Wasserampel und Pizzamülleimer finden Zustimmung

Anträge von Bündnis 90/Die Grünen im Ausschuss für Umwelt, Bauen und Verkehr erhalten einstimmige Befürwortung

Foto: Stadt Bad Soden am Taunus
Seit Sommer 2022 informiert die Bad Sodener Verwaltung mit Hilfe einer vierstufigen Ampel über den aktuellen Trinkwasserverbrauch in der Stadt.
Seit Sommer 2022 informiert die Bad Sodener Verwaltung mit Hilfe einer vierstufigen Ampel über den aktuellen Trinkwasserverbrauch in der Stadt.

mpk

In der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am heutigen Donnerstagabend wird unter anderem über zwei Anträge der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen abgestimmt. Da beide im Rahmen der vorherigen Beratungen im Ausschuss für Umwelt, Bauen und Verkehr bereits auf fraktionsübergreifende, einstimmige Zustimmung gestoßen sind, ist auch die heutige Befürwortung durch die Stadtverordnetenversammlung höchstwahrscheinlich.

Wasserampel und Wasserkonzept

In ihrer Begründung zum ersten Antrag stellen die Hattersheimer Grünen fest, dass längere Hitze- und Trockenperioden die Stadt in Hinblick auf einen nachhaltigen Umgang mit der Ressource Wasser.zunehmend vor Herausforderungen stellen. Zeitgleich steige gerade in den immer heißer werdenden Sommermonaten der Wasserverbrauch kontinuierlich an.

Eine Wasserampel könne hier für Transparenz über die aktuelle Trinkwassersituation sorgen sowie die Bürgerinnen und Bürger frühzeitig für einen sparsamen Umgang mit Wasser sensibilisieren.

Die Verwaltung der Stadt Bad Soden am Taunus informiert bereits seit dem Sommer 2022 die dortige Bevölkerung in Form einer vierstufigen Ampel über den aktuellen Trinkwasserverbrauch in der Stadt und spricht, passend zur jeweils aktuellen Lage, Empfehlungen für den Umgang mit Wasser aus. In Phasen von Wasserknappheit ist die jeweils aktuelle Ampelphase ist auf der Startseite der städtischen Website sowie in den sozialen Netzwerken zu sehen.

So soll auch in Hattersheim eine neu einzuführende Wasserampel, neben der Information über die momentane Trinkwassersituation, gleichzeitig auch Maßnahmen und Handlungsempfehlungen zum Wassersparen kommunizieren, abhängig von der jeweiligen Versorgungslage.

Auch Kelkheim und Schwalbach informieren ihre Bürgerschaft bereits auf diese Art und Weise .

Mit der Einführung einer Wasserampel könne auch die Stadt Hattersheim vorsorgen, frühzeitig auf angespannte Versorgungssituationen reagieren und einen verantwortungsvollen Umgang mit Trinkwasser fördern, so die Grünen.

Deshalb beantragen diese nun die Einrichtung einer kommunalen Wasserampel in Hattersheim. "Darüber hinaus sollte ein Wasserkonzept in Form einer Gefahrenabwehrverordnung erstellt werden, das regelt, welche Auflagen und Beschränkungen im Fall eines 'Wassernotstandes' zu erfolgen haben", lautet der Antrag der Grünen weiter.

Der Magistrat soll mit der Umsetzung dieses Beschlusses beauftragt werden und dabei ein mit möglichst vielen Kommunen des Kreises abgestimmtes, einheitliches Vorgehen anstreben. Außerdem will man das Land Hessen in diese Planungen einbeziehen und etwaige Fördermittel in Anspruch nehmen.

Passgenaue Pizzamülleimer

Vielerorts ist leider zu erkennen, dass herkömmliche öffentliche Abfallbehälter für Pizzakartons ungeeignet sind. Dies äußert sich zum einen in viel zu schnell überfüllten Mülleimern, zum anderen in herumliegenden Pizzakartons, die eben nicht mehr in jene Abfallbehälter hineingepasst haben. Selbst geduldiges Falten und Quetschen kann letztendluch an Größe und Volumen eines üblichen Pizzakartons nicht genug ändern: Sie sind nun mal so groß wie sie sind.

Die Grünen verweisen in ihrer Antragsbegründung auf Städte wie Rüsselsheim, Korbach oder Tettnang: Dort sind bereits spezielle Sammelbehälter für Pizzakartons im Einsatz. "Solche Behälter können dazu beitragen, überfüllte Mülleimer zu vermeiden und der Vermüllung von Parks und Grünflächen entgegenzuwirken", so die Hattersheimer Grünen.

Nach deren Vorstellung soll nun der hiesige Magistrat testweise einen speziell für Pizzakartons geeigneten Abfallbehälter im Stadtgebiet aufstellen. Und zwar am besten dort, wo nach den Erfahrungen der Stadtverwaltung, und insbesondere der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bauhofs, regelmäßig ein erhöhtes Aufkommen an entsorgten Pizzakartons festzustellen sei. Man denkt da beispielsweise an den Bereich am Grünen Haus im Hattersheimer Stadtpark.

"Nach einer angemessenen Testphase soll die Nutzung des Abfallbehälters ausgewertet werden. Bei einem erfolgreichen Verlauf sollen weitere geeignete Standorte im Stadtgebiet identifiziert und mit entsprechenden Abfallbehältern ausgestattet werden", heißt es im Antrag der Grünen abschließend.

Bürgermeister Klaus Schindling rief in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Bauen und Verkehr in diesem Zusammenhang in Erinnerung, dass man vor nicht allzu langer Zeit im Rahmen der Aktion "Sauberhaftes Hattersheim" spül- und wiederverwendbare Pizzakartons aus Plastik in Auftrag gegeben habe. Diese wurden nicht nur an die damaligen Helfergruppen als Dankeschön verschenkt, sondern man sei auch auf die hiesigen Pizzerien zugegangen habe versucht, selbigen diese neue ressourcenschonende Errungenschaft schmackhaft zu machen. Leider ohne Erfolg: Keine Pizzeria wollte sich darauf einlassen, obwohl die Stadt ihnen diese Plastikpizzaboxen kostenlos zur Verfügung gestellt hätte.

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