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Leserbrief Gründe für die Teilnahme an der Traktor-Demo in Wiesbaden

Etwa 2.800 Landwirte mit rund 1.500 Traktoren demonstrierten am Dienstag in Wiesbaden.

Leserbrief

Die Gruppierung "Land schafft Verbindung" rief Landwirte am vergangenen Dienstag, den 12. Dezember, zur Demonstration in Wiebaden auf. Der Krifteler Landwirt Johannes Theis erläutert, warum er an der Demonstration teilnahm.

Zusammen mit meinem Vater führe ich einen landwirtschaftlichen Betrieb bereits in der sechsten Generation. Diesen möchte ich in den nächsten Jahre gerne übernehmen, mein Traum seit der Grundschule. Jedoch werden die Produktionsmöglichkeiten in der Landwirtschaft jedes Jahr schwieriger. Auf der einen Seite bedingt durch den Klimawandel, auf der anderen Seite durch die Politik.

Außenhandelsabkommen der

Bundesregierung

Unsere Bundesregierung schließt ein Abkommen mit südamerikanischen Staaten zur Einfuhr von Rindfleisch, im Gegenzug darf die deutsche Industrie Waren in diese Länder einführen. Für die Rinderhaltung wird wertvoller Regenwald abgebrannt, das Rindfleisch wird kostengünstig nach Deutschland eingeführt. Da es in Deutschland andere Produktionsanforderungen gibt, ist es den deutschen Landwirten nicht möglich für diese Preise zu produzieren. Es fallen Verdienstmöglichkeiten für die Landwirtschaft weg, da nicht jeder Bundesbürger bereit ist für qualitativ hochwertiges Rindfleisch den benötigten Preis zu bezahlen.

Es sollen mehr Biobetriebe in

Deutschland entstehen

Wenn jeder Landwirt auf Bio umstellen würde, wäre die Grundversorgung der Bundesbürger nicht mehr sichergestellt. Auf biologischen Flächen ist der Ertrag deutlich geringer als auf konventionellen Flächen. Die Lebensmittel würden um einiges teurer werden und nicht jeder kann sich das leisten. Ebenso hätten die bereits biologisch produzierenden Betriebe weniger Einkommen, da es automatisch sinkt, wenn das Angebot zu groß ist. Gerne produzieren wir Landwirte biologisch, wenn gewährleistet ist, dass aus dem Ausland keine Bioprodukte eingeführt werden, die nicht nach unseren Biostandards angebaut werden.

Verbot von Pflanzenschutzmittel

In jedem Jahr wird mehr Pflanzenschutzmitteln die Genehmigung entzogen, das heißt sie dürfen nicht mehr eingesetzt werden. Jeder Landwirt hat einen Sachkundenachweis gemacht, der ihn dazu berechtigt, diese Mittel auszubringen. Kein Landwirt wird mehr Pflanzenschutzmittel sprühen als notwendig. Sie kosten Geld und niemand möchte die Natur mehr belasten als nötig.

Wir wünschen uns mehr sachliche und fachliche Diskussion bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln und weniger Emotionen.

Verschärfung der Düngeverordnung

Hier wird die Landwirtschaft sehr gerne an den Pranger gestellt. Dabei wird nur das gedüngt, was nach Bodenuntersuchungen tatsächlich im Boden fehlt. Jedes Kilogramm mehr an Dünger kostet Geld.

Wir Landwirte leben mit der Natur und für die Natur, denn nur so können wir sie für die nächsten Generationen erhalten.

Wir sind bereit sachlich mit jedem zu diskutieren, aber er muss auch akzeptieren, dass wir davon leben müssen.

Konkurenz belebt das Geschäft, aber bitte nur zu den gleichen Bedingungen.

Johannes Theis, Kriftel

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