Oldies, Ohrwürmer und Originelles im „Café Liederkranz“

Beschwingtes Kaffeehaus-Konzert des Gesangvereins Liederkranz 1860 Kriftel im Rat- und Bürgerhaus

mpk

Im Oktober 2024 hatte der Männerchor des Liederkranzes Kriftel noch in das Gasthaus "Zur kleinen Kneipe" eingeladen, nun war es am vergangenen Sonntagnachmittag das "Café Liederkranz", das um 15 Uhr seine Türen im Rat- und Bürgerhaus öffnete.

Bevor die Sänger die Bühne im "Café" betraten, konnten es sich die vielen Gäste bei Kaffee und Kuchen an den bereitgestellten Sitzbänken bequem machen. Launig wurde miteinander geplaudert, und gerne ließ man sich die gebackenen Köstlichkeiten schmecken, die an der Theke im hinteren Teil des Saales angeboten wurden. Hier kümmerten sich einige Sängerinnen der "Choryfeen" um das leibliche Wohl der Gäste. So nahm ein gemütlicher und geselliger Nachmittag seinen Anfang, und gemeinsam genoss man die Vorfreude auf das bevorstehende Konzert.

Pünktlich um 16 Uhr schritten dann die Mitglieder des Männerchors zur Tat, wie immer unter der musikalischen Leitung von Sebastian W. Wagner am Flügel.

Das Chormitglied Klaus Irmer führte auch diesmal wieder als Moderator durch den Nachmittag und lieferte wissenswerte Einleitungen und Hintergründe zu den einzelnen Liedern.

Los ging der musikalische Reigen mit "Heute beginnt der Rest deines Lebens" von Udo Jürgens, gefolgt von "Der Hammerschmied", einem Trinklied aus dem Liederbuch für die Deutschen in Österreich anno 1884. Hierzu hatte man in Unterlagen aus den Anfangsjahren des Liederkranzes recherchiert, weil man sich fragte, was denn vor 150 Jahren so zum Besten gegeben wurde? So wurde auch schnell klar, dass die Zuhörerschaft an diesem Nachmittag eine musikalische Zeitreise durch verschiedene Epochen erwarten würde - und auch durch ferne Länder, wie das dritte Lied verdeutlichte, das da hieß: „Blankenstein Husar - Dort drunten im schönen Ungarnland“.

Auf das 100 Jahre alte amerikanische Spiritual "Kumbaya" folgte dann ein Stück, das bereits im Gasthaus "Zur kleinen Kneipe" zum Besten gegeben worden war: "Die kleine Kneipe" von Peter Alexander ist eine Coverversion des holländischen Liedes "’In't kleine café aan de haven" von Pierre Kartner, besser bekannt als "Vader Abraham", der im deutschsprachigen Raum 1977 durch das "Lied der Schlümpfe" berühmt wurde.

Nach dem Wandern, welches des Müllers Lust ist, und "Wenn die Elisabeth nicht so schöne Beine hätt'" wagte man einen Sprung in die Gegenwart mit der "Tatschofonie" von Oliver Gies, einem deutschen Sänger und Songschreiber. Das Lied nimmt die moderne "Sucht" nach dem eigenen Smartphone gekonnt auf die Schippe, heißt es dort doch: ""Guten Tag, Herr Doktor, ich habe ein Problem: Ich muss alle paar Minuten auf mein Handy seh'n" - manch einer wäre wohl froh, wenn er es sogar mal ein paar Minuten aushalten würde...

Und auch der letzte Song vor der Pause war ein alter Bekannter aus dem Repertoire des Männerchores: Mit "Wir sind die alten Säcke" blickten die Sänger selbstironisch auf ihr eigenes fortschreitendes Alter.

Nachdem sich die Kaffeehaus-Gäste nochmal mit Kaffee und Kuchen eindecken konnten, läuteten die Sangesbrüder mit dem Heidelberger Trinklied "Trink! Trink! Trink!" den zweiten Teil ihres Konzertes ein, gewidmet den Mädchen vom Rheine. Mit "Komm, lieber Mai, und mache" brachte man die immer größer werdende Sehnsucht nach beständig warmem Frühlingswetter zum Ausdruck, bevor man mit "Bella Ciao" ein weltbekanntes Stück darbot, das vor allem in der Fassung der italienischen Partisanen im Zweiten Weltkrieg bekannt wurde und sich davon ausgehend zu einer regelrechten Hymne des Antifaschismus entwickelte.

Nach "Bajazzo" hatte Udo Jürgens mit "Griechischer Wein" seinen zweiten indirekten Auftritt des Nachmittags, gefolgt vom "Trizonesien-Song", einem weiteren Stück, das der Männerchor immer wieder gerne vorträgt. Das von Karl Berbuer geschriebene Karnevalslies wurde 1948 erstmals eingesungen und fungierte zuweilen als inoffizielle Hymne der drei westlichen Besatzungszonen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges.

Schließlich präsentierte man noch den 1959 erschienenen italienischen Schlager "Marina" von Rocco Granata, den fröhlichen Kanon "Auf ihr Freunde", ein weiteres geselliges Trinklied, das zum Schunkeln und Mitsingen animiert, sowie das traditionelle polnische Lied "Sto lat", das zu allerlei feierlichen Anlässen und Jubiläen immer wieder zum Einsatz kommt.

Satt vom leckeren Kuchen und beseelt von der schönen Chormusik verließen die zufriedenen Gäste das "Café Liederkranz" wieder, zweifellos in großer Vorfreude auf das nächste Konzert des talentierten Männerchores des Krifteler Gesangvereins Liederkranz. Man kann nur hoffen, dass die Wartezeit nicht zu lang ausfallen möge.

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