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Altmünster Sommerfest

Eine Geburtstagstorte wie ein Fackelzug

30 Jahre Seniorenzentrum Altmünstermühle – Jubiläumsfest mit vielen Ehemaligen und buntem Programm

Das Team des Seniorenzentrums Altmünstermühle beim Sommerfest zum 30-jährigen Bestehen der Einrichtung: Monika Gräßler, Leiterin Jutta Steinbach, Marylin Sattler und Jürgen Leichtfuß (v.l.).

(Foto: A. Kreusch)

HATTERSHEIM (ak) – Seit 30 Jahren gibt es nun schon das Seniorenzentrum Altmünstermühle in der Erbsengasse – ein Grund, beim alljährlichen Sommerfest so richtig groß zu feiern. Auf dem Programm standen am vergangenen Samstag, 7. Juli,  deshalb nicht nur einige Grußworte, sondern auch ein mitreißender Auftritt der „schönsten Frauen aus Eddersheim“, dem Männerballett „Crazy Dancer“ und einer „frisch rasierten Conchita Wurst“ dabei. Tom Jet begleitete die Feiergesellschaft auf seiner Gitarre beim geselligen und heiteren „Rudel Sing Sang“, die äußerst fitten Damen der Bewegungsgruppe der Altmünstermühle zeigten verschiedene Tänze und brachte sogar die Gäste zum Mittanzen, Zauberer Ello verblüffte die Zuschauer mit seinen erstaunlichen und amüsanten Tricks und die Line-Dance Gruppe „Shadows“ aus Weilbach brachte musikalisch und optisch Country-Flair auf das Fest. Umrahmt wurde die Veranstaltung von der Seniorenband der Altmünstermühle und deren Ableger, den „Mellowtones“, die mit tollen Saxofonklängen den Jazz der 60er Jahre herbeiholten. Im Grillpavillon standen – wie schon seit vielen Jahren – wieder fleißige Mitglieder des Kleingartenvereins Hattersheim, die wunderbare Kuchentheke hatten in diesem Jahr zum ersten Mal die Eddersheimer Landfrauen mit ihren tollen Backkunstwerken ausgestattet.

337 Jahre – das wahre Alter der Mühle

Hattersheims Erster Stadtrat Karl Heinz Spengler freute sich, unter den vielen Gästen, die alle zuvor vom Team des Seniorenzentrums mit süßen Herzchen freundlich willkommen geheißen worden waren, auch die Hofheimer Bürgermeisterin Gisela Stang begrüßen zu können, und auch die Hattersheimer Magistratsmitglieder Ellen Beutel und Theodor Kamp hatten es sich ebenfalls nicht nehmen lassen, das Jubiläumsfest zu besuchen.

 Spengler zitierte Audrey Hepburn mit den Worten „Je älter man wird, desto mehr ähnelt die Geburtstagstorte einem Fackelzug“, um auf das ehrwürdige Alter der Mühlengebäude in der Erbsengasse aufmerksam zu machen, die erstmals im 14. Jahrhundert erwähnt wurden, dann im 30-jährigen Krieg abbrannten und später wieder aufgebaut wurden. „Das wahre Alter der heutigen Altmünstermühle liegt bei 337 Jahren – so viel Kerzen auf einer Riesentorte, das käme einem Fackelzug schon sehr nahe“, erläuterte Spengler lachend.

Im Jahr 1985 beschloss die Hattersheimer Stadtverordnetenversammlung, das Mühlengeviert zu einem Seniorenzentrum um- und auszubauen, am 16. Oktober 1988 konnte dieses nach umfangreichen Arbeiten offiziell eingeweiht werden. „30 Jahre Seniorenzentrum heißt 30 Jahre Anlaufstelle für ältere Menschen in Hattersheim“, machte Spengler deutlich, „seit 2009 kam noch eine Beratungsstelle für Fragen der häuslichen Versorgung bei Hilfe- oder Pflegebedürftigkeit und bei persönlichen oder finanziellen Problemen im Alter hier dazu, an die sich ebenfalls Angehörige wenden können. Aber nicht nur älteren, sondern auch jüngeren Menschen stehen die Türen der Altmünstermühle offen, und so wird die alte Mühle zum Treffpunkt der Generationen.“

Insgesamt sind zurzeit 67 Gruppen in der Altmünstermühle beheimatet, 35 davon im Bereich der städtischen Seniorenarbeit und 32 Volksbildungskurse. Spengler kam in seiner Ansprache wie einst der Schriftsteller Andrè Maurois zu dem Schluss: „Wenn man in die besten Jahre kommt, sind die guten noch lange nicht vorbei.“ An Jutta Steinbach und ihr Team richtete er einen großen Dank, und der „riesen Applaus“, den Spengler für deren Einsatz und Engagement einforderte, wurde von den Gästen gerne gewährt.

Jutta Steinbach, die Leiterin des Seniorenzentrums Altmünstermühle, freute sich sehr über die Unterstützung und Wertschätzung seitens der Stadt Hattersheim. Sie rief in Erinnerung, wie die „geniale und für die damalige Zeit unglaublich fortschrittliche Idee, aus dem damals sehr heruntergekommenen Gebäude eine Begegnungsstätte für Senioren zu machen“ sofort von Bürgern und Senioren angenommen wurde. „Von Anbeginn bis heute ist es ein Erfolgsprojekt geblieben“, erklärte sie. Steinbach begrüßte besonders Elke Radinger-Schulze, die als zuständige Mitarbeiterin bei der Stadtverwaltung dem Team der Altmünstermühle auch bei „unlösbaren Angelegenheiten“ immer mit viel Engagement und Power beisteht.

Weiter freute sich Jutta Steinbach, zum Jubiläumsfest die früheren Mitarbeiter Elfe Büchsenmann und Renate Schmidt begrüßen zu können. „Alle früheren Mitarbeiter haben Spuren hier hinterlassen und die Mühle geprägt. Renate Schmidt hat als meine Vorgängerin diese Arbeit hier so fantastisch aufgebaut – danke Renate, du hast den Samen gesät, die Ernte ist so reichlich.“

„Dieses Herzstück der Stadt“

Selbstverständlich bedankte sich die Leiterin des Seniorenzentrums auch herzlich bei ihrem jetzigen Team, Hausmeisterin Monika Gräßler, Bürokraft Marylin Sattler und Sozialpädagoge Jürgen Leichtfuß. „Der größte Dank aber geht an Sie, meine lieben Seniorinnen und Senioren. Ohne Sie würden wir hier ganz schön alt aussehen, ohne Sie würde hier gar nichts laufen. Sie waren von Anfang an offen, interessiert und neugierig, sie haben sich eingebracht und engagiert – und uns manchmal auch ganz schön herausgefordert. Das ist gut so, so muss es sein. Bleiben Sie so wie Sie sind, mischen sie Hattersheim so richtig auf. Das wären meine Wünsche für die nächsten 30 Jahre“, bekräftige Steinbach. Bürgermeister Klaus Schindling war natürlich ebenfalls unter den Gästen auf dem Jubiläumsfest zu finden. In einem Grußwort lobte er das schöne Zusammensitzen in geselliger Runde, den Blick auf lauter fröhliche Gesichter und das tolle Festwetter. Auch er bedankte sich beim Team des Seniorenzentrums, welches nach seiner Ansicht mit „viel Herzblut“ im Einsatz ist. „Dieses Herzstück der Stadt wird mit so viel Enthusiasmus betreut, wie man ihn sonst nur im Ehrenamt findet“, meint Schindling und wünschte allen Gästen noch viel Spaß bei gutem Essen: „Einige von uns essen ja ganz gerne…“ fügte er gut gelaunt mit Blick auf Grill und Kuchentheke hinzu.

Seniorenberater Jürgen Leichtfuß hatte sogar extra zum Jubiläum ein Gedicht über die Altmünstermühle, ihr Team und ihre Gäste verfasst, mit dem er zur Freude aller das gute Klima im Seniorenzentrum noch einmal schilderte: „Das Seniorenzentrum Altmünstermühle wird nun 30 Jahr, man glaubt es kaum, doch es ist wahr. Ein kreatives Programm und so viele unterschiedliche Gruppen, das kann nur Jutta Steinbach wuppen. Immer freundlich mit vielen Ideen, kommt jeder gerne ins Büro, um sie zu sehen. Marylin Sattler macht die Organisation und sammelt Geld, Zahlen sind ihr Metier, da ist sie ein Held. Ohne unsere Hausmeisterin Monika Gräßler wäre es um Ordnung, Sauberkeit und Dekoration schlecht bestellt, außerdem sorgt sie für viel Frohsinn im Freitags-Cafe, für wenig Geld“, fasste er schön gereimt noch einmal zusammen und erntete großen Applaus dafür – auch wenn der beliebte Seniorenberater sich und seinen nicht unerheblichen Beitrag zum großen Ganzen ganz bescheiden vergessen hatte.

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