Frühlingsfest und 25 Jahre Stadtteilbüro

Fröhliches Programm am vergangenen Samstagnachmittag in der Pregelstraße in Hattersheim

hl

Das Frühlingsfest in der Siedlung ist jedes Jahr ein schönes Ereignis. So sind Jung und Alt auf den Beinen, um gemeinsam den Frühling zu begrüßen und ein paar angenehme Stunden miteinander zu verbringen. In diesem Jahr wurde das Fest zusätzlich dadurch aufgewertet, dass „25 Jahre Stadtteilbüro“ gefeiert wurde. Aus diesem Grund hatte man die Feierlichkeiten in die Pregelstraße verlegt.

Bürgermeister Klaus Schindling erinnerte in seiner Ansprache daran, dass 1999 das Programm „Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf - Soziale Stadt“ startete. Mit dem Quartiersmanagement wurde damals der Caritasverband Main-Taunus beauftragt, der zwei Fachkräfte einstellte. Sie sollten gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern und anderen Interessengruppen positive Entwicklungen anstoßen. Wie wichtig diese Arbeit damals war, zeige sich heute in dem großen Erfolg, betonte Schindling. 2013 wurde das Stadtteilbüro mit seinen Mitarbeitenden von der Hawobau übernommen. Als „hervorragend“ bezeichnete Schindling die geleistete Arbeit und „sehr wichtig für ein tolerantes und buntes Miteinander, eine echte Arbeit von Menschen für Menschen“.

„Ein Symbol der Verlässlichkeit in sich verändernder Zeit“, so beschreibt Holger Kazzer, der Geschäftsführer der Hawobau, das Stadtteilbüro. Sein großer Dank ging an alle Mitarbeitenden des Büros. Ergänzend sprach Kazzer auch ein besonderes Dankeschön an Eberhard Roth aus, für dessen wunderbare Arbeit, besonders in der Kinder- und Jugendbetreuung. Kazzer ist voller Vertrauen, dass man die Arbeit auf der gleichen Schiene fortführen werde, auch in der Zeit, nachdem Roth in den Ruhestand verabschiedet wurde.

Heike Bülter, die ehemalige Leiterin des Stadtteilbüros, erinnerte sich an ihre Anfangszeit im Jahr 2000, als sie gemeinsam mit der Stadtplanerin Carolin Schäffer die Arbeit in dem Projekt „Soziale Stadt“ begann. Sie sei sehr dankbar für das große Vertrauen des Arbeitgebers Caritas, später der Hawobau, der Stadtverwaltung und vor allem der Hattersheimer Bürger und Bürgerinnen. Viele Projekte wurde verwirklicht. Auch unter dem Dach der Hawobau war es Ziel, das Büro als Anlaufstelle zu belassen, Ehrenamtliche zu unterstützen, sowie Prävention und Inklusion durch Kultur-, Bildungs- und Integrationsangebote zu fördern. „Alle Menschen sollen unbelastet, angstfrei hierherkommen können.“ An ihren ehemaligen Kollegen Eberhard Roth gewandt sagte sie: „Ja, wir sind zusammen alt geworden.“ Eberhard Roth, habe die Kinder- und Jugendarbeit in der Siedlung zu einer Institution gemacht. Zwei Generationen seien durch seine Hände gegangen und haben bei ihm viel gelernt und viel erlebt. Mahnend fuhr sie fort: „Im Moment beunruhigt mich, dass seine Stelle vorerst nicht besetzt wird. Es ist für die Arbeit mit Menschen, vor allem mit jungen Menschen, wichtig, keine Lücke entstehen zu lassen, um das jahrzehntelange aufgebaute Vertrauen zu erhalten und konsequent fortzusetzen. Es dauert viel länger ein Quartier zu stabilisieren, als es abrutschen zu lassen.“ Das Stadtteilbüro sei ein Erfolgsmodell. In einer Welt, in der sich Ängste vor einer ungewissen Zukunft schon bei den Kleinsten breitmachen, brauche es Institutionen wie diese mehr denn je, und zwar genauso wie das Büro jetzt sei.

Information zum Stadtteilbüro

Nach dem offiziellen Teil ging es ans Feiern. Kuchentheke und Würstchenstand waren schnell von hungrigen Gästen belegt. Die Kinder hatten sowieso schon mit dem Spielen begonnen und die Hüpfburg und die weiteren Spielgeräte in Beschlag genommen.

Einen Einblick in „25 Jahre Stadtteilbüro“ gaben die Tafeln, die auf der Wiese zur Essbaren Siedlung hin aufgestellt waren. Hier konnte man sich zum einen über die Geschichte des Stadtteilbüros informieren, zum anderen die vielen Projekte bewundern, die aktuell durchgeführt werden. Carolin Schäffer wechselte schon 2004 zur Hawobau. Eberhard Roth kam dann neu ins Team und legte seinen Schwerpunkt auf die Kinder- und Jugendarbeit. Für das Engagement von Ehrenamtlichen stellt das Stadtteilbüro Räume zur Verfügung und macht Werbung für die Angebote. So gibt es momentan rund 30 Mach-Mit-Angebote. Das sind beispielsweise Yoga, Frauenfitness, Kochkurse, Kreativtreff, Musik und Meditation und vieles mehr. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen vernetzen sich per WhatsApp. „Aktivierung und Beteiligung“ ist der Schlüssel zum Erfolg des Stadtteilbüros. Im November 2024 nahmen Heike Bülter und Eberhard Roth stellvertretend für alle Ehrenamtlichen den Löwen- und Lilien-Preis der Stadt Hattersheim entgegen.

Eine wichtige Aktion wurde bei dem Fest wieder präsent gemacht: Der Strickmob. Im Februar 2012 strickten innerhalb von drei Wochen zahlreiche Menschen einen 365 Meter langen Schal. Dieser sollte unter dem Motto „Stricken, damit niemand durch die Maschen fällt“ bewirken, dass die finanzielle Sicherung des Stadtteilbüros über den Förderzeitraum Soziale Stadt hinaus garantiert wurde, was durch die Übernahme durch die Hawobau erreicht wurde. Große Teile des Schals konnte man bei dem Fest noch einmal bewundern. Sie schmückten den Eingang zum Stadtteilbüro, Bäume und Geländer der Häuser bis hin zum Garten der Essbaren Siedlung.

Kurzweiliges Programm

Zur musikalischen Unterhaltung der Gäste war die Band „Nid de Poule“ engagiert worden. Die vier Musiker, zwei Gitarren, ein Kontrabass und eine schöne Gesangsstimme, schafften mit ihren französischen Liedern eine entspannte, leichte Atmosphäre. Die Sängerin Billie Klingspor erläuterte, dass „Nid de Poule“ Hühnernest bedeute, aber auch Schlagloch (was sich auf das Schlagloch der Gypsy Gitarren bezieht). Die Spezialität der Band, die es seit 2023 gibt, sind eigene Chansons.

Die Grünen hatten ihre Pflanzentauschbörse, die seit 2023 auf die Idee von Friederike Schröder hin in Hattersheim im Stadtpark am Weiher stattfindet, an diesem Samstag in die Pregelstraße verlegt. Man konnte Pflanzen mitbringen und gegen anderer tauschen, aber auch einfach Pflanzen, an denen man Gefallen fand, mitnehmen. Die Resonanz war recht groß. Daniela Gebert erzählte, dass keine Pflanze umkomme, sondern, wenn sie übrigbliebe, einen Platz in ihrem oder in dem Garten ihrer Tochter finden werde.

Der Umsonstladen in Hattersheim war an seinem Ausgabe-Ort im Café in der Pregelstraße 5 anzutreffen. Ilka Berikhan und ihr Team hatten viele Sachen aufgebaut, Kinder-, Damen- und Herrenkleidung, Spielzeug und Haushaltswaren. „Der Zuspruch war sehr gut“, betonte Ilka Berikhan. Die Idee zum Umsonstladen kam ihr, als sie auf der Suche nach günstiger Kinderkleidung für ihren Sohn auf die Anzeige eines Umsonstladens in Bayern stieß. Kurzerhand machte Sie sich an die Gründung eines solchen Ladens in Hattersheim. Der Umsonstladen besteht seit 2018. Das Stadtteilbüro stellt einen Kellerraum für die Lagerung der Waren zur Verfügung. In diesem Laden sind alle Gegenstände kostenlos. Jeder kann Gegenstände spenden, tauschen oder einfach mitnehmen. Es ist ein Ort des Teilens, der Nachhaltigkeit und der Gemeinschaft.

Wieder einmal gelang es dem Stadtteilbüro ein schönes Fest zu organisieren. Sicher wurde bei vielen Gästen die Neugier geweckt, die vielen Angebote näher kennenzulernen. Auf der Homepage des Stadtteilbüros kann man sich über alle Aktivitäten informieren.

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