Rückzug der Pachtanwärterin hat seinen Preis

Schwarzbachhallen: Ausschüsse beschäftigen sich mit Sachstandsbericht und Finanzierung der laufenden Baumaßnahmen

Bild: Konzeptfabrik Bitburger Braugruppe
Visualisierung des neuen Gastraums im Restaurant der Schwarzbachhallen.
Visualisierung des neuen Gastraums im Restaurant der Schwarzbachhallen.

mpk

Es läuft nicht alles wie am Schnürchen in Sachen Sanierung und Erweiterung der Restauranträumlichkeiten in den Schwarzbachhallen. Der Rückzug der einstigen Pachtanwärterin Funda Özcan hat den Ausbau des Gastraums ins Stocken gebracht. Dies hält der Sachstandsbericht zum Thema fest, der in der kommenden Wochen im Planungsausschuss sowie dem Haupt- und Finanzsausschuss behandelt werden wird.

So wurden Arbeiten, die gegenüber Funda Özcan seitens der Gemeinde bereits zugesagt wurden, vor deren Rückzieher planmäßig in Auftrag gegeben. Dies betrifft den Abriss, der bereits ausgeführt wurde, sowie die Möblierung. Die Produktion jener Möbel ist längst angelaufen. Notwendige Bodenbelags-, Wand-, Decken- und Trockenbauarbeiten, die ursprünglich Aufgabe der Pachtanwärterin gewesen wären, liegen derzeit still. Die Suche nach einem neuen Pächter hat längst begonnen.

Doch auch wenn sich die Anzahl der Interessenten dem Bericht zufolge auf immerhin ein Dutzend belaufen soll, hat sich in Gesprächen bereits herauskristallisiert, dass "bereits die den etwaigen Pächtern obliegende gastronomische Grundausstattung eine erhebliche Belastung für eben diese darstellt", heißt es im Sachstandsbericht. Neben dem losen Inventar, wie etwa Geschirr, in Küche und Gastraum müsse "im ersten Schritt auch Ware besorgt, der Endausbau der Beschallung vorgenommen und vor allem Personal rekrutiert werden." Auch die Installation technischer Überwachungsinstallationen sowie des Kassen- und Bezahlsystems warten auf die künftigen Pächter.

Nicht zuletzt deshalb empfiehlt der Gemeindevorstand deshalb die Fertigstellung des Gastraums durch die Gemeinde, damit der Start des Restaurants in Abstimmung mit etwaigen neuen Pächtern noch in diesem Jahr erfolgen könne.

Im Sinne einer "reibungs- und weitgehend nahtlosen Fortführung der Ausbaumaßnamen im Gastraumbereich setzt der Gemeindevorstand auf die im Projekt bereits etablierten und bewährten Strukturen und verzichtet auf planerische Begleitung durch Architekten und Fachplaner aus Kostengründen". Diverse beauftragungsreife Netto-Angebote bzw. Kostenschätzungen liegen bereits vor, so zu den Sanitärarbeiten (15.000 Euro), Elektroarbeiten (31.000 Euro), zu Wand, Decke, Boden (66.000 Euro), und für "Unvorhergesehenes" kalkuliert man sicherheitshalber mit weiteren 20.000 Euro.

Zur Deckung der nach dem Rückzug von Funda Özcan entstandenen Zusatzkosten und der Kostenentwicklung durch die teilweise unerwarteten Anforderungen schlägt der Gemeindevorstand vor, die im Haushalt 2026 geplante und bislang nicht bewirtschaftete Maßnahme zur Anschaffung einer Netzersatzanlage in Höhe von 365.000 Euro zu verwenden. "Darüber hinaus können sich im Zuge der weiteren Arbeiten im Gastraumbereich - insbesondere aufgrund der Besonderheiten des Bauens im Bestand ohne begleitendes Architekturbüro und ohne Fachplaner - zusätzliche technische, konstruktive oder ausführungstechnische Erfordernisse ergeben, die derzeit noch nicht abschließend absehbar sind", heißt es in den Erläuterungen zur Beschlussvorlage weiter.

Die technischen und planerischen Voraussetzungen für eine spätere Umsetzung der Netzersatzanlage seien bereits geschaffen; über die tatsächliche Errichtung der Anlage selbst könne dann im Rahmen der Haushaltsberatung 2027 erneut entschieden werden.

Verpachtungsstrategie der Gemeinde

Im Sachstandsbericht wird festgehalten, dass dem überraschenden Rückzug der Pachtanwärterin durchaus auch eine Chance für die Gemeinde Kriftel innewohne. Wie bereits erwähnt, haben sich bereits zwölf Interessenten bei der Gemeinde gemeldet und die Räumlichkeiten auch schon besichtigt.

Der Kreis der potenziellen Pächterinnen und Pächter setzt sich in Teilen auch aus Quereinsteigern und relativ unerfahrenen Restaurantbetreibern zusammen, es sind aber auch langjährige Gastronomie-Unternehmer dabei - teils mit Catering-Erfahrung, teils ohne. "Insofern ist die Auswahl vielfältig und aussichtsreich", fasst der Bericht optimistisch zusammen.

Die Interessenten sollen nun einen Fragebogen ausfüllen, der darüber Aufschluss geben soll, wie es um "verschiedene Aspekte der Erfahrung und Kompetenz" bestellt ist. Dabei spielen, neben der Wirtschaftlichkeit, auch das Konzept, die Ausrichtung der Küche sowie die handelnden Personen eine überragende Rolle.

Letztendlich sollen drei wesentliche Fragen beantwortet werden: Traut man den Interessenten einen langfristigen, wirtschaftlich tragfähigen und schmackhaften Restaurantbetrieb zu? Traut man den Interessenten einen alljährlich kompetenten und schmackhaften Veranstaltungsbetrieb in Hinblick auf die Karnevalskampagnen, deren Bewirtung den Pächtern obliegen sollen, zu? Und welche Pachtzahlung sieht der jeweilige Wirtschaftsplan der Interessenten vor und wie belastbar ist dieser?

Die Auswertung der Rückläufer des Fragebogens soll die Auswahl der Interessenten auf maximal zwei bis drei Bewerber verdichten. Mit diesen "Finalisten" will man dann Gespräche über eine etwaige Verpachtung vertiefen. Ziel des Verfahrens sei es, die Auswahl auf zwei geeignete Interessenten zu reduzieren.

Kommentare

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
Sicherheitsprüfung
Diese Frage hat den Zweck zu testen, ob Sie ein menschlicher Benutzer sind und um automatisierten Spam vorzubeugen.
Bild-CAPTCHA
Geben Sie die Zeichen ein, die im Bild gezeigt werden.


X