Nutrias am Schwarzbachufer

Begegnungen mit Hunden sollten unbedingt vermieden werden

mpk

In Kriftel gibt es neue Nachbarn. Sie sind bis zu einen Meter lang, sehen dem Biber ganz und gar nicht unähnlich, haben jedoch einen eher rattenartigen Schwanz, weshalb diese Tiere zuweilen auch "Biberratten" genannt werden. Geläufiger ist heutzutage jedoch die Bezeichung "Nutrias".

Einst wurden die ursprünglich aus Südamerika stammenden Nutrias vor über 100 Jahren zur Pelzproduktion nach Europa importiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Bundesrepublik der Hauptabnehmer von Nutriapelzen. Die heute hier in freier Wildbahn lebenden Tiere sind daher auch Nachfahren von Artgenossen, die den Pelzfarmen entlaufen sind.

Schon seit Jahren werden frei lebende Nutrias hier in der Region immer wieder gesichtet. In Okriftel und Eddersheim teilen sie sich zuweilen mit Bibern das dortige Mainufer. Nur zu gerne lassen sie sich mit Gemüse und Salat füttern, allzu scheu sind sie dabei nicht.

Massiv ist die Nutria-Verbreitung in Deutschland bislang dennoch nicht, da das hiesige Klima für die Spezies nicht optimal ist. Milde Winter und die zunehmende Fütterung der Tiere haben jedoch dazu geführt, dass sich der hiesige Bestand zwischen 2015 und 2021 mehr als verdoppelt hat.

Auch in Frankfurt sind die Nutrias seit vielen Jahren verbreitet. Ein Sprecher des dortigen Umweltdezernates stellte 2024 fest, dass die Nager dort nicht für Probleme wie in manchen anderen Landesteilen sorgen. Ebenso bestätigte das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG), dass Nutrias kaum nachteilige Auswirkungen auf Ökosysteme haben. Ein Grund hierfür ist der Umstand, dass die Nutrias keine überlegenen Konkurrenten für heimische und streng geschützte Arten wie den Biber darstellen.

Besser kein Kontakt zu Hunden

Jedoch ist auch festzuhalten, dass Nutrias als wild lebende Tiere bei Begegnungen mit frei laufenden Hunden durchaus zur Gefahr werden können. Zeigen Hunde Jagdverhalten oder legen einfach nur einen Spieltrieb an den Tag, kann es zu brenzligen Situationen kommen.

Am Schwarzbach ist immer wieder zu beobachten, dass Hundehalterinnen und -halter ihre Vierbeiner dort ohne Leine baden lassen. In Hessen müssen Hunde in belebten Bereichen angeleint sein, dazu zählen auch Parks und Grünanlagen. Gleichzeitig ist klar: Wildtiere bewegen sich in ihrem natürlichen Lebensraum. Das Risiko von Auseinandersetzungen zwischen Hunden und Wildtieren in deren natürlichem Lebensraum entsteht meist dann, wenn Hunde unkontrolliert in Gewässernähe, an Böschungen oder in Bewuchsbereiche vordringen.

Daher ist es wichtig, dass Hunde stets so geführt werden, dass diese jederzeit abrufbar sind. Und insbesondere in Gewässernähe, an Böschungen und in wildreichen Bereichen ist ein Führen an der Leine sehr ratsam.

Kommentare

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
Sicherheitsprüfung
Diese Frage hat den Zweck zu testen, ob Sie ein menschlicher Benutzer sind und um automatisierten Spam vorzubeugen.
Bild-CAPTCHA
Geben Sie die Zeichen ein, die im Bild gezeigt werden.


X