Die gut besuchte Jahreshauptversammlung des Hattersheimer Geschichtsverein 1985 e.V. fand am 19. März im Stadtmuseum statt. Nach einem Grußwort der Ersten Stadträtin Heike Seibert fiel der Rückblick des Vorsitzende Hans Franssen auf das vergangene Jahr durchweg positiv aus. Drei Ereignisse hob er in seinem Bericht besonders hervor: die Verleihung des Museumspreises der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen im Mai, die erfolgreiche Sonderausstellung „Rhein-Main-Wellpappe - Vom Babbedeggel zum Kaddong“, die von Oktober 2025 bis Februar 2026 gezeigt wurde sowie die sehr schöne Feier zum 40. Bestehen des Geschichtsvereins, die mit kleiner Verspätung am 18. Januar 2026 stattfand. Auch in reinen Zahlen konnte sich das vergangene Jahr sehen lassen: 1.707 Besucher und Besucherinnen kamen an 88 Öffnungstagen ins Museum, davon 360 Kinder. Im Durchschnitt sind das knapp 20 Besucher je Öffnungstag. Zum Großteil außerhalb der Öffnungstage wurden von den Vorstandsmitgliedern 36 Museumsführungen für Schüler- und Erwachsenengruppen durchgeführt. Zudem wurden drei Vorträge, ein Workshop, einen Erzähltreff und die besagte Sonderausstellung angeboten.
„Dies alles ist nur möglich geworden durch den unermüdlichen Einsatz des Vorstands, der engagierten Vereinsmitglieder und der ehrenamtlichen Freunde und Freundinnen des Stadtmuseums, die mit ihren Diensten die Öffnungszeiten gewährleisten“, bedankte sich der Vorsitzende bei den Genannten. Er beendete seinen Bericht mit dem sehr passenden Fazit eines Vorstandsmitglieds: „Die erfolgreichen Veranstaltungen, der Preis für unser Museum, der Erzähltreff, die Sonderausstellung zur Wellpappe und nicht zuletzt die starke Stellung, die unser Museum inzwischen in der Stadtgesellschaft einnimmt, zeigen eindrucksvoll was durch Engagement, Zusammenarbeit und Ausdauer möglich ist. Wir werden erneut Zeit, Kraft und Herzblut investieren – aber wir wissen aus Erfahrung: Es lohnt sich!“
Programm 2026
Ulrike Milas-Quirin, stellvertretende Vorsitzende, gab im Anschluss einen kurzen Ausblick auf die anstehen und geplanten Veranstaltungen des Jahres. Es beginnt mit einem Vortrag von Gernot Franckhäuser, Museologe am Landesmuseum Mainz, am 23. April. Er wird über Gemälde des 18. Jahrhunderts in Mainz und im Stadtmuseum Hattersheim referieren.
Am 17. Mai gibt es eine Sonderführung zur Geschichte der Cellulosefabrik Okriftel, bei der auch der Film über den Besuch ehemaliger Zwangsarbeiterinnen aus der Ukraine im Jahr 2003 gezeigt wird.
In der zweiten Jahreshälfte erwarten die Besucher unter anderem eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Stadtteilbüro der HaWoBau zum Thema Arbeitsmigration, bei der auch das 20-jährige Jubiläum der Migrationslotsen gewürdigt wird. Zum Jahreswechsel wird dann eine erste Kunstausstellung, organisiert in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat der Stadt, im Stadtmuseum zu sehen sein. Sie wird dem Künstlerehepaar Gerhard Matzat und Avietta Rogishiana gewidmet.
Vorstandswahlen
Auf der Tagesordnung der Jahreshauptversammlung standen schließlich noch die Vorstandswahlen. In ihren Ämtern bestätigten die Vereinsmitglieder den Vorsitzenden Hans Franssen sowie als Stellvertreter Ulrike Milas-Quirin, Dr. Andrea Schneider und Joachim Winter. Als Kassierer und Schriftführer wurden Willi Britsch und Bernhard Olp wiedergewählt. In ihren Ämtern als Beisitzer wurden bestätigt: Ute Bayer, Helmut Münch, Gertie Olp, Alexander Quirin, Roland Sauer und Karl Heinz Spengler. Verstärkung bekommt der Vorstand durch die zwei neu gewählten Beisitzer Kirsten Rose und Stephan Voswinkel. Die Vereinskasse wird in den kommenden Jahren von Dr. Roswitha Köhler und Joachim Klebe geprüft.
Nach all diesen erfolgreichen Ausführungen endete die Jahreshauptversammlung des Hattersheimer Geschichtsvereins in positiver Stimmung. Einzig das große Problem, dringend neue Magazinräume zu finden, brennt dem Verein nach wie vor auf den Nägeln. Hilfreiche Hinweise dazu sind herzlich willkommen; genauso wie weitere Freiwillige, die Aufsichtsdienste im Stadtmuseum übernehmen wollen.

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