Nigeria: „Kommt! Bringt eure Last.“

Ökumenischer Weltgebetstags-Gottesdienst am letzten Freitag in St. Vitus

hl

Die Idee des Weltgebetstags, der in jedem Jahr am ersten Freitag im März gefeiert wird, ist folgende: Gebete, die in einer gemeinsamen Liturgie gesprochen werden, wandern über 24 Stunden lang um die Erde und verbinden dadurch Menschen in mehr als 150 Ländern der Welt miteinander. Die Liturgie wird jedes Jahr von Frauen eines anderen Landes ausgearbeitet. Dadurch stellen sie ihre Heimat mit allen Problemen, aber auch mit ihrer Schönheit und Besonderheit vor. Längst ist der Weltgebetstag nicht mehr nur Frauensache, auch Männer sind herzlich zum Mitbeten und Mitfeiern eingeladen. Schon 1927 fand der erste internationale christliche Weltgebetstag statt. In diesem Jahr hatten christliche Frauen aus Nigeria den Gottesdienst vorbereitet.

In Kriftel wird immer abwechselnd in der katholischen Kirche St. Vitus oder in der evangelischen Auferstehungsgemeinde der Weltgebetstag gefeiert. Am letzten Freitag hatte ein Team aus der katholischen Gemeindereferentin Christine Krempel und sieben Frauen den Gottesdienst in St. Vitus gestaltet. Die Frauen hatten den Altar mit Tüchern in den Farben der nigerianischen Flagge, vielen handgearbeiteten Dingen aus Afrika, einem Kreuz, Früchten und Reis geschmückt. Alle Ankommenden wurden in der Kirche mit einem Stein begrüßt als Symbol für eine Last, die jeder zu tragen hat.

Über das Land Nigeria wurde im Gottesdienst einiges berichtet. Die politische Situation ist von Instabilität geprägt. Korruption, Machtkämpfe und Gewalt sind an der Tagesordnung. Trotz reicher Bodenschätze leiden viele Menschen unter großer Armut. Anschläge durch islamistische Gruppen wie Boko Haram verursachen Unsicherheit und Leid. Nigerias Bevölkerung ist eine der jüngsten weltweit. Insgesamt umfasst sie 230 Millionen Menschen. Religiös betrachtet ist Nigeria in etwa zu gleichen Teilen vom Christentum und Islam geprägt, wobei der Süden überwiegend christlich und der Norden mehrheitlich muslimisch ist.

Die Liturgie zum diesjährigen Weltgebetstag erzählt von Hoffnung, Mut und Durchhaltevermögen der gebeutelten Menschen. Das Motto „Kommt! Bringt eure Last.“ bezieht sich auf Vers 28 im 11. Kapitel des Matthäusevangeliums: Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.

Wie die Nigerianerinnen trotz aller Widrigkeiten ihr Leben meistern, da sie Jesus voll vertrauen und ihre Sorgen und Last auf ihn werfen, konnte man durch die Geschichten von drei Frauen erfahren. Als Christinnen können sie aus ihrem Glauben immer wieder Hoffnung schöpfen. Der Aufforderung von Christine Krempel an die Anwesenden, es den nigerianischen Frauen gleich zu tun und ihren Stein und damit ihre Last und Sorgen am Altar abzulegen, kamen viele nach.

Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst vom „Chor für neue geistliche Lieder“ unter der Leitung von Winfried Kuchenbrod. Sehr erfreulich war, dass am gemütlichen Beisammensein nach dem Gottesdienst fast 40 Menschen teilnahmen. Bei den vom Team vorbereiteten nigerianischen Speisen, frischem Obst, Obstsalat und afrikanischen Knabbereien konnte man den Abend in netter Gemeinschaft ausklingen lassen.

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