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Wer kann das gewesen sein?

Wilde, großflächige Schmierereien sind jetzt auch an der denkmalgeschützten Hattersheimer Stadthalle aufgetaucht

Rundherum „zieren“ verlaufende Schmierereien die Hattersheimer Stadthalle, im ganzen Stadtgebiet sind seit einiger Zeit viele ähnliche Schriftzüge zu sehen.
(Foto: A. Kreusch)

HATTERSHEIM (ak) – Die Hattersheimer sind stocksauer. Die Farbschmierereien, die seit einiger Zeit auf vielen freien Wandflächen in der Stadt, sogar auf den Ortseingangsschildern in Okriftel und jetzt auch sehr großflächig an allen (!) Außenwänden der Stadthalle zu sehen sind, rufen vereinten Unmut hervor. In Facebook-Gruppen wird deutlich, dass kaum jemand mehr Verständnis dafür hat, was (vermutlich) Jugendliche da mit Farbe „gestalten“. Die verlaufenden farbigen Schriftzüge „Jane“ und „Lakmann“ haben aber auch wirklich gar kein schmückendes Element, sie sind einfach nur hässlich anzuschauen. Sollten es (das wird ebenfalls vermutet) tatsächlich „Liebesbekundungen“ sein, so hat die Angebetete bei diesem Mangel an Talent und Einfallsreichtum des „Künstlers“ sicher auch keine Freude daran.

Allerdings sind inzwischen auch Vermutungen aufgetaucht, diese scheinbaren „Tags“ (so nennt man die Zeichen von Graffiti-Sprayern) könnten mit der jugendlichen Szene in Schwalbach zu tun haben, wo es in letzter Zeit ebenfalls zu vielen wilden Schmierereien kommt. Google gibt Auskunft darüber, dass „Lakmann“ ein Musiker der Hiphop- oder Rap-Szene ist, „Mary-Jane“ wird als Synonym für Marihuana in dieser Szene gebraucht. Vielleicht ist das Gekritzel doch keine Liebeserklärung? Oder jedenfalls keine an eine Dame.

Was oder wer auch dahintersteckt: Die Ergebnisse der Farbexzesse sind einfach unschön und ärgerlich. Daran ändert auch nichts, dass die Farbe zumindest an der Stadthalle relativ leicht mit Wasser wieder zu entfernen ist. Offenbar wurden nämlich keine Sprühdosen verwendet, sondern selbst angemischte Farbe mit Wasser verdünnt und mittels Wasserspritzpistole an die Wände gebracht – daher „zieren“ auch noch hässliche Verlaufspuren die riesengroßen Buchstaben. Selbst wenn die „Künstler“ auf diese Weise keine Leitern brauchen, um auch die höchsten Wände verunzieren zu können – die Beschmierung der Stadthalle muss doch einige Zeit in Anspruch genommen haben. Da wundert es, dass in einer geschäftigen Stadt wie Hattersheim das niemandem aufgefallen ist. Man kann nur hoffen, dass ein wachsamer Bürger die „Künstler“ einmal auf frischer Tat bemerkt und die Polizei sofort dazu ruft. Denn obwohl es vielleicht ja auch der Hattersheimer Jugendfeuerwehr im Rahmen einer Übung Spaß machen würde, die Schmierereien mit dem Feuerwehrschlauch zu entfernen – eigentlich sollte das Saubermachen der besprühten Flächen ja die Aufgabe derer sein, die sich dort ohne Respekt vor dem Eigentum anderer so schlimm „verkünstelt“ haben.
 

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