Die Wiedereinführung der Leihroller in Hattersheim bestätigt für mich einmal mehr, dass die Stadtregierung bei ihren Entscheidungen offenbar nicht alle Interessen der Bürger gleichermaßen berücksichtigt.
Natürlich ist es grundsätzlich zu begrüßen, wenn die Stadt moderne Mobilitätsangebote ermöglichen möchte. Doch bei der Umsetzung scheint mir deutlich über das Ziel hinausgeschossen worden zu sein. Mit rund 140 möglichen Abstellpunkten im Stadtgebiet wird eine Regelung geschaffen, die im Alltag neue Probleme mit sich bringen kann.
Besonders kritisch sehe ich, dass die Roller auf Gehwegen abgestellt werden dürfen und dadurch Fußgänger, Eltern mit Kinderwagen sowie Kinder mit Fahrrädern behindern können. Gehwege sollten in erster Linie den Menschen gehören, die sie sicher und ungehindert nutzen möchten.
Warum hat man nicht auf feste Abstellflächen gesetzt, wie sie auch in anderen Städten erprobt werden? Den Nutzern wäre es durchaus zuzumuten, die letzten Meter zu Fuß zurückzulegen, anstatt die Roller beliebig im öffentlichen Raum abzustellen.
Zudem stellt sich die Frage, wie die Stadt die Einhaltung der Regeln kontrollieren will. Viele Einwohner dürften kaum wissen, wo sich die vorgesehenen Abstellpunkte befinden. Es ist daher absehbar, dass der städtische Mängelmelder künftig verstärkt genutzt werden muss, wenn Roller Wege versperren oder ungünstig abgestellt werden.
Ein konkretes Beispiel ist mir an der Ecke Akazienstraße/Linsenberger Straße aufgefallen: Dort standen an beiden Einmündungen jeweils zwei Roller auf dem Gehweg. Genau solche Situationen zeigen, dass zwischen einer Regelung auf dem Papier und ihrer praktischen Umsetzung ein erheblicher Unterschied bestehen kann.
Eine bürgerfreundliche Verkehrspolitik sollte nicht allein darauf abzielen, ein zusätzliches Mobilitätsangebot zu schaffen. Sie muss ebenso die Interessen von Fußgängern, Familien und Menschen berücksichtigen, die auf ausreichend breite und freie Gehwege angewiesen sind.
Gut gemeint ist eben nicht immer gut gemacht. Ich wünsche mir von der Hattersheimer Stadtregierung, dass sie die Bedenken der Bürger ernst nimmt und die Regelung noch einmal überprüft. Feste Abstellflächen und eine konsequente Kontrolle wären aus meiner Sicht ein sinnvollerer Weg.
Kommentare