In den letzten Wochen war das geplante neue Quartier am Ortseingang des Stadtteils Eddersheim wiederholt ein öffentlich diskutiertes Thema. Im "Hattersheimer Stadtanzeiger" vom 27. Mai bekräftigte die Bürgerinitiative für Umweltschutz Eddersheim e. V. (BfU) ihre Überzeugung, dass dem Regierungspräsidium Darmstadt zufolge die Genehmigung des Bauvorhabens nicht wahrscheinlich sei. Hierzu veröffentlichte sie auch das Schreiben des Regierungspräsidiums vom 17. Februar 2021 im Originalwortlaut auf ihrer Homepage www.bfu-eddersheim.de. Der Text wurde zudem auch im "Hattersheimer Stadtanzeiger" vom 27. Mai veröffentlicht.
Im Gespräch mit dieser Zeitung wies nun Bürgermeister Klaus Schindling die derart gelagerte Kritik erneut weit von sich. Er handele in dieser Sache aus voller Überzeugung heraus nach dem Prinzip "erst Umfrage, dann Anträge". Zunächst sollte das Meinungsbild der Eddersheimer Bevölkerung erfasst werden, um so gemeinschaftlich herauszuarbeiten, was genau auf dem besagten Areal in welcher Form entstehen soll.
Natürlich habe man sich im Vorfeld zur grundsätzlichen Machbarkeit eines solchen Neubauprojektes informiert und bei den entsprechenden Stellen bereits unverbindlich angeklopft, so Schindling. Allein schon, um möglichst frühzeitig sicherzustellen, dass man auf dem Gelände nicht Gefahr laufe, womöglich auf ein Römerkastell oder besonders gefährdete Arten zu stoßen.
Für die seitens der BfU geäußerte Kritik hat der Bürgermeister kein Verständnis. Man sei "politisch ordentlich vorgegangen", sprich: Erst die Bevölkerung befragt, und nun macht man sich daran, die notwendigen Anträge zu stellen. Auch das förmliche Zielabweichungsverfahren wurde bislang noch nicht eingeleitet.
Bürgermeister Schindling geht zudem davon aus, dass er bei einem Vorgehen in der anderen Reihenfolge ebenfalls Kritik geerntet hätte: dann hätte man ihm vorgeworfen, selbst zuerst alle Entscheidungen alleine zu treffen und erst dann die Bevölkerung zu fragen, mutmaßt der Rathauschef.
Zudem müsse das Vorhaben auch noch seinen Gang durch die städtischen Gremien gehen und von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen werden. Sobald dies erledigt ist und man detaillierte konkrete Planungen vorzeigen kann, sei erst der Zeitpunkt für Anträge an übergeordnete Stellen gekommen, so Schindling.

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