Zuletzt wurde die Krifteler Gemeindevertretung vor einem guten Jahr über die nach der Kurzfristenenergiesicherungsverordnung (EnSikuV) notwendigen und kurzfristig umsetzbaren Energiesparmaßnahmen in gemeindeeigenen Liegenschaften informiert. Zur aktuellen Sitzungsrunde legte der Gemeindevorstand nun der Gemeindevertretung einen aktuellen Bericht vor, dem entnommen werden kann, mit welchen Maßnahmen man welche Einsparergebnisse in Hinblick auf die aktuelle Energiekrise erzielen konnte, die vor allem als direkte Folge des Russischen Überfalls auf die Ukraine zu sehen ist.
So wurde unter anderem wurde die Warmwasserbereitung in den Schwarzbachhallen und auf dem Sportplatz (im Funktionsgebäude Umkleide) abgeschaltet, heißt es in der Vorlage des Gemeindevorstands: "Die Raumtemperatur in öffentlichen Einrichtungen sowie die Betriebszeiten der Wärmeerzeugungsanlagen wurden überprüft und angepasst. Die Nutzerinnen und Nutzer wurden vor Beginn der Heizperiode mithilfe von Aushängen sensibilisiert. Für die Büros im Rathaus wurden Thermometer angeschafft, damit die Selbstkontrolle der Temperatur möglich ist."
Zur Bewertung des Energieverbrauchs und des genutzten Einsparpotenzials wurden die beiden Heizperioden 2021 und 2022 miteinander verglichen.
Differenz zwischen den Verbrauchswerten der zwei Heizperioden
So kann nun festgestellt werden, dass in den Liegenschaften Feuerwehrgerätehaus, Heimatmuseum und Sportplatz trotz der getroffenen Maßnahmen mehr Gas verbraucht als ein Jahr zuvor. Maßgeblich für diesen Trend auf dem Sportplatz dürfte primär die seit Mitte Oktober 2022 wieder genutzte ehemalige Platzwartwohnung sein, die erst seitdem auch wieder beheizt wird.
Im Feuerwehrgerätehaus wird der Mehrverbrauch dem Bericht zufolge "auf die vorhandenen Wärmeüberträger in Form von Deckenlufterhitzer in der Fahrzeughalle" zurückgeführt. Denn selbige sind auf eine eine Vorlauftemperatur von mindestens 75°C angewiesen, um die Fahrzeughalle zu erwärmen. Derzeit seien zwei Lufterhitzer für das Raumvolumen der Halle nicht ausreichend dimensioniert. "Das Absenken der Vorlauftemperatur hätte zur Folge, dass die Fahrzeughalle nicht ausreichend erwärmt würde. Die Verwaltung plant derzeit die Installation von effizienteren Wärmeüberträgern", heißt es in der Vorlage des Gemeindevorstands weiter.
Im Heimatmuseum wurde ebenfalls nicht weniger geheizt als zuvor, aus Sorge um die vorhandenen, teils empfindlichen Ausstellungsobjekte. Beschädigungen der Exponate wollte man bewusst nicht riskieren.
Keine Energiesparmaßnahmen wurden auch in der Liegenschaft "Friedhofsgebäude" ergriffen. Die Gründe hierfür: Für das Beheizen des Gebäudes sind diverse Raumheizer zuständig, die nur im Bedarfsfall aktiviert und individuell reguliert werden. Außerdem sind der dortige Eingangsbereich sowie die Bleiverglasung als "energetische Schwachstelle" zu sehen - beides schränkt das Potenzial zum Einsparen von Energie erheblich ein.
Und auch im Bauamtsgebäude konnte im Vergleich zu den anderen Liegenschaften in Gemeindeeigentum nur relativ wenig Energie gespart werden. Der Grund hierfür: Das dortige Dachgeschoss wurde wieder in Betrieb genommen.
Besondere Erwähnung im Bericht über die erfolgten Energiesparmaßnahmen fand auch der Umstand, das die Daten zu den Einsparungen im Krifteler Parkbad nicht sehr aussagekräftig seien, da das Bad 2022 einen um einen Monat versetzen Eröffnungstermin hatte - dies erschwert natürlich einen direkten Vergleich zum Vorjahr.
Enorme Einsparung in der Gemeindebücherei
Spitzenreiter in Sachen Energieeinsparung ist die Krifteler Gemeindebücherei am Bahnhof. Dort wurden die Betriebszeiten der Heizungsanlage neuerdings so eingestellt, dass erst eine Stunde vor der jeweiligen Eröffungszeit die programmierten 19°C erreicht werden. "Außerhalb der Öffnungszeiten wurde die Heizleistung der Anlage auf die vorgegebene Temperatur von 16 Grad Celsius verringert", so der Bericht des Gemeindevorstands.
Energiesparziel erreicht
Insgesamt fällt das Fazit zur erreichten Energieeinsparung durchaus positiv aus: "An den elf Liegenschaften Rat- und Bürgerhaus, Dienstgebäude Bauamt, Dienstgebäude Personalamt, Feuerwehrgerätehaus, Heimatmuseum, Heimatverein, Bücherei, Haus der Vereine, Sportplatz, Schwarzbachhallen und Parkbad konnten insgesamt 235.220,42 kWh Gas durch die durchgeführten Maßnahmen eingespart werden", hält der vorgelegte Bericht fest. Dies entspreche einer Einsparung 2022 von über 20 Prozent im Vergleich zum Gesamtverbrauch dieser Liegenschaften in der Heizperiode ein Jahr zuvor. "Demnach wurde das Ziel, den Gasverbrauch um 20 Prozent zu reduzieren, für die aufgezählten Liegenschaften erreicht", heißt es in der Vorlage des Gemeindevorstands abschließend.



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