„Der Einschulungstag ist ein ganz besonderer Tag, den man nicht noch einmal im Leben erlebt“, das gab Kriftels Bürgermeister Christian Seitz den neuen Lindenschülern und -schülerinnen mit auf den Weg. Diesen Tag sollte man genießen. Bürgermeister Seitz sprach für die gesamte Gemeinde: „Ganz Kriftel wünscht euch alles Gute auf eurem weiteren Schulweg.“ Er fragte die Kinder, aus welchen Kindertagesstätten sie kommen, wobei sich herausstellte, dass Kinder von allen fünf Krifteler Kitas anwesend waren. Abschließend versprach er, in der nächsten Woche in der Schule vorbeizukommen und die Krifteler Einschulungs-T-Shirts mitzubringen.
Für die 68 Jungen und 46 Mädchen, die nun fünf erste Klassen in der Lindenschule besuchen, war es ein aufregender Tag. Zwei Einschulungsfeiern fanden in der kleinen Schwarzbachhalle statt. Viele Kinder hatten sich für ihren großen Tag besonders fein gemacht: mit Schleifen im Haar, festlichen Kleidern, Hemden oder schicken T-Shirts. Schon früh vor dem Termin warteten die Erstklässler und Erstklässlerinnen mit ihren Eltern, Großeltern und Geschwistern vor der Schwarzbachhalle. Die Schultüten wurden dann den Eltern übergeben und die Kinder versammelten sich um ihre zukünftige Lehrerin. Genauso wie bei den Ranzen, die in allen Farben und Motiven leuchteten, gab es auch bei den Schultüten eine große Vielfalt, selbstgebastelt oder fertig gekauft, bunt oder einfarbig, mit Dinos oder Einhörnern, mit Stickern beklebt oder bemalt. Die Eltern und Angehörigen der Kinder nahmen in der Schwarzbachhalle Platz, während die frischgebackenen Schüler und Schülerinnen mit ihren Lehrerinnen auf den Einzug warteten.
Dann ging es los! Für den festlichen Rahmen der Einschulungsfeier sorgten die Kinder des Singkreises der Lindenschule, die zur Begrüßung ein fröhliches Lied sangen. Gemeinsam mit der Klasse 2 b trugen sie anschießend ein „Hallo und herzlich willkommen“ vor. Dieses in allen Sprachen, die die Kinder der Lindenschule sprechen können. Durch ein weiteres Lied machten sie den Neuen viel Mut, denn wer fürchtet sich schon vor der Schule, wenn er hört: „Im Klassenraum geht’s richtig rund, die Schule macht dein Leben bunt.“
Auch die Rede von Steffen Nagel, dem Schulleiter der Lindenschule, sollte den Kindern die Aufregung nehmen. Er stellte zunächst die Frage „Wer war heute aufgeregt?“ an die Kinder, dann an die Eltern und auch an die Lehrkräfte. Es zeigte sich, praktisch alle hatten ein „Kribbeln im Bauch“. Zum Namen „Lindenschule“ erläuterte er, dass in Kriftel die Linde eine besondere Bedeutung habe. Sie steht für einen Ort der Gemeinschaft, an dem jeder und jede willkommen ist und sich Freundschaften schließen lassen. Solch ein Ort ist auch die Lindenschule. Steffen Nagel erzählte eine kurze Geschichte, in der der Erstklässler Jonas, als er das erste Mal in seiner Schule ist, das Gefühl hat „hier gehöre ich hin“. Genau das wünscht er sich für alle neuen Schüler und Schülerinnen. Seine Erfahrung ist, dass spätestens nach zwei Wochen die Kinder eine Schulgemeinschaft bilden und sich wohl fühlen. Von den neuen Lindenschülern und -schülerinnen wünscht sich Steffen Nagel drei Dinge: „bleibt neugierig, bleibt freundlich und habt den Mut, Fragen zu stellen.“ Auch den Eltern „überreichte“ er durch seine Worte eine virtuelle Schultüte. Darin packte er Gelassenheit, Vertrauen und Humor.
Auf in die Lindenschule
Nach der Vorstellung der Lehrerinnen riefen diese jedes Kind ihrer Klasse einzeln auf. Die Klassen versammelten sich dann vor der kleinen Schwarzbachhalle. Kurz bevor die letzten Schüler aufgerufen waren, gab es einen Räumungsalarm und alle mussten die kleine Schwarzbachhalle verlassen. Zum Glück stellte sich später heraus, dass es ein Fehlalarm war.
Eltern und Kinder gingen gemeinsam zur Lindenschule. Dort erwarteten die Lehrerinnen ihre Klassen unter den Linden, um anschließend geschlossen in Zweierreihen in die Klassen zur ersten Unterrichtsstunde zu gehen. Die Begleiter der neuen Schüler und Schülerinnen konnten sich die Zeit durch Gespräche, einen Kaffee mit Kuchen oder auch ein Gläschen Sekt vertreiben. Schon seit über 30 Jahren ist es Tradition, dass die zweiten Klassen bei der Einschulung die Bewirtung zur Begrüßung der neuen Eltern übernehmen. Auch der Verein zur Förderung der Lindenschule hatte wieder einen Stand, an dem man für 10 Euro T-Shirts mit Lindenschulen-Emblem kaufen konnte.
Schule und Garten
„Die Schule ist wie ein großer, bunter, blühender Garten“, das erklärten die evangelische Theologin Kristel Neitsov-Mauer und die katholische Gemeindereferentin Christine Krempel am Montagabend den aufmerksamen Erstklässlern und ihren Familien beim Einschulungsgottesdienst in St. Vitus. Die beiden Referentinnen hatten allerlei Gartengeräte wie Schaufel, Gießkanne, Dünger, Rankhilfe und Schere mitgebracht. Sie erklärten, dass die Lehrer und Lehrerinnen genauso wie gute Gärtnerinnen viel tun, um die Pflanzen (die Kinder) gut gedeihen zu lassen. Die Rolle der Sonne übernehmen die Eltern, indem sie Kraft und Wärme vermitteln. Zur seelischen Stärkung gab es ein Gebet, in dem um Freude und Spaß in der Schule, unterstützende Lehrkräfte, neue Freunde, Geduld der Eltern und eine gute Klassengemeinschaft gebetet wurde.




Kommentare