Ein Abschied und viel Beifall beim Senatsabend

Der Flörsheimer Narren-Club würdigte Förderer und Ehrenamtliche vor rund 250 Gästen in der Stadthalle

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Der Senatsabend des Flörsheimer Narren-Clubs (FNC) ist kein gewöhnlicher Sitzungsabend und das wurde bereits beim Betreten des Saals deutlich. Rund 250 Gäste nahmen in diesem Jahr an runden Tischen Platz; statt enger Stuhlreihen prägte ein bewusst festliches Ambiente das Bild. Der Rahmen passte zum Anspruch des Abends: Fastnacht als gemeinschaftliches Ereignis und zugleich als Dank an jene, die mit Spenden und Engagement die Straßenfastnacht erst möglich machen.

Einen ersten Höhepunkt setzte gleich zu Beginn ein Überraschungsauftritt von Hans-Joachim Greb, besser bekannt als „Hobbes“. Er stand erstmals in der Bütt des FNC und verabschiedete sich zugleich von der närrischen Rednerbühne. „Sehr wahrscheinlich ist das heute mein erster und letzter Auftritt hier“, sagte Greb.

In seinen Büttgeschichten nahm er den ganz normalen Alltag ins Visier: misslungene Renovierungen, ausbleibende Handwerker, Ehealltag zwischen Tapetenkratzern, Badewanne und Weihnachtsnostalgie. Mit viel Selbstironie, pointierten Beobachtungen und sicherem Gespür für sein Publikum zeigte Greb, warum er seit Jahrzehnten zur Fastnacht gehört. Das Publikum dankte es ihm mit langem Applaus, der schließlich in stehende Ovationen mündete.

Offiziell eröffnet wurde der Abend von Heinz Schäfer, dem Vorsitzenden des FNC, der Gäste, Förderer und Aktive begrüßte und den Bogen zwischen närrischer Tradition und der ehrenamtlichen Arbeit im Hintergrund spannte.

Anschließend richtete Bürgermeister Bernd Blisch das Wort an die Anwesenden. Dabei verband er persönliche, politische und fastnachtliche Töne und schlug mit humorvollen Anspielungen auf Politik, Bürokratie und Alltag den Bogen von globalen Themen zur kommunalen Realität. Die Fastnacht biete die Gelegenheit, Sorgen für einen Moment auszublenden und neue Zuversicht zu schöpfen. Den Zusammenhalt in Flörsheim stellte er dabei bewusst in den Mittelpunkt und warb für Gelassenheit, Augenmaß und die Fähigkeit, über sich selbst zu lachen.

Mit dem Ausmarsch der FNC-Garde wechselte der Abend sichtbar seinen Charakter: Die ruhige Auftaktphase ging in ein lebendiges Programm über. Von diesem Moment an führte Schatzmeister Karsten Schwarz durch den weiteren Abend und band das Publikum immer wieder ein. Der Ruf „Hall die Gail“ sowie eine gemeinsame Mitsing-Hymne entwickelten sich dabei zu prägenden Elementen des Abends.

Der erste tänzerische Programmpunkt gehörte dem Nachwuchs: Die „Dancing Bambinis“ feierten mit ihrer „Affenparty“ eine bejubelte Premiere, wodurch der starke Fokus des Vereins auf Jugendarbeit sichtbar wurde.

Im Anschluss folgte Ralf Bender als „Der Tierarzt“, der mit trockenem Humor und klarer Haltung überzeugte. In seinem Vortrag warb er für einen verantwortungsvollen Umgang mit Tieren und sprach sich deutlich gegen deren Vermenschlichung aus. Mit pointierten Beobachtungen und augenzwinkernden Zuspitzungen traf Bender den Nerv des Publikums.

Ein offizieller Programmpunkt folgte mit der Ehrung von Thomas Störch. Der Zweite Schriftführer des FNC erhielt von Simeon Dimitriadis, dem zweiten Vorsitzenden, den Verdienstorden in Silber der Interessengemeinschaft Mittelrheinischer Karneval. Gewürdigt wurde damit sein langjähriges Engagement für den Verein sowie sein beständiger Einsatz für die Pflege des närrischen Brauchtums.

Danach übernahm erneut der Tanz die Bühne: Die „Dancing Fireflies“ entführten das Publikum mit ihrem Tanz „Rio-Vögel“ in südliche Gefilde, bevor der Einmarsch der Garde der Prinzessin folgte. Unter der Leitung von Alex Weyerhäuser präsentierte sich der traditionsreiche Verein, der seit 1886 fester Bestandteil der Mainzer Fastnacht ist, und sorgte mit seinem Auftritt für spürbare Stimmung im Saal.

In der Bütt übernahm anschließend Beate Sturm mit ihrem Vortrag „Klassentreffen“. Mit viel Selbstironie und feinem Gespür für Alltagsbeobachtungen nahm sie das Publikum mit auf eine humorvolle Reise in die Vergangenheit. Erinnerungen an Schulzeit, Jugendkultur und erste Begegnungen prallten dabei auf die Realität des heutigen Lebens.

Anschließend ließ „Manco Mania“ mit einem klassischen Gardetanz die Bühne beben, bevor Adi Guckelsberger als „Nachtwächter“ für humorvolle Zwischentöne sorgte.

Mit der „Dschungelsafari“ der „Fun Factory“ setzte das Programm einen weiteren tänzerischen Höhepunkt. Farbenfrohe Kostüme, dynamische Choreografien und präzise Formationen sorgten für viel Bewegung auf der Bühne und begeisterten das Publikum.

Danach überzeugte Daniel Schleidt mit seinem Vortrag „Wintersport“. In seiner Büttenrede schilderte er mit viel Selbstironie den Weg vom sportlichen Ehrgeiz über einen Sturz auf dem Eis bis hin zu Arztbesuchen und Reha-Alltag. Dabei verband er persönliche Erfahrungen mit treffsicheren Alltagsbeobachtungen – über medizinische Mythen, gut gemeinte Ratschläge und die Realität zwischen Wartezimmer, Therapieplan und Kuraufenthalt. Der Gegensatz zwischen früherem Selbstbild und heutiger Wirklichkeit sorgte für viele Lacher im Saal.

Kurz vor dem Ende des Programms meldete sich Sascha Jung, Vorsitzender des FCV, zu Wort. Mit humorvollen Bemerkungen, Wortwitz und pointierten Übertreibungen schlug er den Bogen von Fastnachtstradition bis hin zu aktuellen Beobachtungen rund um Brauchtum, Kirche und Jahreslauf. Sein Beitrag sorgte für zahlreiche Lacher und leitete zum abschließenden Höhepunkt des Abends über.

Schwarz läutete nach über fünf Stunden Programm das Finale ein, zu dem noch einmal alle aktiven Akteurinnen und Akteure auf die Bühne kamen. Gemeinsam mit dem Publikum entstand ein stimmungsvoller Abschluss mit Mitsingen, Applaus und ausgelassener Stimmung. Mit diesem Finale zeigte sich der Senatsabend als das, was er sein will: Ein lebendiges Bekenntnis zur Fastnacht.

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