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Narhallamarsch zum Kreppelkaffee Die „Sachsehäuser“ feierten ihre Fastnacht in der Kleingärtner-Halle – Büttenreden, Tänze und viel Gesang

Indische Anmut und Eleganz pur direkt aus Eddersheim: die "Crazy Dancer" des GV Liederkranz-Eintracht.

Die „Sachsehäuser“ feierten ihre Fastnacht in der Kleingärtner-Halle – Büttenreden, Tänze und viel Gesang

Auch in diesem Jahr feierten die Hattersheimer „Sachsehäuser“ ihre Fastnacht wieder als einen gemütlichen Kreppelkaffee in der Halle des Kleingartenvereins. Bunt kostümiert und gut gelaunt konnten die Bewohnerinnen und Bewohner der Siedlung und ihre Gäste dort ein unterhaltsames Programm aus Büttenreden, Tanzvorführungen, Musik und Gesang erleben, durch welches Christine Martin charmant und humorvoll führte.

Nach einem schwungvollen Auftakt mit einem Live-Narhallamarsch ging es gleich temperamentvoll weiter: der Eddersheimer Gesangverein Liederkranz-Eintracht hatte seine „Sweetie Stars“ nach Hattersheim entsendet, die mit tropisch anmutenden Kostümen optisch und musikalisch nach Rio entführten, sie tanzten „Die Papageien sind los!“.

Danach stieg Margit Brandt in die Kleingärtner-Bütt, um vergnügliches aus dem Leben einer „Fassenachterin“ zu erzählen. Ihr folgte Dieter Freidhof, der als „begehrter Vorruheständler“ das Publikum unter anderem in den „Gießkannen-Code“ auf Hattersheims Friedhöfen einweihte – der auch an trüben Regentagen gilt und den sogar Seniorinnen und Senioren verstehen, „ohne dort jemand liesche zu habbe“.

Mit einem klassischen Gardetanz brachten die „Crazy Pearls“, die Gardetanzgruppe des TV Okriftel, beste Stimmung in den Saal, bevor Willy Britsch als Apotheker („Pillendreher“) im fliegenden weißen Kittel kauzig-humorig von seiner persönlichen und beruflichen „Pillendreh-Karriere“ berichtete.

Mit einem augenzwinkernden „Namasté!“ kündigte Christine Neudert die „Crazy Dancer“ des Gesangvereins Liederkranz- Eintracht an: „Aus weiter Ferne kommt nun Exotik, Anmut und gute Laune voller Sonnenschein zu ihnen. Direkt aus Bollywood nach Hattersheim!“ Tatsächlich entzückte das Eddersheimer Männerballett, bekleidet mit bauchfreien, glänzenden Saris "elegant" zu indischer Pop-Musik tanzend, das Publikum zu so manch heiteren Lachtränen.

Ein besonderes Highlight war der Auftritt von Günter Zeier als „Schambes“ – sein Vortrag rang jedem im Saal Beachtung und Bewunderung ab: Er blickt zurück auf seine 70 Jahre in der Bütt. Er erinnerte sich an seinen ersten Auftritt beim Hattersheimer Carneval Club, dem er einst voranstellte: „Macht merr des erste Mal nur nit so schwer, wenn’s nit so klappt, lacht umso mehr!“ Sein gereimter Bericht, wie er einst „vom Bühnenaufbau bis zum Wagenbau“ die Fassenacht von der Pike auf gelernt hatte – und zwar in einer Zeit, als es noch „keine Kugelschreiber, keine Pille und kein Plastik“ gab – hörten alle mit Anerkennung und viel Beifall. „Wir waren schon da, bevor der Mensch auf dem Mond gelandet ist – abber mir konnte uns auch für 10 Pfennig e Eis kaufe“, rief der Schambes in Erinnerung, „unn mir warn die letzt Generation, die geglaabt hat, dass e Fraa erst heirate muss, um e Baby zu bekommen!“

Apropos „heirate“: Dass der Schambes seine „Babett“ natürlich auch bei der Fassenacht kennengelernt hat, hatte man ja schon geahnt. Doch wie ein Zebra-Kostüm dazu führte, dass beide heirateten, brauchte er nur anzudeuten, um Lachsalven auszulösen. Damit kam der "Schampes“ dann zum nächsten Teil seines Vortrags: „Wie sich die Zeite unn die Gewichte der Babett geännert habbe“ , in dem er die Hochzeitsfeier, das wirkungslose Vertreiben böser Geister, Kreuzfahrten auf getrennten Schiffen und noch einiges Vergnügliches mehr schilderte. In seiner unnachahmlichen „Schampes"-Art, mit trockenem Humor, ruhig auch mal deftig, aber nie platt, die große Kunst zelebrierend, auch sich selbst auf die eigene Schippe nehmen zu können. Der "Schampes“ Günter Zeier verabschiedete sich auch in seinem 86. Lebensjahr wieder mit „Hahei!“ aus der Bütt. Seine große Hoffnung ist es, noch erleben zu können, dass der Hattersheimer Carneval Club seine „Wiedergeburt“ feiert – vielleicht sogar in der Stadthalle.

Nach einer Pause, in der die Gedecke für Kaffee und Kreppel, die an jedem Platz standen, von fleißigen Helfern abgeräumt und heiße Fleischwurst und Handkäs mit Musik aufgetragen wurden, stand Dieter Freidhof dann als „Junger Alter“ in der Bütt und berichtete karnevalistisch von seinen „Senioren-Abenteuern“. Nach der zweiten Fassenachts-Schunkelrunde des Nachmittages erzählte das „Geburtstagskind“ Kurt Nüchter von seinen besonderen Feier-Erlebnissen. Danach gab es Live-Gesang mit Christine Martin und Jörg Becker, zu „Itzi Bitzi Teenie Weenie“ oder „Humba Täterä“ konnte kräftig mitgesungen werden, der Ausflug in die Welt der heiteren Musik endete mit einer fröhlichen gemeinsamen „Polonäse Blankenese“ durch die Halle der Kleingärtner. Als „Karnevalsdoktor“ stieg dann noch Axel Knauber – allen Hattersheimer Narren ein Synonym für exzellente Vorträge – in die Bütt, bevor die „Boygroup“ des Carneval Clubs Mainperle (CCM), „Haste Töne“, das Programm des Nachmittages musikalisch wunderbar abschloss.

Nach einem großen Finale klang der Kreppelkaffee der Sachsehäuser mit Live-Tanzmusik gemütlich aus.

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