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Das Fieber ergriff den Saal in Windeseile

Bee Gees-Coverband „Night Fever“ vereinte die Generationen beim Diskotanz

BISCHOFSHEIM (gus) – Das gibt es selten im Bischofsheimer Bürgerhaus: Als der Song „Tragedy“die Halle durchdrang, gaben sich vor der Bühne des Bürgerhauses dutzende Menschen mit einer Alterspanne von gut und gerne fünf Jahrzehnten gemeinsam dem Zucken der Beine hin. Die Tanzbegeisterung galt einem 33 Jahre alten Song der „Bee Gees“, den die Jüngsten der Tänzer nur durch die Empfehlung ihrer Eltern kennen können. Weil die britische Band, die ihre Karriere einst von Aus?tralien aus startete, bei den Fans der älteren Semester bis heute nichts von ihrer Anziehungskraft verloren hat, können Coverbands wie „Night Fever“ vom Nachspielen der Klassiker der Band gut leben. Im Fall von „Night Fever“ gelingt das inzwischen gar recht gut, denn die erst 2006 gegründete Formation gilt als die authentischste der Formationen, die das Erbe der Band hoch hält. Und sie hat für die Bischofsheimer Lokalkolorit, haut doch der Bischofsheimer Komponist und Produzent Uwe Haselsteiner bei „Night Fever“ in die Tasten und verkörpert somit Maurice Gibb. Dass die Band auf Einladung von HoTi-Events ihr 100. Konzert vor 300 Fans in Bischofsheim gab, kam Detlef Wange gerade recht. Der Büttelborner betreibt das Online-Archiv „Private Bee Gees Archive“ und zeichnete die Formation live auf der Bühne mit dem Titel „Best German Performance of the Bee Gees“ aus.

 

Fans ist es natürlich klar, nicht so mit dem Repertoire und Schaffen der „Bee Gees“ Vertrauten mag es erstaunen, dass „Night Fever“ es tatsächlich schafft, drei Stunden Bühnenprogramm ausschließlich mit Liedern zu füllen, die wirklich Jeder aus dem Radio kennt, sofern er Popmusik hört. Das hat auch damit zu tun, das die Bee Gees neben ihrem eigenen Bandmaterial immer auch die Zusammenarbeit mit anderen Künstlern suchten und für sie Songs schrieben und arrangierten. Deshalb ist der Gastauftritt von Katrin Glenz als Solosängerin so wertvoll für „Night Fever“ und die Fans, denn so können auch Bee-Gees-Songs, die Barbra Streisand („Woman in Love“), Dionne Warwick („Hartbreaker“) und Diana Ross („Chain Reaction“) in den 80er-Jahren als Hits einbrachten, den Bürgerhaussaal erfüllen.
Beim Blitzbesuch des im Mai verstorbenen Robin Gibb in Gertrud Flaschs Bischofsheimer Fotostudio vor zwei Jahren soll es sich ja um den wahren und echten Robin gehandelt haben. Bei „Night Fever“ gibt sich Franco Leon nicht allzu viel Mühe sein Vorbild körperlich nachzuahmen, dass er die Stimme nahezu perfekt nachbilden kann, ist auch viel mehr wert. Auch Haselsteiner ist ganz Haselsteiner mit schwarzem Mantel und Hut. Nicht verleugnen kann Michael Zai seine Ambitionen, Barry Gibb auch äußerlich darzustellen. Der treibende Kopf hinter „Night Fever“ ist eben ein Mann, der die Bee Gees schon lebte, als es das Projekt „Night Fever“ noch gar nicht gab.
Ganz im Hintergrund bleibt die Band, die den Großteil des Sound produziert. Steve Tarara (Gitarre), Cay Rüdiger (Drums) und Frank Landes (Bass) scheinen die Musik der Bee Gees aber dennoch genauso zu leben wie die „Gibb“-Frontmänner.
Mittlerweile sind „Night Fever“ so weit, sich heranzuwagen an eigene Songs, die natürlich ganz im Bee-Gees-Sound bleiben: „Lost Paradise“ bekommen die Bischofsheimer Fans zu hören, ein per Download im Internet zu erwerbendes Premierenstück. Freundlichen Applaus des Publikums gab es dafür in Bischofsheim, die Geschichte der Bee ?Gees wird der Song allerdings nicht fortführen können. Mehr als die drei Stunden mit drei Zugaben kann eine Band kaum leisten – und das unglaubliche Repertoire der Hits und Perlen der Bee Gees lässt sich da gerade so einigermaßen abdecken.
Am Abend zuvor hatte HoTi schon einmal die Stube aufgeschlossen und eine andere Coverband auf der Bühne präsentiert. Die Band „Alex im Westerland“ musste sich allerdings mit rund 150 Zuschauern begnügen. Immerhin traut sich hier eine Band, die scheinbar unvereinbaren Toten Hosen und die Ärzte zusammenzubringen – aber auch, wenn die „Hosen“ die lange gepflegte Rivalität auf ihrem neuesten Album durch das Covern des Ärztesongs „Schrei nach Liebe“ abmildern, die Punkfans haben die Spaltung wohl noch nicht ganz überwunden.
Sternenglanz in Bischofsheim: Das „Night Fever“ bringt die gleichnamige Bee Gees-Coverband durch ihr Bühnenbild samt der unvermeidlichen Diskokugel in den Bürgerhaussaal.?(gus/Fotos: Steinacker)
Katrin Glenz bot mit den Songs, die die Bee Gees in den 80ern für amerikanische weibliche Popgrößen komponierten einen zwanzigminütigen Block mit einem sehr eindrücklichen Gesang. 
Der Lokalmatador: Uwe Haselsteiner ist erfolgreicher Musikproduzent und -komponist und steht mit „Night Fever“ seit einigen Jahren selbst auf der Bühne.
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