Heckenspaziergang sensibilisiert für Barrierefreiheit

Foto: Gemeinde
Die diesjährigen Heckenspaziergänger am Treffpunkt an der Linde.
Die diesjährigen Heckenspaziergänger am Treffpunkt an der Linde.

hb

Nach längerer Pause hat die Gemeinde Kriftel am 4. Juli wieder zu einem Heckenspaziergang eingeladen. Die Aktion, die auf eine Idee des Bündnisses Barrierefreies Kriftel zurückgeht, hat in der Gemeinde bereits eine lange Tradition. Ziel ist es, Grundstückseigentümer auf freundlich Weise dafür zu sensibilisieren, Hecken und Sträucher so zurückzuschneiden, dass Gehwege für alle sicher und problemlos nutzbar bleiben.

Von überhängenden Ästen sind insbesondere sehbehinderte Menschen betroffen. Aber auch Eltern mit Kinderwagen, Menschen mit Rollstuhl oder Rollator stoßen immer wieder auf Hindernisse. Gerade Dornenzweige können für sehbehinderte Menschen zu einer erheblichen Verletzungsgefahr werden, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt werden.

Zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmer trafen sich an der Krifteler Linde und machten sich in zwei Gruppen auf den Weg durch die Gemeinde. Mit dabei waren Bürgermeister und Ordnungsdezernent Christian Seitz, der zu der Aktion eingeladen hatte, die blinde Initiatorin des Arbeitskreises Barrierefreiheit Karin Muhr, die Vorsitzende des Sozialausschusses Marlene Krüger mit ihrem Kinderwagen, Mitglieder der politischen Gremien sowie weitere interessierte Bürgerinnen und Bürger.

Karin Muhr, die sich seit vielen Jahren für Barrierefreiheit in Kriftel engagiert, begrüßte die Neuauflage der Aktion: „Ich bin dankbar, dass die Gemeinde die Heckenspaziergänge wieder aufgenommen hat. Die Menschen verstehen viel besser, warum es wichtig ist, Hecken zurückzuschneiden, wenn Betroffene selbst darauf aufmerksam machen, als wenn das Ordnungsamt lediglich einen Brief an die Grundstückseigentümer schreibt.“

Ganz ohne schriftliche Information ging es dennoch nicht: Die Teilnehmer führten entsprechende Hinweise der Gemeinde mit sich und warfen diese dort, wo Handlungsbedarf bestand, in die Briefkästen der Anwohner ein.

Der Heckenspaziergang zeigte einmal mehr, dass Barrierefreiheit im Alltag oft mit kleinen Maßnahmen beginnt. Bereits wenige zurückgeschnittene Äste können dazu beitragen, dass Gehwege für alle Menschen sicher und ohne Einschränkungen genutzt werden können. Die Aktion setzt dabei bewusst auf Aufklärung und persönliche Begegnungen statt auf bloße Aufforderungen – ein Konzept, das sich in Kriftel seit Jahren bewährt hat.

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