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Arbeitsvermittlung auf Rekordniveau

Hielscher: Doch Aufschwung kommt nicht überall an / Sozialbericht 2010 vorgestellt

MAIN-TAUNUS (pm) - Im vergangenen Jahr konnten 2326 Langzeitarbeitslose im MTK in Arbeit vermittelt werden.

Bei der Vorstellung des Sozialberichts 2010 bezeichnete der Erste Kreisbeigeordnete Hans-Jürgen Hielscher die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt als erfreulich: „Dies ist die höchste Vermittlungszahl, seitdem der Main-Taunus-Kreis eine Optionskommune ist.“ Bemerkenswert seien dabei auch die überregionalen Vermittlungen nach Italien, Spanien, Dänemark, Österreich, Schweiz und Polen. Jedoch komme der Aufschwung nicht überall an.

Die Arbeitslosenzahl sei 2010 zwar nicht gestiegen, wohl aber die Zahl der Hilfeempfänger, die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II erhielten (Hartz IV). Im Jahr 2009 waren es 8964 gewesen, im Jahr 2010 klettere die Zahl um 241 auf 9205. Bei den Alleinerziehenden, die Leistungen erhalten, sei es 2010 zu einem Anstieg von 776 auf 790 gekommen. „Viele Alleinerziehende arbeiten oft nur in Teilzeitbeschäftigung, weil sie sonst Familie und Beruf nicht vereinbaren können. Das geringe Gehalt reicht aber oft nicht aus, um die Familie zu ernähren“, so Hielscher. Zu den Hilfeempfängern zählen auch 1911 Personen, die trotz Arbeit auf staatliche Leistungen angewiesen sind.

Hielscher wertet das als ein Zeichen für eine zunehmende „Erwerbsarmut“. Zudem seien die Lebenshaltungskosten im Main-Taunus-Kreis sehr hoch. Im Falle einer sozialen Notlage könnten manche Menschen sich nicht mehr aus eigener Tasche helfen. Das gelte auch für viele Kinder und Jugendliche. 32 Prozent der Leistungsbezieher seien jünger als 18 Jahre.

Aber auch immer mehr ältere Menschen über 65 Jahren kämen mit der geringen Rente nicht aus und müssten zusätzlich unterstützt werden. Im vergangenen Jahr seien 97 Personen hinzugekommen, die eine Grundsicherung im Alter erhalten hätten. Somit stieg die Zahl seit 2009 von 1339 auf 1377. Ältere Frauen seien dabei häufiger von Altersarmut betroffen, das seien 13 Prozent mehr als im Vorjahr.

Wie wichtig das Thema finanzielle Absicherung im Alter sei, zeigten auch die Zahlen zur demographischen Entwicklung im Main-Taunus-Kreis, die erstmals im Sozialbericht 2010 enthalten sind. Bis zum Jahre 2030 werde nach diesen Vorausberechnungen die Quote der Menschen im erwerbsfähigen Alter zwischen 20 und 64 Jahren von 59,6 auf 55,8 Prozent sinken. Dagegen steige der Anteil der Bürger über 64 Jahren von 20,7 auf 26,1 Prozent.

Vor diesem Hintergrund müsse die Politik handeln, so Hielscher: „Die sozialen Sicherungssysteme gehören auf den Prüfstand, damit wir in Zukunft die Generationenfrage gerecht beantworten können.“

Der Kreis habe bereits auf die veränderte Altersstruktur reagiert und im vergangenen Jahr einen Pflegestützpunkt eingerichtet sowie die Seniorenberatungsstellen weiter ausgebaut.

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