Ein schönes Sommerfest hatte die FDP Kriftel auf die Beine gestellt. Viele Krifteler und Kriftelerinnen waren der Einladung gefolgt, aber auch Gäste aus Hofheim, Hattersheim, Hochheim oder Frankfurt konnte man antreffen. Die zahlreichen Gäste nahmen an schön dekorierten Tischen unter großen Schirmen Platz und genossen Frucht-Seccos vom Obsthof Heil, Kaffee und Kuchen und kalte Getränke. Für eine musikalische Untermalung sorgte das BluesHaus Bad Soden.
Edelgard und Berthold Heil hatten angeregt, dass für jedes zweite Glas Secco eine Spende für die Bärenherz Stiftung Wiesbaden gegeben wurde. So kamen bei dem Fest 200 Euro für den guten Zweck zusammen.
Florian Conrad, seit zehn Jahren Ortsvorsitzender der FDP Kriftel und ebenso lange Vorsitzender der FDP-Fraktion in der Gemeindevertretung Kriftel, eröffnete das Fest. „Ich bin sehr stolz auf meinen Ortsverband“, betonte er. Das exakte Gründungsdatum für den Ortsverband Kriftel war der 23. November 1976, konnte man weiter erfahren. „Damals hatte der Ortsverband zehn Mitglieder, aktuell ebenfalls zehn - klein, aber oho.“ Der erste Vorsitzende des Ortsverbands war Kurt Herbert Heinrich. Bei der Kommunalwahl im März 1977 erhielt die FDP in Kriftel mit ihrem Spitzenkandidaten Dr. Rainer Koch ein Mandat. Seitdem hatte die FDP bis auf die Legislatur 1989 bis 1993, wo man an zwei fehlenden Stimmen scheiterte, immer in der Krifteler Gemeindevertretung mindestens ein Mandat.
Florian Conrad berichtete weiter, dass er oft gefragt werde, warum er Politik mache und sich so stark engagiere. Er erklärte dieses an einem Beispiel: An der Kreuzung Gutenbergstraße / L 3011 kam es immer wieder zu Problemen. Durch den unermüdlichen Einsatz der FDP sei es gelungen, durchzusetzen, eine Fußgängerampel zu installieren. „Dafür hat es sich gelohnt zu kämpfen.“
Für das schöne Fest bedankte sich Conrad bei allen Gästen, den Rednern, Berthold und Edelgard Heil, der Gemeinde Kriftel, der Feuerwehr und der Kerbegesellschaft für die Unterstützung.
Blick zurück
Als Zeitzeuge berichtete Dietrich Muth über die 1970er Jahre. Muth wird oft als „Urgestein“ der Hattersheimer Kommunalpolitik bezeichnet. Dietrich Muth war von 1977 bis 2023 Stadtverordneter in der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Hattersheim und insgesamt 14 Jahre Kreistagsabgeordneter im Kreistag Main-Taunus. „Kaum einer weiß noch, dass damals die Bundeshauptstadt Bonn hieß“, so startete er. „Die Kommunen mussten sich damals nach der Kommunalreform die Wunden lecken.“ Der Plan war gewesen, den Main-Taunus-Kreis aufzuteilen und einen Teil Wiesbaden, den anderen Teil Frankfurt zuzuordnen. Dagegen konnte sich der Kreis erfolgreich wehren.
1972 gab es die erste Kommunalwahl nach der Kommunalreform. Im gleichen Jahr gründeten sich die Ortsverbände Hattersheim, Hochheim und Flörsheim. Diese schauten dann, ob es auf der politischen Landkarte noch weiße Flecken gebe, die man beseitigen müsse. So fiel das Augenmerk auf Kriftel. Der Hattersheimer Ortsverband habe dann, unterstützt von Eppstein, Eschborn und Kelkheim, viele Gespräche mit Kriftelern geführt. Dann kam es 1976 zur Gründung des Ortsverbands Kriftel. Schnell wurden eine Liste und ein Wahlprogramm aufgestellt. Und tatsächlich, bei der Kommunalwahl 1977 hatte die FDP drei Stimmen mehr als sie benötigte und zog mit einem Sitz in die Gemeindevertretung ein. „Alles Gute und viel Erfolg für die nächsten 50 Jahre“, war Muths Wunsch für die FDP Kriftel. Und schmunzelnd fügte er hinzu: „Befreit die CDU vom Makel der absoluten Mehrheit.“
Grußworte und Glückwünsche
Bürgermeister Christian Seitz betonte, dass es immer wie ein kleines Familientreffen sei, wenn man in Kriftel zu einem Fest zusammenkomme. In der Tat waren beim Jubiläumsfest der FDP auch der Vorsitzende der Krifteler Gemeindevertretung, Alexander Feist, und Politiker der SPD anwesend. „Was uns alle politisch verbindet, sieht man auch auf dem Slogan der FDP-Wahlplakate“, bemerkte Seitz. Dort heißt es: „Kriftel ist, was zählt.“ Er lobte die gute Zusammenarbeit aller Parteien in Kriftel und die gelungenen Bemühungen aller für einen guten gesellschaftlichen Zusammenhalt. Als Geschenk für die FDP Kriftel hatte Seitz ein Krifteler Wappen mitgebracht.
Dr. Thorsten Lieb, seit 2025 Landesvorsitzender der FDP Hessen, zeigte sich beeindruckt von den guten Wahlergebnissen der FDP Kriftel. „Zweistellig, das haben nicht so viele, das ist wunderbar“, sagte er. Dieses sei vorbildlich für den Rest der Partei. Es sei klar, dass das Land Veränderungen brauche und daran müsse man gemeinsam arbeiten.
Dirk Westedt, Bürgermeister der Stadt Hochheim am Main, war ebenfalls zum Jubiläum nach Kriftel gekommen. Er erinnerte sich gerne an die Zusammenarbeit mit Krifteler FDP-Politikern wie Gaby Thiel und Bettina Jansen. Er wünschte dem Ortsverband Kriftel weiterhin Kampfgeist und Kraft.
Demokratie beginnt vor Ort
Dr. Stefan Naas war von Florian Conrad gebeten worden, in einem Vortrag die Rolle der Ortsverbände zu schildern. Naas war von 2009 bis 2018 Bürgermeister der Stadt Steinbach. Seit Anfang 2024 ist er Fraktionsvorsitzender der FDP-Fraktion im Hessischen Landtag und seit 2025 stellvertretender Landesvorsitzender der FDP Hessen.
Grundsätzlich sei es nicht festgeschrieben, dass ein Ortsverband gegründet werde, erklärte er. Es sei eine bewusste Entscheidung der politisch Aktiven. Der Kontakt der Menschen vor Ort finde in den Ortsverbänden statt und dieses ginge weit über das Politische hinaus. Auch gesellschaftlich hätten die Ortsverbände eine besondere Bedeutung. Seiner Meinung nach seien sie die Kernzelle der Demokratie. In seinem Alltag habe er oft erlebt, dass besonders sehr meinungsstarke Menschen durch Diskussionen im Ortsverband geerdet würden. Grund sei, dass man hier ganz andere Meinungen aus der Gemeinde kennenlernt und sich anders damit auseinandersetzen müsse als in den Sozialen Medien. Weiter müsse man sich zu einer Partei bekennen, wenn man für die Liste kandidiere. Wenn man dann einer Fraktion in der Gemeindevertretung angehöre, müsse man lernen, dass die Mehrheit entscheidet und man nach außen auch Positionen vertreten müsse, für die man nicht gestimmt habe. Mit diesem eindeutigen Pro für die Ortsverbände gratulierte er der FDP Kriftel herzlich.




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