Dass in Eddersheim eine Hochwasserschutzmauer entlang des Mainufers errichtet werden soll, welche vor einem 200-jährigen Hochwasser schützt, ist den direkt am Main gelegenen Anliegern inzwischen ja bestens bekannt. Auch dass für deren Errichtung am Mainufer massiv in die Natur eingegriffen werden muss. Wie tief das Eingreifen in die Natur letztlich ausfallen wird, ist aktuell jedoch noch nicht absehbar.
Um hier mehr Licht ins Dunkel zu bringen, hat die SPD-Fraktion am 24.09.2026 zur SVV einen Antrag betreffend des Hochwasserschutzes in Eddersheim eingereicht. Ziel war es, den Magistrat unter anderem aufzufordern, zeitnah, und zwar noch bevor weitere Ausführungen der Hochwasserschutzmaßnahmen am Mainufer erfolgen, den Antragsteller als auch die übrigen Fraktionen über die zu erwartenden Maßnahmen und die daraus abzuleitenden Auswirkungen auf die Natur zu informieren.
Der von der SPD eingebrachte Antrag dazu, der auch von Grüne und Linke mitgetragen wurde, ist jedoch mit den Stimmen von CDU und FDP abgelehnt worden. Was unweigerlich folgenden Fragen aufwirft: Wird der Hochwasserschutz in Eddersheim politisch missbraucht? Haben Hattersheimer Fraktionen und die Hattersheimer Bevölkerungen keinen Anspruch auf Auskunft zu einem Projekt, das nicht nur erhebliche Auswirkungen auf die Natur haben wird, sondern insbesondere auch auf die direkt in Eddersheim am Main lebenden Anliegern und ihren Häuser?
Ich persönlich habe dazu eine klare Meinung: Ja, sowohl die Hattersheimer Fraktionen als auch die Hattersheimer Bevölkerung haben eine Anrecht auf Auskunft, gerade bei einem solchen Projekt mit seinen zu erwartenden massiven Auswirkungen auf die Natur und die Anlieger am Eddersheimer Mainufer.
Die erfolgte Ablehnung der SPD Anfrage durch CDU und FDP lässt hingegen noch einen weiteren Schluss zu. Im günstigsten Fall haben sich CDU und FDP selbst noch nicht tiefer mit dem Thema befasst und können daher aktuell keine Auskunft geben. Im ungünstigsten Fall wissen CDU und FDP schon weit aus mehr, zum Beispiel wie viele Bäume tatsächlich gefällt werden sollen/müssen. Und geben sich mit Auskünften deshalb so zugeknöpft, um, wie ein CDU-Mitglied es formulierte, den für seine Partei bereits entstandenen „größten Gegenwind“ nicht noch zu einem unkontrollierbaren Orkan anwachsen zu lassen? Dazu kommt, dass den wiederholten Aussagen von Bürgermeister Schindling „Es werden nur neun Bäume gefällt“ nicht mal mehr ein laues Lüftchen standhalten würde.
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