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Der gute Standort ist nicht ohne Konkurrenz

Die Reihe „Weinspitze“ öffnete erstmals in diesem Jahr am festen Standort Altrheinufer die Pforten – Aber Alternativen gäbe es

Bestes Wetter. Schutz vor der Sonne, den Altrhein mit der Fähre im Hintergrund: Mehr Erholung geht nicht als die Reihe „Weinspitze“ am Altrheinufer bot.(Fotos: Gössl)
 

GINSHEIM (ag) – Es ist einfach die perfekte Liaison, Almut Schwab, ihr Akkordeon und die Weinspitze am Altrheinufer. Schwer zu schätzen, wie viele Besucher sich am Ufer, neben dem Kran und unter den großen Sonnenschirmen auf der Wiese vor dem Domizil der Kanuten eingefunden hatten, aber weit über hundert dürften es im Verlauf des späten Sonntagnachmittags und Abends am 1. Juli am Altrheinufer gewesen sein. Getragen von den Akkordeonmelodien, die Almut Schwab verströmte, ließ es sich am Rheinufer gut sitzen.

Im Rahmen des Kultursommerprogramms 2018 der Stadt Ginsheim-Gustavsburg war es die erste von fünf „Weinspitzen“. Albrecht Marufke, Erster Stadtrat des Magistrats, eröffnete die Veranstaltung in Vertretung von Bürgermeister Puttnins-von Trotha. Artig bedanke sich Marufke bei den Mitarbeitern der Verwaltung und den freiwilligen Helfern, die sich für die Organisation und den Ablauf verantwortlich zeigten. Die Entscheidung, die Weinspitzveranstaltungen nur noch am Altrheinufer stattfinden zu lassen, wurde im vergangenen Jahr vom Bürgermeister höchstpersönlich gefällt, und die Ginsheimer danken es mit großem Zuspruch.
Ursprünglich war die politische Marschrichtung einmal eine andere gewesen. Mit den Weinspitzveranstaltungen auf dem Ballou-Platz in Ginsheim Nord wollte man dem gepflasterten Steinplatz eine größere Reputation verschaffen, aber der Zuspruch sei längst nicht so groß wie hier am Altrhein, gab Marufke zu bedenken, ein Risiko für den Kulturetat.

Mittlerweile ist der Ballou-Platz allerdings besser als sein Ruf. Nach Jahrzehnten sind die Bäume auf dem Platz langsam so groß, dass sie etwas Schatten spenden und Atmosphäre verleihen. Die Freien Wähler, so Albrecht Marufke, werden sich im Stadtparlament mit einem Antrag dafür einsetzen, damit der Platz weiter aufgewertet werde. Nicht mit der Weinspitzveranstaltung, aber mit einem Wasserspiel, das könne er sich gut vorstellen. So einem, wie auf dem Fritz-Bauer-Platz in Gustavsburg, dem kleinen Bruder des Ballou-Platzes. Gleichfalls ein völlig zugepflasterter Steinplatz, der sich im Sommer wie ein Brutofen aufheizt, der hat allerdings schon eine Wasserkühlung.

Dass die Bäume auf dem Fritz-Bauer-Platz auch erst frühestens in der nächsten Generation Schatten spenden werden, wollte Marufke so nicht stehen lassen. Er sieht da schon in ein bis zwei Jahren Schatten am Horizont. Warum in diesem Jahr keine Kulturveranstaltungen auf dem neuen Platz geplant seien, wusste Marufke aus dem Stegreif nicht zu beantworten. Hatte doch der Bürgermeister noch bei der Eröffnung gesagt, es möge ein Platz der Begegnung werden.

Die Familie Djalloul aus Gustavsburg mit ihren beiden Kindern nutzen den Platz heute schon. Allerdings sitzen sie auf einer mitgebrachten Picknickdecke ganz am Rande des Platzes im Schatten der angrenzenden Gebäude. Die beiden Töchter der Familie, die dreijährige Ahlam und ihre kleine Schwester Safraa, finden das Wasserspiel ganz toll. Hier spielen sie gerne auch mit anderen, rennen durch die kleinen Fontänen. Mama Djalloul würde mit den Kinder auch auf den kleinen, parkähnlichen Platz gleich um die Ecke an der Darmstädter Landstraße gehen, aber hier fehlt den Kindern das Wasser. Ein Brunnen wäre da, der ist allerdings schon seit geraumer Zeit nicht mehr in Betrieb. Das wird auch erst einmal nichts mehr, erklärt Marufke. Die Wasseranlage sei marode und nicht mehr zu reparieren. Eine Überarbeitung des Platzes werde im Zuge der Bürgerhausplanung vorgenommen. Ein schöner Platz mit eingewachsenen Bäumen, ideal zum Aufenthalt im Sommer, der Brunnen aber zu teuer für die Stadt?

Alle schwärmen nur vom Altrheinufer, dabei gibt es in Ginsheim einen perfekten Platz, der nicht natürlich gewachsen ist und wo sich Bürger gerne treffen. Eine planerische Meisterleistung, möchte man tönen. Der heutige Friedrich-Ebert-Platz, mit gut gehender Eisdiele, einem kleinem Wasserspiel, einer Spielecke und reichlich Grün drum herum ein idealer Ort der Begegnung. Gebaut wurde dieser Platz auf dem ehemaligen staubigen kahlen Kerbe-Platz der Gemeinde. Am Sonntag war der Platz trotz Weinspitze gut besucht.

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