“Back to the Roots”

42. Eddersheimer Fischerfest am letzten Wochenende / Wilhelm Britsch zum Ehrenmitglied des Vereinsrings ernannt

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“Herzliches Gude”, so begrüßte Marco Ehresmann, der Erste Vorsitzende des Vereinsrings Eddersheim, am vergangenen Freitag die zahlreichen Gäste. Der Zweite Vorsitzende, Tim Liebscher, fügte hinzu: „Alle haben das letzte Fest noch lebhaft in den Knochen und in den Herzen.“ In der Tat ist das letzte Eddersheimer Fischerfest, mit dem 880 Jahre Eddersheim gefeiert wurde, noch sehr gut in Erinnerung. Christine Gesang, die Schriftführerin des Vereinsrings, sagte, dass sie alle im Vorfeld gefragt worden seien, wie sie die wunderbare Lasershow des letzten Jahres toppen wollten. Ihre Antwort fiel auch bei ihrer Rede auf der Bühne ganz klar aus: „Gar nicht, wir gehen einen Schritt zurück, back to the roots.“ Weiter berichteten die drei Vorstandsmitglieder des Vereinsrings, dass fast alle Eddersheimer Vereine auch in diesem Jahr wieder „geschlossen an der Seite des Vereinsrings“ stünden. Weiter konnte man sich wieder über das Engagement von vielen Ehrenamtlichen freuen. „Die Schinderei bei Auf- und Abbau, das ist ohne Worte“, berichtete Tim Liebscher. Weiterer Dank ging an die Stadt Hattersheim, den Bauhof, die Feuerwehr, ohne die das Fischerstechen gar nicht möglich wäre, und an alle Sponsoren. Durch die Gründung des „Freundeskreises Eddersheimer Fischerfest“ waren einige neue Sponsoren hinzugekommen. Nachdem auf die zu erwartenden Programmpunkte hingewiesen wurde und weiteren Gästen aus Politik und Gesellschaft gedankt wurde, gab es noch eine Ehrung. Wilhelm Britsch hatte einen runden Geburtstag gefeiert. Er hat das Fischerfest in Eddersheim mitgegründet und wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Auch Dieter Freidhof, der langjährige Vorsitzende und Sponsor der Hauptbühne, die nach ihm benannt ist, kam zur Gratulation mit nach vorne.

Es wäre kein richtiger Beginn des Fischerfestes, wenn die ökumenische Andacht fehlen würde. Sie wurde gehalten von Dr. Ulrich Göbel und Anne Möller. Anne Möller ist evangelische Pfarrerin in Okriftel, seit März 2025 ist sie die Vakanzvertretung für die evangelische Kirchengemeinde Eddersheim. Dr. Ulrich Göbel ist der Vorsitzender des Pfarrgemeinderates der Katholischen Kirchengemeinde St. Martinus in Hattersheim und Erster Vorsitzender des katholischen Kirchenchors St. Martinus. Beide Redner betonten, dass sich heutzutage vieles schnell ändert, aber Traditionen und Dinge, die bleiben, wie das Fischerfest, den Menschen Halt geben. Die Gemeinschaft und die Freude, die solch ein Fest bringen, seien ein Segen. Abschließend wurde für ein friedliches und fröhliches Fest gebetet und dafür, dass alle Beteiligten vor Unheil und Schaden geschützt bleiben.

Die offizielle Eröffnung des Fischerfestes durch den Bieranstich ging ganz schnell. Mit einem Schlag - man hat es nicht anders von ihm erwartet - schlug Bürgermeister Klaus Schindling das Bierfass an. Er freute sich über die gute Gemeinschaft, das schöne Wetter (nicht allzu heiß) und danke allen Beteiligten für die bemerkenswerte Leistung, so ein Fest auf die Beine zu stellen. Wichtig war es ihm zu sagen, dass er dafür sorgen werde, dass auch in den nächsten Jahrzehnten das Fest genauso wie heute unter Bäumen, die weiterhin Schatten spenden, gefeiert werden könne, unabhängig davon, welche KI-Bilder vom Kahlschlag online zu finden seien.

Dann ging es los, mit Freibier und Musik von der Band Mission Possible. Alle verfügbaren Sitzgelegenheiten vor der Bühne waren belegt. Die Menschen freuten sich über die Rock- und Popmusik aus den vergangenen vier Jahrzehnten. Einige kleine Mädchen, die Jüngste war zweieinhalb Jahre alt, sprangen sofort auf und tanzten vor der Bühne, was die Band mit der Bemerkung „so ein junges Publikum, unglaublich“ kommentierte.

Yannis Severis Sieger beim Fischerstechen

Das traditionelle Fischerstechen, das Hubert Schoßland Gedächtnisturnier, ist eine der Hauptattraktionen des Eddersheimer Fischerfestes. Es sorgt Jahr für Jahr für viele begeisterte Zuschauer. Bei der diesjährigen Auflage gab es allerdings vor dem ersten Duell eine Schrecksekunde: Kurz vor dem geplanten Start um 16 Uhr stellten die Organisatoren fest, dass die Ruderer fehlten. Auch in diesem Jahr hatten Ruderer aus Oberursel zugesagt, den Termin jedoch schlichtweg vergessen. Hier zeigte sich einmal mehr das Improvisationstalent der Organisatoren. Schnell fanden sich vier Freiwillige, doch schon bald war klar, dass mit nur zwei Ruderern pro Boot die Boote zu langsam und schlecht manövrierbar waren. Die ersten Kontrahenten beim Fischerstechen, Jonathan Lenerz (TSG Eddersheim) und Willi Trübenbach (Candy Girls), hatten dadurch drei Übungsrunden. Nach einem erneuten Aufruf meldeten sich weitere Helfer, sodass der Wettkampf mit einer halben Stunde Verspätung um 16:30 Uhr erneut begann.

Insgesamt sechs Teilnehmer aus Eddersheimer Vereinen traten im K.-o.-System gegeneinander an. Jonathan gelang es nun nach dem offiziellen Neustart mit der Lanze Willi vom Boot zu stoßen. Dann kam es zum Duell zwischen Nina Weber (Candy Girls) – der einzigen weiblichen Teilnehmerin – und Yannis Severis (FC Eddersheim). Yannis behielt hierbei die Oberhand, obwohl sich Nina tapfer schlug. Sie erzählte, dass die größte Schwierigkeit sei, das Wackeln der Ruderbewegungen auszugleichen und fest auf der Plattform stehen zu bleiben. In der dritten Runde traf der erfahrene Fischerstecher Stefan Häb („auf jeden Fall ist er schon mehr als zwanzigmal dabei, vielleicht hat er heute sogar sein 30-jähriges“) auf Dominik Anft (FC Eddersheim). Die Erfahrung nutzte in diesem Fall wenig, schon nach der ersten Begegnung landete Stefan Häb, der dem Gesangsverein Liederkranz-Eintracht Eddersheim angehört, im Wasser.

Da nach der Vorrunde nun drei Sieger feststanden, wurde für das Halbfinale ein „Lucky Loser“ unter den Verlierern ermittelt. Dieses Glück traf Nina Weber, die somit eine zweite Chance erhielt. Im Halbfinale gegen Dominik Anft musste sie sich jedoch geschlagen geben und landete im Wasser. Danach setzte sich Yannis Severis im Duell gegen Jonathan Lenerz durch.

Damit war der Weg frei für die Finalrunde: Im Duell um Platz drei mobilisierte Jonathan noch einmal alle Kräfte gegen Nina und trug den Sieg davon. Das Finale bestritten schließlich Yannis Severis und Dominik Anft. Hier zeigte Yannis das bessere Stehvermögen und stieß Dominik in den Main. Dadurch ging er als glücklicher und stolzer Sieger des diesjährigen Fischerstechens hervor.

Drei abwechslungsreiche Tage

Nach dem gelungenen Auftakt am Freitagabend ging es mit dem bunten Programm am Samstag ab 15 Uhr weiter. Glitzer-Tattoos, Bastelangebote und ein Bücherflohmarkt standen auf dem Programm. Am Abend unterhielt die Band „Eighties Euphoria“ mit ihren Interpretationen von Hits der 80er-Jahre das Publikum.

Sonntags konnte man das gesellige Beisammensein schon zum Frühschoppen genießen. Für eine mitreißende Atmosphäre sorgte der Rock’n Roll von „The Time Bandits“. Sehr gut angenommen wurde das Nachmittagsprogramm vor dem Fischerstechen. Hier konnte man bei dem Cheerleading und Showtanznachmittag die Sweetie Stars, Peewees, Sugar Babies, Accadis Huskies, Candy Girls und Illusion Flyers bewundern. Den musikalischen Abschluss am Sonntag bot der Musikverein 1954 Flörsheim e.V.

Aber das war nicht alles, an dem man sich erfreuen konnte. Wie schon in der Eröffnungsrede angekündigt, blieb kulinarisch kein Wunsch offen. Der FC Eddersheim und die TSG Eddersheim boten in ihrem Bereich Würste, Pommes, Hamburger, Räucherforelle und jede Menge leckere Getränke an. Würste, Steaks, Fisch und Getränke gab es auch auf der anderen Seite der Festmeile, im Bereich der Bühne, am Stand der Feuerwehr Eddersheim. Der Gesangverein Liederkranz-Eintracht Eddersheim bot ebenfalls Getränke und sonntags Kaffee und Kuchen an. Der Reit- und Fahrverein hatte sich für Flammkuchen entschieden. Zusätzlich gab es noch viele weitere Stände mit Corn Dogs, Crêpes, Langosch, Schokofrüchten, Eis und vielen weiteren Spezialitäten. Die Kinder hatten ihren Spaß beim Karussellfahren oder die größeren beim Autoscooter. Wer wollte konnte sich an Ständen mit Kleidung neu einkleiden. Auch Überraschungspäckchen für zehn Euro fanden reißenden Absatz.

Der Erste Vorsitzende des Vereinsrings Marco Ehresmann war sehr zufrieden mit dem Ablauf des Fischerfestes. Die umsatzstärksten Tage seien, so wie meistens, Freitag und Samstag gewesen. Am Sonntagabend flaute der Besucherstrom etwas ab.

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