So voll war es bei der „Lesebühne“ im Foyer des Rat- und Bürgerhauses noch nie: Mehr als 100 Besucherinnen und Besucher kamen zur Lesung mit Tim Frühling – die Veranstaltung war ausverkauft. Weil der Andrang größer ausfiel als erwartet, reagierte die Gemeinde flexibel und schuf kurzfristig mehr Raum, damit alle Platz fanden.
Schon der Auftakt machte klar, dass dieser Abend mehr sein würde als eine klassische Autorenlesung. Saxofonist Matthias Rüdiger sorgte mit live gespielten Stücken für einen atmosphärischen Einstieg, der perfekt zur Krimi-Stimmung passte und das Publikum sofort aufnahm. Dabei blieb es nicht bei Musik „von vorn“: Rüdiger bewegte sich spielend durch die Reihen und rahmte das Programm immer wieder musikalisch ein – ein Format, das die Lesung lebendig machte und hörbar begeisterte.
Matthias Rüdiger ist in der Region kein Unbekannter: In Hofheim betreibt er die Musikwerkstatt, in der nicht nur Instrumente ausprobiert werden können, sondern auch fachgerechte Reparaturen möglich sind. Rüdiger ist gelernter Holzblasinstrumentenmacher – entsprechend sachkundig und routiniert wirkt sein Zugang zu Klang und Instrument.
Bühnenpräsenz stellte sofort Nähe her
Im Mittelpunkt stand an diesem Abend jedoch Tim Frühling, vielen bekannt als Moderator beim Hessischen Rundfunk und als Wetteransager im Hessischen Fernsehen. Der Autor präsentierte Auszüge aus seinem Kriminalroman „Hessentagtod“ – und tat das mit einer Bühnenpräsenz, die sofort Nähe herstellte: lässig auf der Tischkante sitzend, ein Bein über den Oberschenkel geschlagen, in der einen Hand das Mikrofon, in der anderen das Buch.
Wer bei einem Krimi vor allem Spannung erwartet, bekam sie – aber eben auch Humor. Frühling versprach dem Publikum augenzwinkernd: „Erst kommt der Tod einer jungen Frau – eine von sechs, die zur Wahl der Hessenkönigin angetreten sind – dann wird’s aber lustig.“ Und genau so wurde es: ein überaus unterhaltsamer Abend mit vielen Pointen, spontanen Reaktionen und Einblicken in den „echten Hessentag“ aus seiner Zeit beim Hessischen Rundfunk.
„Besonders gut kam an, wie mühelos der Autor die Zuhörerinnen und Zuhörer mit direkter Ansprache und kleinen Geschichten immer wieder mitgenommen hat“, schwärmt Organisatorin Hanna Dunkel vom Kulturforum Kriftel. Und wer hoffte, am Ende alle Antworten zu bekommen, wurde auf typisch kriminalliterarische Weise auf die Folter gespannt: Frühling ließ zum Schluss offen, wer tatsächlich stirbt – und wer der Mörder ist.
Nächste Lesebühne am 20. März
Die nächste Lesebühne findet am Freitag, 20. März, um 20 Uhr ebenfalls im Foyer des Rat- und Bürgerhauses statt. Dann stellt Iris Otto ihren neuen Roman „Das Elternhaus“ vor. Musikalisch begleitet wird der Abend von Paul Pfeffer aus Kelkheim mit Gesang, Gitarre und Saxofon.
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