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„Seid mutig und engagiert euch!“

Neujahrsempfang in St. Martinus im Zeichen der Sternsinger – Ausblick auf 2019 mit PGR-Wahl

Zum letzten Mal hatte in diesem Jahr Dr. Sebastian Schneider den „Einsatz“ der Sternsinger in Hattersheim koordiniert. Auch beim Dankeabend der Gemeinde St. Martinus sammelte er gerne noch Spenden ein, in diesem Jahr konnten die Sternsinger allein in Hattersheim mehr als 7000 Euro für behinderte Kinder in Peru und auf der ganzen Welt sammeln.(Foto: A. Kreusch)

HATTERSHEIM (ak) – Nach der Vorabendmesse mit den Sternsingern in der katholischen Pfarrkirche St. Martinus am Samstag, 5. Januar,  freute sich Pfarrgemeinderatsvorsitzender Hermann-Josef Häb, viele ehrenamtlich engagierte Gemeindemitglieder sowie auch Pfarrer Andreas Klee, den priesterlichen Mitarbeiter Antonio Portalatin, die Pastoralreferenten Juliane Schaad und Dr. Sebastian Schneider sowie neben Bürgermeister Klaus Schindling auch zahlreiche Magistratsmitglieder und Stadtverordnete im Saal des Gemeindehauses St. Barbara begrüßen zu können.

Seinen guten Wünschen für das Jahr 2019 schloss Häb einen kurzen Bericht aus der Arbeit des Pfarrgemeinderates (PGR) im letzten Jahr an, in dem unter anderem die zum Teil diffizile Auswertung der Fragebogenaktion der Gemeinde erfolgte, deren Ergebnisse im November bei einer Pfarrversammlung auch in gedruckter Form vorgestellt wurden. Auch die Zusammenlegung der Hattersheimer, Flörsheimer und Hochheimer katholischen Gemeinden zu einem von Bischof Bätzing schon ab 2020 geplanten Pastoralen Raum spielte eine wichtige Rolle in der Arbeit des Hattersheimer PGR. Es fanden zwei Treffen mit den Pfarrgemeinderäten der Nachbargemeinden statt, bei denen viele Argumente ausgetauscht und diskutiert wurden. „Unser PGR-Vorstand hatte den Eindruck, dass die Pfarrgemeinderäte von Flörsheim und Hochheim dem Zusammenschluss positiv gegenüberstehen“, berichtete Häb und erklärte weiter, dass sich so der Hattersheimer PGR im Oktober mehrheitlich für einen Zusammenschluss ab Januar 2020 ausgesprochen habe. Zu diesem Zeitpunkt stand allerdings das konkrete Votum der Pfarrgemeinderäte von Flörsheim und Hochheim noch nicht fest. „Mittlerweile haben beide Gremien getagt und einen vorzeitigen pastoralen Raum – die sogenannte S1-Schiene – abgelehnt, somit bleiben wir weiter eigenständig“, gab Herrmann-Josef Häb unter Beifallsäußerungen aus den Reihen der Gemeindemitglieder bekannt. Gemäß Häb hat sich der Einsatz von Iris Simon als Kita-Koordinatorin der katholischen Kindergärten von Flörsheim und Hattersheim bewährt. „Dadurch sind die bisher zuständigen Mitglieder des Verwaltungsrates deutlich entlastet“, berichtete Häb zufrieden.
Das kommende Jahr wird für die Gemeinde St. Martinus mit einem Abschied beginnen: Pastoralreferent Dr. Sebastian Schneider wird zum 27. Januar 2019 Hattersheim verlassen. Mit wehmütigen „Ohhh!“-Rufe kommentierten die Gäste des Dankeabends diese schon länger bekannte Tatsache. „Sein neues Betätigungsfeld ist die Krankenhaus-Seelsorge in der Wiesbadener Horst-Schmidt-Klinik“, berichtete Häb, und Dr. Schneider kommentierte mit einem augenzwinkernden Zwischenruf: „Ich hoffe, wir treffen uns dort nicht dienstlich“, der mit fröhlichem Gelächter aufgenommen wurde. Dr. Schneider wird nicht nur im Gottesdienst am 27. Januar verabschiedet, ein persönlicher Abschied ist bei einem anschließenden Umtrunk im Barbarahaus möglich. Eine Woche später, am 3. Februar 2020, wird sein Nachfolger, der 59jährige Hans-Joachim Kahle, der Gemeinde ebenfalls im Gottesdienst vorgestellt. Beim anschließenden Begrüßungsempfang kann man ihn ebenfalls persönlich kennenlernen.
„Ein weiterer schwerer Einschnitt steht uns dann im Sommer an, Pfarrer Antonio Portalatin wird uns verlassen“, berichtet Häb weiter. Der Pfarrer aus Puerto Rico wird allerdings noch nicht in seine Heimat zurückkehren, Washington wird seine nächste Lebens- und Forschungsstation sein. „Da dann der priesterliche Mitarbeiter wegfällt, müssen wir uns überlegen, wie die Gottesdienst-Ordnung neu gestaltet werden kann“, stellte Häb in Aussicht, wobei er bedauerte, dass die Gottesdienst- Besucher am Wochenende rückläufig sind. Zwar sei Hattersheim mit Wortgottesdienstleitern gut aufgestellt, diese seien aber kein Ersatz für die Eucharistiefeier. „Hier muss sich die Kurie endlich bewegen und Alternativen aufzeigen. Es müssen andere Formen des Gottesdienstes möglich sein“, meinte der PGR-Vorsitzende. Auch die rückläufige Zahl der Kirchenmitglieder in Hattersheim macht Häb Sorgen. Laut einer im letzten Pfarrbrief veröffentlichten Statistik stiegen im Vergleich zum Vorjahr in 2018 zwar die Zahlen der kirchlichen Taufen, Erstkommunion, Firmung, Trauungen und Beerdigungen an, es gab aber auch mehr Kirchenaustritte und die Zahl der Gemeindemitglieder sank von 7531 auf 7434. „Die Stadt Hattersheim mit ihren Neubürgern wächst immer mehr, gleichzeitig stagniert die Zahl unserer Gemeindemitglieder“, fasste Häb zusammen, „sicherlich gibt es Möglichkeiten, an die neu Zugezogenen heran zu treten, doch bedenkt, wer macht das? Den Aktiven in den Ausschüssen und Gremien kann man nicht noch mehr aufbürden, viele haben Beruf und Familie.“
Trotz allem möchte Hermann-Josef Häb nicht klagen: „Es hilft uns nicht weiter, wenn wir jammern, weil Vertrautes nicht mehr da ist. Seid mutig und engagiert euch – und wenn es nur für ein Projekt ist!“ Jetzt schon wies er auf die diesjährige Pfarrgemeinderatswahl am 9. und 10. November 2019 hin, für die wieder Kandidaten gesucht werden. „Stellen sie sich zur Verfügung, damit wieder die volle Anzahl von 18 Personen gewählt werden kann“, rief der PGR-Vorsitzende auf, „das ist auch eine Chance, das Leben der Pfarrgemeinde mit zu gestalten.“ Hermann-Josef Häb dankte allen den in den PGR- und Ortsausschüssen Aktiven herzlich für ihre Arbeit. „Ihr macht euch Gedanken, wie das Gemeindeleben in den Kirchorten lebendig gehalten werden kann“, lobte er, „durch diese Zusammenarbeit wächst die Gemeinde zusammen. Macht weiter so und stärkt unsere Pfarrgemeinde durch euer ehrenamtliches Engagement. Nur so können wir nach außen zeigen, wie unsere Kirchengemeinde lebt und nur so können wir die Verdrossenheit gegen die ‚Institution Kirche‘ hoffentlich ein wenig eindämmen!“
Bei einem guten Glas Wein, einem tollen Buffet und vielen guten Gesprächen war der „Danke-Abend“ der Gemeinde St. Martinus Hattersheim wieder eine schöne Veranstaltung der Begegnung und Kommunikation.

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