Sie waren die Kroaten. Hatten die Trikots des handballverrückten Landes an, hörten beim Einlaufen die Hymne, posierten fürs Foto mit der Flagge. Und zeigten auch teilweise die spielerische Klasse ihrer Vorbilder aus Südeuropa: Die männliche D1-Jugend der JSG Schwarzbach hatte nach ihrer Meisterschaft ohne Punktverlust zur Belohnung drei Tage ein besonderes Erlebnis in der Welt des Handballs. Sie waren wie schon in den Jahren zuvor ihre Vorgänger dazu ausgewählt, beim renommierten Nations-Cup der HSG Eschhofen/Steeden mitzuspielen. Dabei handelt es sich nicht um ein übliches Turnier, sondern um einen Wettbewerb, der in der Region, wahrscheinlich sogar bundesweit seinesgleichen sucht. 16 D-Jugend-Teams vor allem aus Hessen nahmen unter der Flagge einer zuvor zugelosten Mannschaft daran teil – von Deutschland über Dänemark bis zu Sieger Argentinien, im richtigen Leben die HSG Dotzheim/Schierstein. Die JSG erreichte mit den Kroaten am Ende den ordentlichen 10. Platz.
Doch das Ergebnis stand nicht so sehr im Mittelpunkt, vielmehr das Erlebnis. Und das war groß für alle Mitspieler, die Trainer Patrick Weydmann-Kühn, Ben Breitling und Mika Weiner sowie die zahlreich mitgereisten Eltern. Schon am Freitag ging es mit der Anfahrt, dann Ankleide der bunten Kroatien-Trikots los. Nach einem gemeinsamen Abendessen folgte Action in der Trampolinhalle, dann fielen die Jungs in ihren Hotelzimmern ins Bett. Denn an Tag zwei ging es sportlich ins Turnier, jeweils vor großer Kulisse gegen renommierte Mannschaften. Gegen die Niederlande (SV Erbach) und Spanien (NLZ HC Elbflorenz) taten sich die Schwarzbacher beispielsweise schwer, holten aber dann aber unter anderem Siege gegen Brasilien (TSG Ehingen) und Gastgeber Deutschland (Eschhofen/Steeden).
So winkte dem Team nach dem ersten Tag immerhin das Finale der Trostrunde. Ein sehr schöner Trost war wieder das Abendprogramm mit Aktionsangeboten und einem Quiz. Dort wurden die Kids von den vielen Helfern der Gastgeber betreut, während sich die Trainer und Eltern bei einem Barbecue entspannen durften. Denn am dritten und letzten Tag ging es wieder früh los nach dem Frühstück. Zur Hymne mit Gesang durften die Kids einlaufen und wurden einzeln vorgestellt. Auf dem Feld wechselten Licht und Schatten, so dass zum Finale Rang zehn zu Buche stand. Die Trainer waren dennoch begeistert von einem Nations-Cup der Extraklasse. „Das war schon ein besonderes Erlebnis für die Kinder, das sie so oft nicht erleben werden. Wir alle hatten viel Spaß und bedanken uns bei den Gastgebern für diese tolle Organisation“, resümieren sie. Nun geht es erst mal in die Osterferien mit weiterhin Training in der neuen Mannschaft, um dann danach mit dem Team die Qualifikation für die Bezirksoberliga anzugehen. Darauf sind die „Kroaten vom Schwarzbach“ nun in jedem Fall bestens vorbereitet.
Weibliche D2-Jugend: SG Wehrheim/Oberhain – Kriftel 24:18 (10:7)
Im letzten Spiel der Saison hat sich gezeigt, dass das Ziel, dass sich die Mannschaft und das Trainerteam vor der Runde ausgegeben hat, mehr als erfüllt wurde. Auf der einen Seite wollten die Spielerinnen und die Trainer, Clemens Weißenberger und Antonia Ziegler, dass die Mädels, die aus der E-Jugend kommen und überwiegend in der mit dem jüngeren Jahrgang anraten, sich in der Jugend etablieren, sich an das Spielsystem und das deutlich körperliche Spiel gewöhnen. Zum andern wurde ausgegeben, dass die Rückrunde deutlich besser gestaltet werden soll als die Hinrunde. Das zeigte sich wieder einmal im letzten Spiel. Überrascht war der Trainer der Heimmannschaft gegen die Mädels vom Schwarzbach vor allem in der ersten Halbzeit. Denn dort zeigte sich, was für einen schönen Handball die Kriftelerinnen gelernt hatten. Die Abwehrarbeit stimmte, war Gegnerbezogen und ließ den Mädels aus Wehrheim keine Entfaltung. So gab es zur Halbzeit nur einen Drei-Tore-Rückstand gegen den Tabellenzweiten, der fast ausschließlich mit Spielerinnen antrat, die ein Jahr älter sind als die aus Kriftel. Die Einstellung der Gäste stimmte bis zum Schluss, weswegen auch alle, die an diesem Tag zum Einsatz kam, erhobenen Hauptes die Halle haben verlassen können, weil sie nicht nur in diesem Spiel, sondern in der Runde gezeigt haben, dass sie viel gelernt haben und am Handball auch weiterhin Spaß haben werden.
Es spielten: Nina (Tor), Anna (4), Elisa (1), Helene, Luise (2), Amélie (5), Alva (5), Thea, Mona (1), Noomi.


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