Zur Stadtverordnetenversammlung am 24. September legte der Magistrat der Stadt Hattersheim am Main einen Beschlussvorschlag vor, demzufolge im Rahmen des Bundesprogramms „Sanierung kommunaler Sportstätten (SKS I)“ ein Antrag für die Maßnahme „Sanierung und Umbau des Tennenplatzes in Hattersheim“ gestellt werden soll.
Die Maßnahme soll vorbehaltlich der Bewilligung der Förderung durchgeführt werden, der kommunale Eigenanteil beläuft sich auf 1.001.583,70 Euro.
Die Sportanlage des Stadtteils Hattersheim unterliege dem Magistrat zufolge einem hohen Nutzungsdruck. Einer der drei vorhandenen Sportplätze sei ein stark sanierungsbedürftiger Tennenplatz, der zu einem sandverfüllten Kunstrasenplatz umgebaut werden soll. "Auf Grund des schlechten Zustands, sowie der platztypisch hohen Verletzungsgefahr wird der Tennenplatz gerade von Jugendmannschaften regelmäßig gemieden", stellt der Magistrat in seiner Antragsbegründung fest.
Unter dem aktuellen Tennenbelag befinde sich zudem schadstoffbelastetes Tennenmaterial eines Vorgängerplatzes, welches im Zuge des Umbaus zum Kunstrasenplatz entfernt werden muss.
Bürgermeister Klaus Schindling führte in der Stadtverordnetenversammlung weiter aus, dass in den 50er oder 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts bei der ursprünglichen Anlage des Platzes Hochofenschlacke zur Verfestigung einplaniert wurde. Es stellte sich heraus, dass diese Hochofenschlacke stark belastet gewesen sei und sich dort Dioxin entwickeln könne. Daraufhin wurde seinerzeit der Tennenbelag wieder abgetragen, die Schlacke mit einer dicken Folie abgedeckt und der Platz wieder aufgefüllt.
"Wir haben jetzt gesagt: Wir wollen im Zuge der Rekultivierung und Revitalisierung aller drei Sportplätze in unserer Stadt auch diesen in Ordnung bringen", so der Bürgermeister. Das belastete Material soll nun komplett entfernt und in einer Sondermülldeponie entsorgt werden, und der Platz soll daraufhin vollständig neu aufgebaut werden. Und das diesmal als Kunstrasenplatz, angesichts des steigenden Spieldrucks der dort ansässigen Vereine DJK Hattersheim, Türk. FC Hattersheim und Eintracht Hattersheim. Nicht zuletzt die zahlreichen Jugendmannschaften machen es notwendig, dass man dort einen zweiten Platz mit möglichst hoher Bespielbarkeit hat, so der Bürgermeister.
Man habe hierfür eine Förderung beantragt und auch den Zuschlag über 800.000 Euro Förderung erhalten und möchte nun diesen Platz gerne wie beschrieben sanieren.
Linke wundert sich über Bewilligung im April
Die Stadtverordnete der Linken, Beate Ullrich-Graf, kündigte daraufhin an, dass man zwar der Sanierung des Platzes mit der schadstoffbelasteten Schlacke im Untergrund zustimmen werde, äußerte jedoch auch Verwunderung darüber, dass in der Vorlage vom 25. August 2026 seitens des Magistrats davon die Rede sei, dass ein Antrag auf Förderung im Rahmen des Bundesprogramms gestellt werden soll. Auf der Homepage des Bundesbauministeriums hingegen sei bereits am 23. April 2026 eine Mitteilung erschienen, derzufolge Hattersheim die Projektförderung für die Sanierung in Höhe von 819.477 Euro erhält. Deshalb wäre der Satz "Vorbehaltlich der Bewilligung der Förderung wird die Maßnahme durchgeführt" in der Beschlussvorlage eigentlich nicht nötig gewesen, so Ullrich-Graf.
Bürgermeister Klaus Schindling erläuterte daraufhin, dass die dazugehörige Bundesförderrichtlinie mehr als 300-fach überzeichnet war und er bereits im April wusste, dass die Wahrscheinlichkeit, dass Hattersheim dort zum Zuge kommen werde, recht groß sei.
Ungeachtet dessen sei ein mehrheitlicher Beschluss der Stadtverordnetenversammlung an dieser Stelle noch einmal notwendig. Dieser Beschluss müsse selbst nach einer bereits erteilten Zuwendung noch nachgereicht werden, und deshalb wurde diese Vorlage des Magistrats nun auch entsprechend formuliert.
Eine Entscheidung des Flörsheimer Stadtparlaments zeigte gerade erst in der vergangenen Woche, dass es auch in die andere Richtung gehen kann: Dort hatte der Magistrat rechtzeitig zum Abgabetermin am 21. August Projektvorschläge zur Bewerbung um neuerliche Mittel aus dem Landesprogramm „Zukunft Innenstadt“ eingereicht und die Flörsheimer Stadtverordnetenversammlung um das nachträgliche Abnicken gebeten. Hier kam es jedoch zu einem negativen Votum, weshalb die Verwaltung nun dem Land den Rückzug der Stadt von den Förderanträgen melden muss.
In Hattersheim hingegen wurde die Vorlage des Magistrats von der hiesigen Stadtverordnetenversammlung einstimmung bewilligt.
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