiterhin konnte sich der Aktiv-Treff, der als gruppenübergreifendes Netzwerk dient, fest etablieren. Neben unterschiedlichen Aktivitäten, wie gemeinsame Theaterbesuche, Ausflüge, Spielerunden etc. gibt es einen monatlichen Stammtisch in einem wechselnden Hattersheimer Lokal. Durch die Unterstützung und die Treffen in der Altmünstermühle sowie dem regelmäßig stattfindenden Stammtisch ist die Kontaktaufnahme unter Gleichgesinnten niedrigschwellig möglich.

Digitaler Stützpunkt in Hattersheim

Der 2024 ins Leben gerufene digitale Workshop im Nachgang des digitalen Vortrags hat sich inzwischen fest etabliert. Zusätzlich zu den offenen Sprechstunden bietet er einmal monatlich die Möglichkeit, gezielt Themen aus dem Vortrag noch einmal praktisch zu erproben. Hierbei bekommen die Seniorinnen und Senioren die gewohnte fachkundige Anleitung sowie die nötige Hilfestellung, um die Themen vertiefen zu können. Die digitalen Vorträge wie auch der digitale Workshop erfordern im Gegensatz zur offenen Sprechstunde eine Anmeldung und sind aufgrund der hohen Nachfrage regelmäßig ausgebucht.

Auch die Gruppenangebote der Seniorenberatung haben ebenfalls eine große Nachfrage zu verzeichnen. Das in 2024 gestartete Angebot „Café Auszeit“ ist inzwischen ein fester Bestandteil. Es gibt pflegenden Angehörigen einmal im Monat die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen über ihre oft belastende Situation auszutauschen, sich gegenseitig zu stärken und zu entlasten. Das neue Angebot ist niedrigschwellig, eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.

Das Angebot des „Rede Raums“ ist im Sommer 2024 erstmals bekannt gemacht worden und wurde inzwischen bereits von Seniorinnen und Senioren wahrgenommen. Er ist gedacht für Menschen ab 60 Jahren, die für sich eine Möglichkeit suchen, über ihre persönlichen Probleme und Nöte zu sprechen. Themen wie Einsamkeit, fehlende Kontakte, Suche nach Orientierung und Wünsche nach einer Veränderung können hier in einem geschützten Rahmen angesprochen werden. Von diesem speziellen und individuellen Angebot profitieren die Klientinnen und Klienten in besonderem Maße. Damit noch mehr Seniorinnen und Senioren erreicht werden können, soll das Gesprächsangebot noch weiter bekannt gemacht werden.

Die festen Gruppenangebote „Plaudertreff“ und „Gemeinsamer Mittagstisch“ erfreuen sich weiterhin großer Beliebtheit. Die Nachfrage ist in diesem Jahr weiter angestiegen und erreicht bald die räumlichen und personellen Kapazitätsgrenzen. Die Termine gehören fest zum Alltag vieler Seniorinnen und Senioren und unterstützen das Bedürfnis nach Geselligkeit und Gemeinschaft.

Einen entscheidenden Beitrag leisten die ehrenamtlich Tätigen, die in beiden oben genannten Gruppen tatkräftig mithelfen und sich um das Wohl der Gäste kümmern. Die Zusammenarbeit mit dem neuen Fahrdienst für den Plaudertreff hat sich gut eingespielt und wird von den Seniorinnen und Senioren stark nachgefragt. Der Wunsch, zu Veranstaltungen in der Altmünstermühle gefahren zu werden, steigt insgesamt weiter an.

Dies ist dem zunehmenden Lebensalter und der oft damit einhergehenden Mobilitätseinschränkung geschuldet. Die Stadt Hattersheim finanziert das Fahrdienstangebot, das derzeit über ein Hattersheimer Taxiunternehmen erbracht wird. Die Seniorinnen und Senioren leisten einen kleinen Eigenbeitrag dazu.

Die Nachbarschaftshilfe „LeNa – Lebendige Nachbarschaft Hattersheim“ bietet für ältere, meist alleinstehende Menschen in kurzfristigen Notlagen eine tatkräftige Unterstützung an. So gibt es Fahrdienste, Einkaufshilfen, Begleitungen zum Arzt oder zu Behörden, regelmäßige Besuchsdienste im Seniorenheim oder in der eigenen Wohnung. Das Team besteht derzeit aus 16 Aktiven, dies sind Männer und Frauen im Alter zwischen 63 und 75 Jahren.

Die Ehrenamtlichen treffen sich drei- bis vier Mal jährlich zum Austausch. Sie werden fachlich begleitet von Frau Jürgens und Herrn Leichtfuß. Diese nehmen die Anfragen entgegen, organisieren die Erstgespräche zum gegenseitigen Kennenlernen und stehen bei Fragen oder Schwierigkeiten zur Verfügung. Die Mitarbeit im Team ist offen und flexibel gestaltet und richtet sich nach den Interessen und der Verfügbarkeit der Aktiven.

Die Kernaufgabe der Seniorenberatungsstelle bleibt die fachliche Beratung in allen Fragen rund ums das Älterwerden einschließlich der aufsuchenden Beratung.

Sie hat nach 15 Jahren Tätigkeit einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht und verzeichnete eine gleichbleibend hohe Nachfrage. Die Zahl der Erstkontakte, d. h. der Menschen, die bisher noch keinen Kontakt hatten, blieb in diesem Jahr so hoch wie im Vorjahr. Es waren überwiegend die Betroffen selbst, die um Hilfe nachsuchten, gefolgt von den Anfragen der Angehörigen.

Geschah die Kontaktaufnahme aufgrund von Hinweisen durch Nachbarn, des Gesundheitsamtes, der Wohnungsbaugesellschaft, der Polizei oder Krankenhaussozialdienste, lagen meist komplexe Problemlagen vor, die eine längere, intensive Unterstützung und Begleitung notwendig machten. Nicht immer war es möglich, diese in eine gesetzliche Betreuung zu überführen, sodass bei einigen Klienten die Unterstützung besonders in Behördenangelegenheiten oft über einen langen Zeitraum besteht.

Die Anzahl der Kontakte insgesamt nahm weiter leicht zu. Die meisten Beratungsgespräche fanden im Büro oder am Telefon statt. Hausbesuche oder Gespräche in Krisensituationen wurden nach Bedarf oder auf Wunsch durchgeführt. Sie sind zeitlich erheblich aufwändiger als Gespräche im Büro und binden somit mehr zeitliche Ressourcen der Mitarbeitenden.

Hilfebedarfe wurden teilweise auch bei Gruppenveranstaltungen geäußert. Es zeigt sich immer wieder, dass die Seniorinnen und Senioren von der engen Vernetzung der verschiedenen Angebote unter einem Dach profitieren. Die Mitarbeitenden sind in der Regel immer ansprechbar und bemüht, zeitnah den geäußerten Bedürfnissen entgegenzukommen.

Die Zahl der Hausbesuche ist 2025 gegenüber dem Vorjahr konstant geblieben. Ein Aufsuchen der Beratungsstelle war besonders für Menschen mit einer Gehbehinderung, mit einer psychischen Erkrankung oder Personen in finanziellen Notlagen schwierig. Hausbesuche erfordern zwar einen höheren Zeitaufwand, sind aber oft sehr zielführend, um sich ein umfassendes Bild von der Lebenssituation machen zu können oder schlicht, um überhaupt einen persönlichen Kontakt zu ermöglichen.

Die Beratungsarbeit ist sehr gut im Rahmen von Arbeitsgemeinschaften in Hattersheim sowie auf Kreisebene vernetzt. Es erfolgte ein regelmäßiger Austausch zu Fachthemen sowie Fallbesprechungen.

Im November feierte die Seniorenberatungsstelle ihr 15-jähriges Bestehen mit einer gut besuchten Veranstaltung im Hattersheimer Stadtmuseum.

Ausblick

Bedingt durch den Fachkräftemangel im sozialen Bereich wird zukünftig dem Ehrenamt eine wachsende Bedeutung zukommen. In der Altmünstermühle gibt es bereits ein hohes ehrenamtliches Engagement, das für eine geplante Ausweitung von Angeboten unverzichtbar ist.

Für 2026 gibt es bereits Planungen für neue Gruppenangebote. Aufgrund der hohen Nachfrage soll 2026 eine weitere Gruppe für Holzarbeiten in der Holzwerkstatt aufgebaut werden. Zudem ist eine gemeinsame Veranstaltung zum Thema „Demenz erfahren“ vorgesehen, mit Unterstützung der Fachstelle Demenz.

Ebenso gibt es Überlegungen, eine Französisch-Gruppe, zunächst zeitlich begrenzt, zu implementieren. Im Bereich der Veranstaltungen sollen die regelmäßigen Veranstaltungen weiter gefestigt werden sowie alte Traditionen, wie der gemeinsame Besuch des Wäldchesfestes in Okriftel, in 2026 wiederaufgenommen werden. Die neuen Formate Café Auszeit und Rede Raum werden ebenfalls weiter beworben und der Öffentlichkeit bekannt gemacht. Ziel ist es, diese Angebote fest zu etablieren.

Die Förderung von Fahrdienstangeboten ist wichtig, um einem wachsenden Anteil an eingeschränkten älteren Menschen die Teilhabe an und den niedrigschwelligen Zugang zu gemeinschaftsfördernden Angeboten zu ermöglichen.

Eine kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit, zunehmend auch innerhalb der digitalen Medien ist unumgänglich, um stetig auf die vorhandenen Angebote aufmerksam zu machen.

Eine tragfähige Netzwerksarbeit innerhalb Hattersheims und des gesamten Main-Taunus-Kreises hat weiterhin Priorität. Nur so können Menschen in das für sie passende Hilfeangebot vermittelt werden.

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