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Mosaik von St. Peter und Paul

Franz-Ludwig Siebel vollendet sein neues Werk aus fast 6000 Steinchen

WEILBACH (gl-wl) – Vor 19 Jahren hatte Waltraud Siebel einen sehr ausgefallenen Geburtstagswunsch an ihren Ehemann Ludwig: „Wenn du mir etwas schenken möchtest, dann male mir ein Bild oder fertige mir zu den runden Geburtstagen ein Mosaik mit Motiven meiner Heimatstadt Hochheim.“

 

Gesagt, getan. In fast 20 Jahren entstanden zu allen Feierlichkeiten unzählige Aquarelle, Zeichnungen und auch einige großformatige Mosaike. Zum 50. Geburtstag war das erste große Mosaik „Das alte Rathaus“ fertiggestellt, dessen Vorbild in Hochheim bereits 1964 abgerissen wurde. Anlässlich des Hochheimer Weihnachtsmarktes stellte Familie Siebel das Mosaik zur Freude der Gäste im Weingut Peter Velten aus, zu dem Familie Siebel eine langjährige persönliche Verbindung hat.
Als zweites Mosaik entstand das „Weilbacher Schloss“, ein Wunsch des Künstlers selbst, einem geborenen Weilbacher, über das wir in einer früheren Ausgabe unserer Zeitung ausführlich berichteten. Im Jahr 2008 wurde nach erneuter jahrelanger Anstrengung wieder ein Hochheimer Motiv geschaffen, das Großmosaik „Die Madonna am Plan“. Besonders die feinen Gesichtszüge von Maria und Jesus-Kind waren für Siebel eine Herausforderung, die er mit Hilfe einer Porzellanmalerin annahm und dadurch seine Technik perfektionierte.
Nun, mehr als ein Jahr vor dem nächsten runden Geburtstag und der bevorstehenden Goldenen Hochzeit entstand in unglaublicher Fleiß- und Feinarbeit die „Kirche Sankt Peter und Paul“. In mehr als 650 Arbeitsstunden, verteilt über vier Jahre, wuchs aus 5983 exakt zugeschnittenen und perfekt gefeilten farbigen Fliesenstückchen das eindrucksvolle Mosaik der Südansicht der Hochheimer Kirche. Man kann nur erahnen wie viel Geduld, Ruhe und nicht zuletzt Können in solch einem Kunstwerk stecken.
Über Langeweile, so betont Waltraud Siebel scherzhaft, habe sie ihren Mann seit dem Rentenalter noch nie klagen hören. Der inzwischen 76-jährige Ludwig Siebel, gelernter Farblithograf, liebt die künstlerische Herausforderung und trifft sich neben seiner Beschäftigung mit den Mosaiken seit vielen Jahren einmal in der Woche mit anderen Hobbymalern bei der Mallehrerin Hilde Eckelmann in Flörsheim, um sich auch mit anderen Interessierten auszutauschen und gemeinsam zu malen. Dabei entstehen nicht nur Weilbacher und Hochheimer Motive, sondern auch Heimat- und Urlaubsansichten, Landschaften, Stillleben und Tierbilder.
Aber eines haben sie alle gemeinsam, sie dienen nur der Freude an der Kunst, nicht dem Broterwerb. Die staunenden und bewundernden Augen der Betrachter, die Freude und Dankbarkeit seiner Ehefrau Waltraud und der Stolz der ganzen Familie, einschließlich der Enkelkinder Ramona, Marina und Jasmin Rühl, die auch Interesse und künstlerisches Geschick teilen, sind der Mühe Lohn.
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