Die „I-Bütt“ wird bundesweit bekannt

Narrenkäfig-Chef Johannes Bersch ist mit seinem Soloauftritt in der Mainzer Fernsehsitzung dabei

BISCHOFSHEIM (gus) – Es ist ein riesen Ding für alle Bischofsheimer Narren, eine äußerst reizvolle für ihn selbst – aber irgendwie auch fast nahe liegend, dass es eines Tages so weit sein würde: Johannes Bersch ist dieses Jahr mit seinem Solo-Vortrag „I-Bütt“ bei der Fernsehsitzung „Mainz bleibt Mainz“ im Kurfürstlichen Schloss dabei. Mit jenem Vortrag also, der den Besuchern der vier Narrenkäfig-Sitzungen der vergangenen Wochen schon bestens gefallen hat. Nun bekommt ihn also die gesamte Nation zu sehen.

 

Bersch ist freilich nicht als Narrenkäfig-Fastnachter ausgewählt worden, sondern als Redner bei den Sitzungen des Karneval Club Kastel (KCK). Der ist bekanntlich einer der vier Korporationen, die traditionell das Programm für „Mainz bleibt Mainz“ zusammenstellen. Bersch hat in dieser Kampagne sieben Auftritte für den KCK absolviert, „die Nummer ist dort wie auch beim Narrenkäfig gut angekommen“, berichtet er.
Andernfalls hätte Bersch es wohl auch kaum geschafft, vom KCK vorgeschlagen zu werden. Einen Teil der Entscheidung darf man aber auch getrost dem Umstand zuschreiben, dass Bersch mit seinen 30 Jahren eine Ausnahmeerscheinung in der Fastnachtsszene ist: jung und doch bereit und fähig in die Bütt zu steigen. „Die etablierten Vereine haben kaum noch Nachwuchs, und die meisten dieser jungen Leute gehen eher in Richtung Gesang und Comedy, Büttenredner sind die Ausnahme.“
Der KCK bemüht sich, moderne Stilmittel und Querdenker einzubauen, auch da passt Bersch hinein. „Beim KCK gelte ich als Nachwuchsredner, das wäre beim Narrenkäfig natürlich nicht denkbar“, sagt Bersch, der mit knapp elf Jahren erstmals in Bischofsheim die Bütt betrat und erst mit der Gründung des Narrenkäfigs zum Ensemble-Mitglied avancierte.
Im Jahr 2009 war KCK-Präsident Ludwig Hirsch erstmals Gast der Narrenkäfig-Sitzung, zeigte sich begeistert und kündigte Bersch an, dass er sich bei ihm melden werde. „Das hat er dann tatsächlich auch getan.“ Seit 2010, also im dritten Jahr, gehört Bersch nun zu den Rednern bei den KCK-Sitzungen, erhält auch reichlich Angebote von anderen, auch namhaften Vereinen für weitere Auftritte. Das professionelle Fastnachterwesen ist aber nicht sein Ding, und dabei wird es blieben, betont Bersch. „Manche dieser professionellen Redner haben nicht wie ich sieben Auftritte in der gesamten Kampagne, sondern sieben an einem Abend – ob das noch Spaß macht, weiß ich nicht.“
Am gestrigen Mittwoch war im Mainzer Schloss die Generalprobe, die in Wirklichkeit eine erste Ausgabe der Sitzung ist, also im mit Narren voll besetzten Saal, nur eben ohne Live-Übertragung im Fernsehen. Bersch ist der fünfte von acht Rednern und er wird einer der wenigen sein, deren Namen man nicht schon seit vielen Jahren aus der Mainzer Fastnacht kennt.
„Die Fernsehsitzung ist nicht der Dreh- und Angelpunkt der Mainzer Fastnacht“, ist sich Bersch bewusst. Der regionale Bezug der Inhalte, der nicht zuletzt auch den Erfolg des Narrenkäfigs erklärt, ist in dieser Veranstaltung nicht gefragt. „Ich freue mich darüber, dabei sein zu dürfen, aber ich habe es nie drauf angelegt“, definiert der „I-Bütt“-Besteiger seine bodenständige Einstellung zu seinem großen Auftritt.

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