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Auf der Suche nach Erdwärme

KREIS GROSS-GERAU (pm) – Das Überlandwerk Groß-Gerau (ÜWG) startet weitere Untersuchungen für die Standortsuche für Hessens erstes Geothermiekraftwerk. Das Groß-Gerauer Unternehmen möchte in den kommenden Jahren Hessens erstes Tiefengeothermiekraftwerk zur Produktion von Strom und Wärme errichten. Im Großraum Groß-Gerau werden hierfür im Zuge der Voruntersuchungen für das Projekt zusätzliche Messungen durchgeführt.

 

Seit gestern und noch bis zum 29. August werden dafür gravimetrische Messungen vorgenommen. Gravimetrische Messungen basieren auf dem physikalischen Prinzip der Massenanziehung (Gravitation), bei dem die Schwere eines Körpers (Größe der Schwerebeschleunigung) ermittelt wird. Die Messungen ermöglichen die Ortung von horizontalen und vertikalen Unterschieden der Gesteinsdichte im Untergrund.
Diese festgestellten Eigenschaften lassen auf Lagerstätten, Hohlräume und Felsauflockerungen schließen. So können zukünftig verbesserte Prognosen über die Eigenschaften von potenziell für die Nutzung der für Tiefengeothermie geeigneten Gesteinsschichten möglich werden. Zudem können durch die gravimetrische Messung Informationen über den Aufbau des Grundgebirges gewonnen werden.
„Die aktuell stattfindende Gravimetrie ergänzt die bisher durchgeführten seismischen Untersuchungen der Gesteinsschichten ideal, da sie als weitere unabhängige Erkundungsmethode Informationen im Hinblick für eine Realisierung eines Tiefengeothermiekraftwerks gibt und der Überprüfung vorhandener Daten dient. Wir versprechen uns durch die zusätzlichen Erkenntnisse der gravimetrischen Untersuchung eine höhere Sicherheit in der Interpretation der Ergebnisse für die Standortauswahl für das geplante Tiefengeothermiekraftwerk im Kreis Groß-Gerau“, erläutert ÜWG Sprecher Marc André Glöckner die aktuellen Maßnahmen.
Für die Durchführung der Messarbeiten wurde die Firma Geophysik GGD (Gesellschaft für Geowissenschaftliche Dienste) beauftragt. Die Messungen erfolgen mit sogenannten Gravimetern, die nach dem Prinzip einer äußerst feinen Federwaage arbeiten und in etwa Form und Größe einer Kühlbox ähneln. Gemessen wird an 330 Punkten in Südhessen. Es sind keine Beeinträchtigungen der Bevölkerung zu erwarten, da die Messungen völlig geräusch- und erschütterungsfrei ausgeführt werden. Der Vermesser ist mit einem normalen Pkw unterwegs und benötigt pro Messpunkt etwa fünf bis zehn Minuten. 
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