E-Scooter kommen nach Hattersheim

Mikromobilitäts-Anbieter Bird startet in Hattersheim: Neue Nahverkehralternative im Stadtgebiet

E-Scooter wie diese werden ab sofort zum Stadtbild in Hattersheim gehören.

Ab dem 1. April sind sie nun auch in Hattersheim am Start: Elektro-Tretroller, auch als E-Scooter bekannt. Am heutigen Donnerstag startet das hiesige Engagement des Mikromobilitäts-Anbieters Bird, der im Vorfeld eine entsprechende Vereinbarung mit der Stadtverwaltung abgeschlossen hat. Bürgermeister Klaus Schindling zeigt sich erfreut über das neue Angebot: „Ich finde es prima, den Hattersheimer Bürgerinnen und Bürgern dieses smarte Fortbewegungsmittel anbieten zu können. Mir ist es sehr wichtig, gute Alternativen zum PKW-Verkehr speziell für kurze Wege im Stadtgebiet zu schaffen. Mit Bird haben wir einen Partner gefunden, der dieses Vorhaben in Hattersheim ermöglicht", kommentiert der Rathauschef die jüngste Mobilitätsentwicklung in Hattersheim.

Diverse Regeln sollen dafür sorgen, dass Bird auch in der Praxis einen tatsächlich positiven Beitrag zum Stadtverkehr leisten kann. Nutzerinnen und Nutzer müssen volljährig sein und vor dem Antritt zur ersten Fahrt ein Sicherheits- und Verhaltenstraining in der dazugehörigen App durchlaufen. Die E-Scooter sind zudem via GPS ortbar. Auf diesem Wege will Bird sicherstellen, dass die neuen Elektrokleinstfahrzeuge stets an zulässigen Orten gefahren und geparkt werden.

Wirklich umweltfreundlich?

Jedoch hat sich inzwischen auch gezeigt, dass das Thema E-Scooter nicht immer nur mit positiven Erfahrungswerten behaftet ist. Vor knapp zwei Jahren, am 15. Juni 2019, trat in Deutschland die Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung (eKFV) in Kraft. Diese regelt seitdem die Verwendung von Elektrokleinstfahrzeugen wie eben jenen E-Scootern im öffentlichen Straßenverkehr. Nur eine Woche später legte in Frankfurt der erste Anbieter mit einem entsprechenden Verleihangebot los, seitdem prägen immer wieder herumstehende E-Roller das Stadtbild.

Dies wäre gegebenfalls ein geringer Preis für einen echten Beitrag zur Verkehrswende. Gerne werden die E-Roller als umweltfreundliche Alternative zum Auto beworben. Das Umweltbundesamt (UBA) kam jedoch im vergangenen November zu einer davon abweichenden Bewertung: Demnach seien elektrische Tretroller aktuell kein Gewinn für die Umwelt. Erste Erhebungen deuten dem UBA zufolge darauf hin, dass E-Scooter-Angebote vorrangig den ohnehin schon umweltfreundlichen Fuß- und Radverkehr ersetzen. Außerdem wird die geringe Lebensdauer der Leih-Roller und der dort zum Einsatz kommenden Akkus bemängelt.

E-Scooter seien nur dann umweltfreundlich, wenn sie Auto- oder Motorrad-Fahrten ersetzen. Werden sie hingegen anstelle der eigenen Füße oder des Fahrrades benutzt, sei das "schlecht für Umwelt und Gesundheit", so das Fazit des UBA.

Aber man muss auch festhalten, dass es sich beim E-Scooter noch um ein sehr junges Fortbewegungsmittel handelt. Allzu umfangreiche Erfahrungswerte gibt es noch nicht, und an Potenzialen zur sinnvollen Weiterentwicklung herrscht sicher auch kein Mangel. Es ist dabei jedoch wichtig, die richtigen Ziele bei den Entwicklung des E-Scooter-Verleihs zu definieren und diese konsequent zu verfolgen. Denn grundsätzlich attestiert auch das UBA den Rollern das Potenzial für eine nachhaltigere Mobilität sorgen zu können - sofern sie eben vor allem Autofahrten ersetzen.

2.155 Unfälle im vergangenen Jahr

Am vergangenen Freitag veröffentlichte das Statistische Bundesamt erstmals Zahlen zu Unfällen in Verbindung mit E-Scootern für ein komplettes Jahr. 2020 registrierte demnach die Polizei bundesweit 2.155 E-Scooter-Unfälle mit Personenschäden. 386 Menschen wurden in diesem Zusammenhang schwer verletzt, zudem sind leider auch fünf Todesfälle zu beklagen. Der Anteil der E-Scooter-Fahrer bei den Verunglückten liegt bei über 80 Prozent, in nahezu drei von vier Fällen war die Person hauptverantwortlich für den Unfall, die selbst mit einem solchen Roller unterwegs war. Die mit Abstand häufigste Ursache für derartige Unfälle war das Fahren unter Alkoholeinfluss (18,3 Prozent). Dies ist ein auffällig hoher Anteil, bei Fahrradfahrern liegt dieser Wert nur bei 7,1 Prozent. Auch die Nutzung von Gehwegen - die mit E-Rollern nicht erlaubt ist - sorgt anteilmäßig für besonders viele Unfälle: 16,6 Prozent sind darauf zurückzuführen.

Dennoch spielen E-Scooter beim Unfallgeschehen insgesamt eine relativ untergeordnete Rolle. Den aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zufolge besteht nur bei 0,8 Prozent der insgesamt 264.000 registrierten Unfälle mit Personenschaden im vergangenen Jahr ein Zusammenhang mit einer E-Scooter-Nutzung.

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Kommentare

E-Scooter kommen nach Hattersheim

Hallo Zusammen,
so schön wie die Idee einer "umweltfreundlichen" Nahverkehrsmöglichkeit durch E-Scooter, so nervig sind die wild überall am Strassenrand stehenden E-Scooter., Vor allem wenn diese dann "umweltfreundlich" mit dem Transporter eingesammelt werden müssen und das auch noch sozialverträglich durch Mitarbeiter mit Mindestlohn oder darunter. Ich fiinde es sollte "Rückgabestationen" geben z.b. am Bahnhof. Und es müsste jeder Nutzer für die ordnungsgemäße Rückgabe einen Pfand hinterlegen. Sonst sieht Hattersheim bald aus wie Frankfurt.
Mit freundlichen Grüßen
Klaus

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