„Wir haben richtig viel in Bewegung gebracht. Wir haben die Gleise gelegt und den Zug draufgestellt. Er soll Tempo aufnehmen, aber auch den Bahnhof sehen wir schon. Und wollen insgesamt schneller als die Deutsche Bahn werden.“ Mit diesem Vergleich aus der Welt der Eisenbahn schloss Matthias Brand die Jahreshauptversammlung der Handball-Abteilung von TuS Kriftel. Wichtig sei es, auch weiter Leute für das „Anschieber-Team“ zu bekommen. Denn, so Brand: „In der großen Handballer-Familie macht es noch viel mehr Spaß.“ Ihm selbst macht es weiter sehr viel Spaß, denn gerade ist nicht nur der Startschuss für die neue Handball-Spielgemeinschaft (HSG) Schwarzbach gefallen (siehe weiteren Bericht), sondern er selbst auch für zwei weitere Jahre als Abteilungsleiter bestätigt worden.
Durch die Bauarbeiten in der Schwarzbachhalle durften die Handballer ins Vereinsheim der Fußballer umziehen, wofür sie dankbar waren. Der Besuch ließ dann trotz der aktuellen Informationen zur neuen HSG ein wenig zu wünschen übrig. Zumal es auch noch weitere wichtige Wahlen gab. So wurde Dominik Fries als Kassenwart in seinem Amt bestätigt. Er konnte zuvor von einem sehr erfolgreichen Jahr 2025 berichten, das mit einem sehr positiven Ergebnis für die Handballer endete. Weshalb er die Abteilung finanziell auch in einem ruhigen Fahrwasser sieht. So hatten auch die Kassenprüfer nichts zu beanstanden, die Entlastung war einstimmig. Ebenso einmütig liefen die weiteren Wahlen: Oliver Kähler beerbt Frank Weiner als Jugendwart. Jens Racky ist nicht mehr Mädelwart, kümmert sich aber als Beisitzer um den Bereich IT. Weitere Beisitzer sind Petra Lehmann als Handballer-Geschäftsstelle und Thomas Huhmann für die Aktiven. Einen Abschied nach zwei sehr engagierten Jahren gab es auch: Caroline Wittek hat als Damenwartin aufgehört, ihre Aufgaben übernimmt nun Aktivenwart Marius Krüger. Frank Weiner komplettiert den Vorstand als Stellvertretender Abteilungsleiter sowie Schriftführer/Pressewart. Kassenprüfer sind nun Oliver Kriz und Emma Henke.
In einer Präsentation hatten die jeweiligen Vorstandskollegen ausführlich berichtet. Zufrieden ist Brand mit 524 Mitgliedern, ein Viertel der Gesamtzahl der TuS Kriftel. 223 sind aktiv unter 18, 136 aktiv und 155 passiv oder über 40 Jahre alt. Brand hob eine „qualifizierte Jugendarbeit“ hervor, in der gerade Themen wie Kindeswohl und Führungszeugnis eine wichtige Rolle spielen. Erstmals gibt es mit Mika Weiner wieder eine Kraft im Freiwilligen Sozialen Jahr bei den Handballern, eine Nachfolge wird noch gesucht, Interessenten können sich melden. In Planung nach den Leitlinien der Deutschen Sportjugend ist noch ein darüber hinaus gehendes Schutzkonzept.
Im Mittelpunkt steht aktuell die HSG Schwarzbach, die ab 1. Juli offiziell an den Start gehen wird. Brand erinnerte an die ersten konkreten Ideen bei einer Vorstandssitzung, an die Bildung einer „HSG-Loading“-Gruppe, einen Workshop mit Partner TV Hofheim und schließlich zuletzt der Unterzeichnung der Vereinbarung. „Da steckt eine ganze Menge Arbeit drin“, so Brand, der das Orga-Team der „Kick-Off-Veranstaltung“ sowie die beiden wichtigen Gruppen für Marketing und Sponsoring hervorhob.
Sportlich lief es bei den Aktiven in der Saison mit Höhen und Tiefen. Aushängeschild waren die Damen, die am Ende auf den sehr guten fünften Platz kamen und mittelfristig mit dem neuen Trainer Daniel Heilhecker-Teixeira in der Oberliga vorne angreifen wollen. Die MSG Schwarzbach I hat nun mit dem Sieg gegen Münster wohl den Klassenverbleib geschafft, dagegen muss die MSG II absteigen. Die Dritte wiederum wurde Vizemeister, das Team hat nun aber beschlossen, nicht mehr am Spielbetrieb teilzunehmen. Für die kommende Saison hingegen ist derzeit wieder eine Damen II-Mannschaft geplant.
In der Jugend haben die Handballer die Lage in Zahlen ausgedrückt: 0 Lücken in den Altersklassen, 2 Meister (männliche D1 und D2-Jugend), 2 Handball-Camps, 4 Regionalligisten, 8 Teams im Kleinstbereich, 24 Mannschaften insgesamt und mehr als 50 Trainer und Betreuer. Ebenso 50 Jugendliche werden mit ihren Betreuern im Sommer nach Schweden zum größten Handballturnier der Welt reisen. Für die nächste Saison laufen gerade die Qualifikationen. Unter anderem werden die B-Jugend-Spielerinnen der HSG unter der Flagge des TSG Münster in der Bundesliga auflaufen.
Als tatkräftige Unterstützer des Vorstandes fungieren die beiden Schiedsrichterwarte Carina Wellmann und Niklas Radünz. Ein Dank geht hier an Clemens Weißenberger, der lange in dieser Funktion tätig war. Aktuell sind es zwar ausreichend Schiris, doch Neulinge sind immer wieder gerne gesehen. Eine Pionierleistung schaffte Wellmann mit dem Junior-Projekt, das sogar beim Deutschen Handball-Bund positiv gesehen wird. Hier pfeifen Jugendspieler der die Parteien der E-Jugenden, um einmal in die Rolle zu schnuppern und ihren Sport aus dem Blickwinkel des Unparteiischen sehen.
Blau und Schwarz, das sind nun unsere Farben
Eine proppenvolle Halle, Dutzende Luftballons in Blau und Schwarz, viele Helfer vor und hinter den Kulissen und lauter zufriedene Gesichter: Das war der große Handball-Tag in der Hofheimer Brühlwiesenhalle. Der Saisonabschluss war gleichzeitig ein Neustart, denn die künftige Handball-Spielgemeinschaft (HSG) Schwarzbach und ihr Logo in Blau und Schwarz wurden dem Publikum vorgestellt. Das Organisationsteam hatte ganz Arbeit geleistet, einen bunten Tag im Zeichen des Handballs auf die Beine gestellt. Die Sportler vom TV Hofheim und der TuS Kriftel gehen künftig am Schwarzbach komplett gemeinsame Wege. Wurden vor 13 Jahren schon die Männerteams vereint, folgten bald darauf die männlichen Jugendlichen und vor einem Jahr die Kleinsten. Vom 1. Juli sind sie alle, und damit auch die Damen der TuS Kriftel, unter einem Dach vereint. Die Abteilungen der jeweiligen Vereine bleiben aber bestehen, der Spielbetrieb liegt dann in den Händen der HSG mit einem eigenen Vorstand.
Was gut zwei Jahre Vorlaufzeit hatte, wurde nun mit dem HSG-Fest groß, bunt und zünftig gefeiert. Sportlich passte der Rahmen auch, denn alle Aktiventeams hatten Heimspiele hintereinander. Die kleinen und großen Fans gaben mit den neuen HSG-Klatschen alles, um die Mannschaften anzufeuern. Bei der MSG II zum Auftritt brachte das noch nicht ausreichend Glück, sie unterlagen der HSG Obere Aar. Dann aber wurde es erfolgreich. Die MSG spielte sich im wichtigen Heimspiel gegen die TSG Münster III phasenweise in einen Rausch, führte mit bis zu zehn Toren, ließ den Gegner auf drei herankommen, um am Ende aber doch einen sehr überzeugenden 38:34-Sieg zu feiern und die Zweifel am Klassenverbleib wohl zu beseitigen. Für die Damen ging es gegen Kleenheim um mehr: Sie gewannen gegen Kleenheim/Langgöns II mit 27:26, wobei Christina Schröder das Siegtor etwa 90 Sekunden vor Schluss warf. Damit sicherte sich das Team den starken fünften Platz, verbesserte sich gegenüber der Vorsaison. Zum Finale wurde es emotional: Dass die MSG Schwarzbach III deutlich gegen Eintracht Frankfurt III gewann und sich die Vizemeisterschaft holte, war fast Nebensache. Denn die Truppe hängt ihre Handballschuhe nach einigen Jahrzehnten unter ihrem ebenso langjährigen Trainer Steffen Wipfler an den Nagel, wird nicht mehr als Rundenbetrieb teilnehmen. Dafür wurde sie mit Sprechchören als „Schwarzbachs beste Mannschaft“ noch lange nach Spielende vom Publikum gefeiert, was sogar gestandenen Männern manche Träne in die Augen trieb.
Auch der Rahmen passte rundherum. Die fleißigen HSG-Heinzelmännchen hatten natürlich für Essen und Getränke gesorgt. Das neue Vereinslied „Die Macht vom Schwarzbach“ wurde vorgestellt und dann jeweils mit den Jugendteams eingespielt, die mit den Aktiven in die Halle liefen. Zudem stellte der Verein all seine Nachwuchsmannschaften vor, bedankte sich bei den engagierten Trainern und Betreuern. Geehrt wurden die Meisterteams der männlichen D1- und D2-Jugend sowie die männliche B als punktgleicher Vizemeister. Auch die Schiedsrichter erhielten eine Würdigung. Nach bemerkenswerten 40 Jahren an der Pfeife verabschiedeten die Handballer Horst Schüssler. Am Stand von Förderverein und Sponsoring-Gruppe gab es Informationen zur Unterstützung der HSG, dazu gleich die neuen Socken und Kids-Shirts. Just mit dem „Kick-Off-Tag“ gingen auch der neue Online-Shop, die neue Homepage www.hsg-schwarzbach.de und der HSG-Instagram-Account an den Start. Ein rundum gelungener Tag also, zu dem ein Satz aus der offiziellen HSG-Rede passt: „Lasst uns diesen Weg gemeinsam gehen. Lasst uns weiter zusammenwachsen. Lasst und laut sein, sichtbar sein und stolz sein auf das, was wir hier haben. Denn das hier ist mehr als Handball. Das ist unsere HSG Schwarzbach.“
Männliche D1-Jugend: BOL-Quali verdient geschafft
Sie haben ihre Chance prima genutzt: Die männliche D1-Jugend hat sich für die Bezirks-Oberliga qualifiziert. Nachdem sie im Vorjahr unglücklich gescheitert waren, dann aber Meister in der Bezirksliga wurde, wollten sie nun unbedingt den Sprung in die höchste Klasse im Bezirk schaffen. Dafür mussten sie nach Holzheim reisen, kamen aber mit drei Siegen im Gepäck zurück. Dieser zweite Platz in der Fünfergruppe reichte.
In die Schlussrechnung schlich sich nur ein kleiner Schönheitsfehler ein, wichtig war das nicht. Das vierte von vier Spielen beim Qualifikationsturnier für die Bezirksoberliga verloren die D-Jugend-Handballer von der JSG Schwarzbach, die Zugehörigkeit zu der höchsten Spielklasse des großen Bezirks Wiesbaden-Frankfurt aber hatten sie sich vorher schon gesichert, und das sehr überzeugend und unter großem Jubel. „Wir sind sehr zufrieden, dass wir die BOL erreicht haben, das war unser großes Ziel“, freute sich Marie Weydmann-Kühn aus dem Trainerteam der Spielgemeinschaft aus Hofheim und Kriftel. Und keine Selbstverständlichkeit, das hatte ein Teil der Mannschaft im ersten D-Jugend-Jahr erlebt. 2025 verpasste man noch gemeinsam mit dem älteren Jahrgang die Bezirksoberliga – um in der Folge dann mit 18 Siegen aus 18 Spielen und herausragendem Torverhältnis den Meistertitel in der Bezirksliga zu gewinnen. Diesmal aber glückte der Sprung in die oberste Etage, mit starken Leistungen von der ersten Minute an.
„Da sieht man, was möglich ist, wenn wir so gut zusammenspielen“, lobte Weydmann-Kühn insbesondere den Auftritt im ersten Spiel am Sonntagvormittag, gleich gegen den Gastgeber und Mitfavoriten TuS Holzheim. Von der ersten Minute hellwach, in Defensive und Offensive auf dem Punkt da, gab es einen klaren 15:8-Sieg. Es folgten ein noch deutlicheres 19:2 gegen die HSG Neuenhain/Altenhain und ein 10:6 gegen HSG Breckenheim/Wallau/Massenheim – dem laute Begeisterung folgte, weil damit die Qualifikation praktisch sicher war.
Die 9:11-Niederlage in der letzten Begegnung gegen die JSG Erbenheim/VfR/Eintracht Wiesbaden war auch der nachlassenden Spannung nach der geschafften Herausforderung geschuldet und kostete den Turniersieg, war aber nicht von größerer Bedeutung, weil die ersten beiden Teams aus jedem der fünf Qualifikationsturniere der zehn Mannschaften umfassenden Bezirksoberliga zugeordnet werden. „Im vierten Spiel haben wir nicht mehr ganz abgerufen, was an Potenzial da war. Aber die ersten drei Spiele haben wir stark gespielt, gegen gute Gegner“, urteilte Marie Weydmann-Kühn und schloss: „Insgesamt ist das ein wirklich toller Erfolg.“ Die D1 und D2-Jugend wird in der kommenden Saison weiterhin von Marie Weydmann-Kühn, Tanja Stern, Ben Breitling, Mika Weiner, Niklas Radünz und Patrick Weydmann-Kühn trainiert.
Es spielten: Hugo von Canstein, Ben Hedtler, Mika Euler, Felix Stroh, Tamme Eckstein, Tonda Stern, Felix Bick, Henry Weydmann-Kühn, Linus Reifmann, Jeremy Eiring und Anton Hannig.
Vorschau
Zum nächsten Derby tritt die MSG am Samstag bei Aufsteiger Hochheim/Wicker II an. Hier wollen sie sich für die unglückliche Niederlage im Hinspiel revanchieren. Die weibliche C-Jugend setzt nach ihren Auftaktsiegen gegen Münster und Breckenheim/Wallau nun ihre Qualifikation zur Regionalliga fort. Die männliche A-Jugend greift neu ein, für die männliche C-Jugend geht es nach drei Niederlagen am ersten Turniertag nun um erste Erfolgserlebnisse.


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