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Der Fahrtwind weht um die Nase

Motorrad-Gespannfahrt des Antoniushauses wieder ein großes Highlight für Bewohner und Schüler

Im doppelten Sinne gespannte Vorfreude herrschte kurz vor der Abfahrt zur 24. Gespannfahrt des Antoniushaues.
(Fotos: privat)

 

HOCHHEIM (pm) – Lautes Motorenbrummen kündigte ihre Ankunft an: 85 Motorräder fuhren am ersten Septemberwochenende auf dem Gelände des Antoniushauses in Hochheim vor. Die Fahrer kamen aus den unterschiedlichsten Richtungen nach Hochheim: aus verschiedenen Regionen Deutschlands, den Niederlanden, der Schweiz und Frankreich hatten sie sich mit ihren Bikes auf den Weg gemacht, um bei der 24. Gespannfahrt des Antoniushauses dabei zu sein und gemeinsam mit Bewohnern und Schülern mit körperlichen Beeinträchtigungen zu fahren, zu grillen und zu feiern. Und sie wurden schon ungeduldig erwartet, denn die Ausfahrt mit den Gespannfahrern ist ein jährlicher Höhepunkt für die Bewohner und Schüler im Antoniushaus. Was vor 25 Jahren mit wenigen Gespannen begann, hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Ausflug für fast alle Bewohner und Mitarbeiter des Antoniushauses entwickelt.

Der Park des Antoniushauses glich einer Mischung aus Motorradparkplatz und Festival-Gelände: Motorräder – mit und ohne Beiwagen, Zelte, Pavillons und Menschen in Lederjacken und Bikerkluft, wohin man schaute. Monika Dittmann, Seelsorgerin im Antoniushaus, segnete passend zum Lutherjahr die Fahrer und Beifahrer mit dem leicht modifizierten Morgensegen von Martin Luther und wünschte allen eine gute Fahrt. Dann war der große Moment da: Vibrierende Motoren und Benzingeruch kündigten den Start der 24. Gespannfahrt an. Langsam ging es für alle Richtung Ausgangstor des Antoniushauses. 43 Motorräder mit Beiwagen, in denen zuvor die Jugendlichen und Erwachsenen mit Beeinträchtigung Platz genommen hatten, 42 Solomaschinen, Antoniushausmitarbeiter sowie unzählige ehrenamtliche Helferinnen und Helfer machten sich in der Kolonne auf den Weg. Proviant, Rollstühle und Helfer nahmen in Bussen eine verkürzte Strecke, um vor den Gespannfahrern beim Rastplatz zu sein. Flankiert von der Motorradpolizei Flörsheim, die sich wie jedes Jahr um den sicheren Ablauf der Fahrt kümmerte, ging es für die bunt gemischte Gruppe in den Hochtaunuskreis.

Vorbeiziehende Landschaften, wärmende Sonne und kühler Fahrtwind sorgten für eine angenehme Fahrt. Vorbeifahrende Motorradfahrer wurden eifrig gegrüßt. Auf halber Strecke warteten an der „Kittelhütte“ bei Seelenberg Kuchen und frisch gebrühter Kaffee auf die Gruppe. „Dass das alles so toll klappt – da haben viele Menschen einen Anteil dran: Allen voran die Motorradfahrer, die sich aus den entlegensten Ecken aufgemacht haben, um an der Gespannfahrt teilzunehmen, das gesamte Orga-Team aus dem Antoniushaus und natürlich die Flörsheimer Motorradpolizei, die uns auch in diesem Jahr eskortiert. An sie alle ein großes Dankeschön dafür, dass sie in diesem Jahr wieder zu diesem besonderen Erlebnis beitragen“, bedankte sich Hartmut Hillmann, Freizeitpädagoge aus dem Antoniushaus und seit Jahren Hauptorganisator der Gespannfahrt. Frisch gestärkt ging es anschließend weiter zur zweiten Etappe – zurück Richtung Hochheim. Als die Fahrerinnen und Fahrer am späten Nachmittag wieder das Antoniushaus erreichten, hatten sie rund 115 Kilometer zurückgelegt. „Das war einfach nur toll“, fasste ein Bewohner des Antoniushauses die bisherigen Erlebnisse des Tages in einem Satz zusammen.

Und der Tag war noch lange nicht vorbei: Wer wollte, ließ sich auf den eigens hergerichteten Bänken im Park des Antoniushauses nieder. Groß neben Klein, Alt neben Jung, bärtiger Rocker neben punkigem Berufsschüler. Gespannfahrt-Fahrer-Sein verbindet. Auch ein kurzer Regenschauer konnte der guten Stimmung nichts anhaben. Bis spät in die Nacht wurde gemeinsam gegessen, gefeiert und zu den Klängen von SELF, der inklusiven Band des Antoniushauses, getanzt. Es wurden Geschichten von vergangenen Gespannfahrten erzählt, bestehende Freundschaften gepflegt und neue Kontakte geknüpft. „Die Atmosphäre hier lässt sich gar nicht richtig in Worte fassen – am ehesten vielleicht so: Man kommt jedes Jahr zurück zu Freunden und Familie“, versuchte einer der Gespannfahrer, der seit Jahren ins Antoniushaus kommt, die besondere Stimmung zu erklären und fügte hinzu: „Die Gespannfahrt ist bei uns inzwischen ein fester Termin im Kalender. Wir werden auf jeden Fall auch im nächsten Jahr wieder dabei sein!“

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