Die Stadt Hattersheim am Main hat die Erstellung ihres Kommunalen Wärmeplans beauftragt. Bis 2045 soll die gesamte Wärmeversorgung im Stadtgebiet auf erneuerbare Energien umgestellt werden. Nach erfolgreichen Pilotprojekten wie der Abwärmenutzung aus Rechenzentren folgt nun die systematische Gesamtplanung für alle Bürgerinnen und Bürger.
Vorarbeit trägt Früchte – Hattersheim bündelt Erfahrungen
Mit Beschluss des Magistrats vom 14. Juli 2025 hat die Stadt Hattersheim am Main offiziell die Erstellung ihres Kommunalen Wärmeplans auf den Weg gebracht. Ziel ist eine vollständig klimaneutrale, effiziente und bezahlbare Wärmeversorgung bis 2045. Die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen soll schrittweise beendet werden. Bereits in den vergangenen drei Jahren hat die Stadtverwaltung wichtige Weichen gestellt: Die Kooperation mit Mainova und NTT Data für ein neues Wärmenetz im Landwehrquartier, die Gründung einer Wärmegesellschaft mit der Süwag Ende 2024 sowie die erfolgreiche Nahwärmeversorgung im Quartier Süd-West seit 2015 zeigen, dass Hattersheim beim Thema Wärmewende bereits aktiv ist.
Planungssicherheit für Bürgerinnen und Bürger
„Die Stadt Hattersheim hat in den letzten Jahren zahlreiche Projekte im Bereich klimafreundlicher Wärmeversorgung angestoßen – etwa die Nutzung von Abwärme aus Rechenzentren für das Landwehrquartier. Nun folgt der nächste entscheidende Schritt: Die kommunale Wärmeplanung wird offiziell gestartet”, erläutert Bürgermeister Klaus Schindling. „Kommunale Wärmeplanung schafft langfristige Planungssicherheit für die Bürgerinnen und Bürger, da frühzeitig klar wird, wo künftig Nahwärme angeboten wird und wo eigene Heizlösungen, wie zum Beispiel Wärmepumpen, sinnvoll bleiben.”
Der nun beauftragte Wärmeplan erfasst erstmals systematisch den gesamten Wärmebedarf, die vorhandenen Potenziale und die künftige Infrastruktur im Stadtgebiet. Damit werden die bisherigen Einzelprojekte in einen verbindlichen Gesamtfahrplan überführt.
Transparenz und Beteiligung im Fokus
Für die fachliche Durchführung hat die Stadt die HessenEnergie Gesellschaft für rationelle Energienutzung mbH aus Wiesbaden beauftragt. In enger Abstimmung mit Vertretern aus Politik, Verwaltung, lokalen Stadtwerken, Netzbetreibern und Wohnungsunternehmen werden Ziele, Abläufe und Raumkategorien festgelegt. Auch die Öffentlichkeit erhält Gelegenheit, sich aktiv einzubringen. Für das Jahr 2026 ist eine dreißigtägige Auslegung des Entwurfs zur Stellungnahme vorgesehen, ergänzt durch weitere Informations- und Beteiligungsangebote. Die Erstellung der Kommunalen Wärmeplanung wird rund ein Jahr dauern. Mit der Fertigstellung ist im Sommer 2026 zu rechnen. Die Stadt wird regelmäßig über den aktuellen Stand und Zwischenergebnisse informieren.
„Die kommunale Wärmeplanung ist ein Meilenstein auf unserem Weg zur klimaneutralen Stadt”, betont Bürgermeister Klaus Schindling. „Für unsere Kommune hat die Wärmeplanung einen hohen Stellenwert und ist ein wichtiger Baustein der Klimaschutzstrategie. Wir setzen auf transparente Beteiligung der Öffentlichkeit und eine enge Partnerschaft mit unseren Energieversorgern, um die Wärmewende gemeinsam erfolgreich zu gestalten.”
Kommentare